Zweiter Teil, zum ersten Teil geht es hier.

Das Kölner #Landgericht hat heute die Unterbringung eines 31-Jährigen im Maßregelvollzug, der geschlossenen #Psychiatrie für kranke Straftäter, auf unbestimmte Zeit angeordnet. Zuvor hatte eine Nervenärztin als Sachverständige in ihrem Gutachten den Beschuldigten als Gefahr für die Allgemeinheit bezeichnet, von dem weitere erhebliche Straftaten zu erwarten seien.

In seiner Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter dem Beschuldigten zum Thema #Mobbing: „Wir glauben Ihnen, dass Sie es subjektiv so empfunden haben. Objektiv hat sich das nicht bewahrheitet.“

Mobbing und das Geheimnis vom Chef

Im Mai letzten Jahres hatte der Beschuldigte seine ehemalige Firma innen und außen mit Benzin beschüttet und angezündet. Danach hatte er in aller Ruhe auf das Eintreffen von Polizei und Feuerwehr gewartet und seine Tat sofort gestanden. Extremes Mobbing über lange Zeit habe ihn zu dieser Tat getrieben. Wie der 31-Jährige auch vor Gericht wiederholte, habe er gedacht, dass er durch die Brandstiftung in Kontakt mit seinem ehemaligen Chef käme und dieser ihm dann ein Geheimnis offenbaren würde. Diesen Gedanken habe der Chef ihm nicht gesagt oder geschrieben, sondern „in den Kopf gesetzt“.

Auf einmal hat die Mutter ein Messer im Kreuz“

Der Beschuldigte habe sich ein Wahnsystem aufgebaut, ähnlich wie in dem berühmten Fall von Hauptlehrer Ernst August Wagner, der 1913 ein halbes Dorf ausgelöscht habe und über den im Netz ausführliche Beschreibungen zu finden seien, so die Gutachterin. Wagner habe sich eingebildet, dass seine Mitmenschen denken, dass er Sodomie begehe, also mit Tieren sexuell verkehre. Deshalb sei er Amok gelaufen. Bei dem Beschuldigten sei es ebenso, er habe zunächst einen Beziehungswahn gegenüber seinem Kollegen entwickelt, später dann auch seinen Chef eingebunden. Sollte der Beschuldigte auf freien Fuß kommen, seien diese beiden besonders gefährdet. Allerdings könne der 31-Jährige auch jederzeit andere Personen in sein Wahnsystem einbauen. „Das ist so ein Fall, bei dem auf einmal die Mutter ein Messer im Kreuz hat.“

Mein Fazit:

Der Verteidiger will Revision einlegen und das finde ich in diesem Fall richtig gut. Natürlich ist die Gutachterin sehr überzeugend, sie hat aber auch gesagt, dass ihr Gutachten wesentlich davon abhängt, ob es nun dieses Mobbing gab oder nicht. Und dieser Punkt ist für mich persönlich in diesem Verfahren nicht eindeutig geklärt worden.

Über einen weiteren Gerichtsfall, der mich sehr berührt hat, habe ich hier geschrieben.