Diese Geschichte wirft ein entlarvendes Licht auf die USA. Denn im Zuge der Finanzkrisen stehen in den USA so viele Häuser und Wohnungen leer, dass man jedem Obdachlosen gleich drei geben könnte. Das würde natürlich das System angreifen, so lässt man die Häuser lieber vergammeln, um sie irgendwann abzureißen.

Turbokapitalismus

nennt man das halt, Auswüchse davon sind auch in Deutschland bestens bekannt.

#Rosa Park, die manche wie eine Heilige verehren, lebte allerdings ein mehr als ärmliches Leben im Haus ihres Bruders mit dessen 13 Kindern und ihrem Ehemann. Sie bekamen eine Mini-Unterstützung von der Kirche.

Entgegen der Bedeutung dieses Hauses, geriet es nun in den Abrissplan, wie 8000 weitere Häuser dieser Abrisswelle. Denn Detroit fängt wieder von vorne an, nachdem man eine der größten Pleiten hingelegt hat. Nach der Insolvenz durfte man sieben Milliarden Dollar Schulden, von damals ca. 20 Milliarden, streichen - zum Neuanfang gehört auch, dass man tausende leer stehende Häuser abreißt und das marode Stadtbild insgesamt aufpoliert, dafür nimmt man nun wieder zwei Milliarden $ her.

Gemessen an den 60 Milliarden Schulden von Berlin, ist das arme Detroit noch gut dran. Mal sehen, ob der Turnaraound im Zuge von Trump's Vorstellungen gelingt. Sollten die USA ihre Autos wieder selbst produzieren, im Lichte auch des Dieselskandales auf unsere verzichten, dann könnten wir in Europa ähnlichen Entwicklungen entgegengehen. Manch ein Schweißroboter könnte abgeschaltet werden?

Rosa Parks’ Nichte, Rhea McCauley, bekam Wind von dem geplanten Abriss, kaufte das Haus für 500 Dollar und wusste dann nicht weiter. Allerdings hatte weder die Stadt Detroit noch sonst jemand in USA Interesse an dem zwar geschichtsträchtigen, aber leider auch maroden Haus.

Der in Berlin-Wedding lebende Künstler

Ryan Mendoza

holte das Haus unter großem Aufwand nach Berlin Wedding, wo er es in Eigenarbeit im Hinterhof wieder aufbaute.

Ryan hatte bereits ein verfallenes Haus einer schwarzen Familie nach Rotterdam verschifft, um es als Kunstprojekt auszustellen, was im einige Prügel einbrachte. Das sei

„Ruinenporno!“

weil er mit dem Leid der Schwarzen "Ruhm" ernten wolle. Dabei war es genau umgekehrt, Ryan #Mendoza wollte auf die Zusammenhänge hinweisen: Erst geringer Lohn für die schwarzen Arbeiter, dann hochgeschraubte Zinsen und schließlich der Ruin.

Jedenfalls war dann, typisch USA, mit dem Abrissprogramm offensichtlich einiges faul, der Reporter #Charlie le Duff hatte zur dubiosen Auftragsvergabe beim Abrissprogramm recherchiert und schließlich ermittelte der Staatsanwalt gegen den Bürgermeister.

Besichtigen kann man das Haus ab 8. April. Mendoza, der das Haus quasi als Geißel genommen hat, hofft allerdings darauf, dass sich die USA doch noch für das Haus interessieren. Für entsprechendes Geld würde er es abgeben, um damit das Rosa and Raymond Parks Institute zu fördern.