Mein Sohn war zum #Absturz-Zeitpunkt nicht depressiv, das hatte Günter Lubitz heute in einer von ihm initiierten #Pressekonferenz beteuert. Sein Sohn habe die depressive Phase zum Unglückszeitpunkt seit sechs Jahren überwunden. In ärztlicher Behandlung sei zum Zeitpunkt des Absturzes nur wegen einem Augenleiden gewesen. Auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft habe keine Hinweise auf eine akute oder beginnende Depression zum Absturzzeitpunkt gefunden.

Der, von Vater Lubitz engagierte, Gutachter und Luftfahrt-Journalist Tim van Beveren erklärt im folgenden seine Schlussfolgerungen auf der Pressekonferenz. Zuvor hatte er bemängelt, dass die Ermittlungen nur in eine Richtung erfolgt seien und das Ergebnis schon nach 48 Stunden präsentiert worden sei.

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Der Experte wollte nicht ausschließen, dass Andreas Lubitz zum Sündenbock gemacht worden sei, um die Öffentlichkeit zu beruhigen.

Germanwings Absturz: Warum wurden Experten ausgeschlossen?

Van Beveren wörtlich: „Bei Flugunfällen spielen zwei Systeme eine Rolle. Das System Mensch und das System Maschine.“ Deshalb sei es vorgeschrieben, dass spezielle Human-Factor-Spezialisten in die Ursachenfindung mit eingebunden werden, das seien in der Regel Flug-Psychologen und Mediziner, die den Voice-Recorder abhören würden. „Aber im dem Fall der German-Wings-Maschine waren diese Personen ausschließlich eines, alles Ingenieure. Und überhaupt waren bei der Untersuchung nur Ingenieure beteiligt. Das ist umso verwunderlicher, weil bei beiden beteiligten Behörden, sowohl der französischen BEA und der deutschen Flugunfalluntersuchung (Anmerkung der Autorin: BFU) in Braunschweig zwei sehr hochkarätige Human-Factor-Experten gibt.

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Beim BEA ist das ein Gerichtsmediziner und beim BFU ist es ein Flugpsychologe, der sogar mit den Universitäten Kiel und Göttingen schon vor einigen Jahren eine wissenschaftliche Studie zum Thema ,Suizid bei Piloten' verfasst hat. Beide Experten haben aber nie den Voice-Recorder gehört und waren auch überhaupt nicht in die Untersuchung involviert. Der französische Kollege durfte Krankenakten lesen.“

Viele weitere Ungereimtheiten

Van Beveren kritisierte desweiteren Ungenauigkeiten bei dem Zertifikat des Flugzeugs, unter Umständen hätte die Maschine niemals abheben dürfen. Es gebe die Bermerkung bei französischen Ermittlern, dass aus dem Cockpit zwar Atemgeräusche gehört worden seien, es aber nicht sicher sei, ob der Pilot bei Bewusstsein war. Letzteres sei nie an die Öffentlichkeit gelangt. Auch gebe es Hinweise, dass es schon vor dem letzten Flug Probleme mit der Cockpit-Verriegelung gegeben habe. Es gebe bis heute keinen Beweis dafür, dass Andreas Lubitz den Absturz verursacht habe, es sei noch nicht einmal erwiesen, dass Lubitz zum Absturz-Zeitpunkt im Cockpit gesessen habe.

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Andere Piloten hätten von Turbulenzen in der Absturzgegend an diesem Tag berichtet, ein Luftloch hätte einen Sinkflug unter Umständen erforderlich gemacht. Auf eine genaue Ursache wollte sich van Beveren nicht festlegen.

In Teil 1 Vater des Todespiloten, Günter Lubitz

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