Damit brachte der Täter selbst die erneuten Ermittlungen, die zu seiner Festnahme führten, ins Rollen.

Es ist ein Tag, der im Gedächtnis bleibt: Der 27.06.2000. Eine scheinbar harmlose Plastiktüte, die an einem Geländer am S-Bahnhof Wehrhan in #Düsseldorf hängt, verändert das Leben zahlreicher Menschen. Als ihr Inhalt, eine mit TNT befüllte #Bombe, explodiert, verletzen die vielen umherfliegenden Splitter sieben Frauen sowie drei Männer schwer. Einer der Metallsplitter dringt in den Bauch einer schwangeren Frau ein und tötet ihr Ungeborenes. Bei den Opfern handelt es sich um 6 jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion und 4 Russlanddeutsche.

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Über 16 Jahre wurden die Ermittlungen immer wieder aufgenommen und doch gab es keinerlei Hinweise, die zur Aufklärung der Tat beigetragen haben. Doch das Blatt hat sich gewendet: Der Täter wurde am Dienstag in Ratingen festgenommen.

Wehrhahn Anschlag: Der Täter

S., 50 Jahre alt, ehemaliger Bundeswehrsoldat, hat keine weiße Weste. Er ist wegen mehrerer kleiner Delikte vorbestraft und lebt in seiner eigenen kleinen Welt. Nach Angabe der Anwohner sah er sich in der Position des „Sheriff von Flingern“ und kam den damit verbundenen Pflichten zuverlässig nach. So patrouillierte er etwa durch „sein Viertel“ und zeigte sich im Kampfanzug. S. war außerdem Besitzer eines Militaria-Laden in unmittelbarer Nähe des Tatorts und es existieren Zeugenaussagen, die bestätigen, dass S.

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die Tat vorher ankündigte. Diese Indizien sowie die Tatsache, dass S. Täterwissen mit den Insassen geteilt hat, erhärtet die Vorwürfe gegen den mutmaßlichen Täter, so Kriminalhauptkommissar Udo Gerhard Moll.

Seine Motive

Eminente finanzielle Probleme, gepaart mit Ausländerfeindlichkeit sowie enormem Aggressionspotenzial, waren laut Ermittlern Motive für die Tat. S. war nicht willens eigene Fehler einzugestehen und projizierte sie stattdessen auf Ausländer, die seiner Meinung nach, alles vom deutschen Staat bekämen. In den kommenden Wochen und Monaten kann er sich wenigstens der Aufmerksamkeit des deutschen Rechtssystems sicher sein.

Traurig, dass sich die Welt in den kommenden Monaten, insbesondere mit Blick auf die USA, sowohl mit Menschen als auch Staatsoberhäuptern beschäftigen muss, die Ralf S. Gedankengut teilen. #anschlag