Die Pressekonferenz begann mit einer Erklärung, warum so viele Journalisten draußen bleiben mussten: In erster Linie sei es Platzmangel, in zweiter Linie aber auch die Sicherheit. Journalisten hatten berichtet, dass sie in ihrem Berufsleben kaum so strenge Regeln für die Teilnahme an einer Pressekonferenz erlebt hätten. Viele vermuteten, dass sich der Vater des Lufthansa Piloten, #Günter Lubitz, gegen empörte Angehörige der Opfer schützen wollte. Vor dem Gutachter Tim von Beveren ergriff Günter Lubitz das Wort und nahm zunächst zum viel kritisierten Zeitpunkt der Pressekonferenz Stellung: „Natürlich wussten wir, dass sich heute auf den Tag das Unglück zum zweiten Mal jährt.

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Natürlich haben wir damit gerechnet, dass uns dieser Termin, aus den Erfahrungen der letzten Jahre, übel genommen wird, obwohl uns die Beschimpfungen aufs neue

weh tun.“

Germanwings Absturz: Arztbesuche wegen Augenleiden

Günter Lubitz erklärte weiter: „Ich bin mir sicher, die Reaktionen wären, welchen Tag wir auch gewählt hatten, immer die gleichen gewesen. Wir haben diesen Tag nicht gewählt, um die anderen Angehörigen zu verletzen. Wir haben ihn gewählt, weil er am meisten Gehör für unser Anliegen verspricht. Gehör dafür, dass unser Sohn, zum Zeitpunkt des Absturzes, nicht an Depressionen litt. […] Richtig ist, dass er 2008/2009 an einer Depression litt. Sechs Jahre vor dem #Absturz überwand er diese, er fand zu seiner ursprünglichen Kraft und Lebensfreude zurück, setzte seine Pilotenausbildung fort und schloss diese erfolgreich ab.

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[…] Wir müssen damit leben, dass seine Arztbesuche 2014/2015, die ausschließlich wegen seines Augenleidens erfolgten, gleich wieder als Hilferuf eines Depressiven interpretiert werden.“

Er war ein lebensbejahender, verantwortungsvoller Mensch

Der Vater wörtlich: „Dass diese nichts mit einer aufkommenden Depression zu tun hatten, bestätigt auch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf in ihrem Abschlussvermerk. Ich zitiere: Keiner der der 2014/2015 behandelnden Ärzte, seien es psychiatrische Fachärzte oder sonstige Mediziner, hat bei Andreas Lubitz zu diesem Zeitpunkt eine Depression diagnostiziert. Außerdem hat kein Arzt und Therapeut Suizidgedanken festgestellt oder vom Patienten erhalten. Auch lagen keine Hinweise auf ein fremdaggressives Verhalten vor. Zitatende. Ich möchte hervorheben, dass wir unseren Sohn in den sechs Jahren vor dem Absturz als lebensbejahenden, verantwortungsvollen Menschen erlebt haben. Unser Sohn war zum Zeitpunkt des Absturzes nicht depressiv. Alle Institutionen, die sich mit dem Fall beschäftigt haben, haben sich aber auf einen depressiven Menschen konzentriert und andere Aspekte vernachlässigt.“

In Teil 2 spricht der Gutachter Tim von Beveren.

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