Fast vier Tage war er auf der Flucht: Eine unfassbar schreckliche Bluttat soll der erst 19-jährige Marcel H. aus #Herne am Montag begangen haben. Der unschuldige 9-jährige Jaden soll mit vielen Messerstichen niedergemetzelt worden. Der Täter soll sich blutverschmiert mit seinem Opfer, dem Sohn seiner Nachbarn, fotografiert und im Internet gebrüstet haben. Gestern um 20.20 Uhr geriet die großangelegte Fahndung in einen dramatischen Höhepunkt: Marcel H. stellte sich und machte auf eine nahegelegene Wohnung aufmerksam. Die Wohnung brannte, im Inneren wurde eine weitere Leiche gefunden.

Bei der #Pressekonferenz (PK) der Polizei Dortmund um 16 Uhr wird es Antworten geben, Blastingnews ist hier ab 16 Uhr live dabei:

16:00 Oliver Peiler Polizeisprecher eröffnet die PK

Gregor Lange, Polizeipräsident Dortmund:

Es handelte sich um einen Täter, der wegen seines Vorgehens große Ängste und Sorgen in der Bevölkerung hervorgerufen hat.

Werbung
Werbung

Auch uns ist eine Zentnerlast abgefallen. Den Fahndungsdruck aufzubauen war richtig und wichtig.

16:04 Kerstin Wittmeier, Polizeipräsidentin Bochum:

Man verspürt Erleichterung, aber ich muss feststellen, dass auch ich auf meinem Berufsweg noch nie so einen Fall erlebt habe, Ich spüre bei ganz vielen Menschen im Haus eine große Trauer.

16:08 Ralf Ziegler, Leitender Polizeidirektor:

Um 20.23 Uhr erfolgte die Festnahme, um 20.30 Uhr wurde die zweite Leiche gefunden. Wir hatten an diesem Tag ein sehr hohes Hinweisaufkommen, weit über 1700. Wir haben landesweit Fahndungsmaßnahmen koordiniert.

16.11 Danyal Maibaum, Staatsanwaltschaft Bochum:

Der neunjährige Nachbarsjunge war dem Festgenommenen langjährig bekannt. Der Beschuldigte hatte in dem Imbiss um ein Telefon gebeten, mit dem er selbst die Polizei verständigte.

Werbung

Gleichzeitig wies er auf die Wohnung eines 22-Jährigen hin. Das Opfer wurde mit 68 Messerstichen, sowie Gewalt gegen den Hals zu Tode gebracht. Der Beschuldigte hat beide Taten gestanden.

16.15 Klaus-Peter Lipphaus, Leiter der Mordkommission:

Meine Mordkommission steckt noch mitten in der Arbeit. Uns stehen die letzten Tagen noch ins Gesicht geschrieben. Auf Einzelheiten möchte ich auf Rücksicht auf die Angehörigen nicht eingehen.

Am 6. März suchte der Beschuldigte seine alte Wohnung auf, um sich dort das Leben zu nehmen. Bei sich trug unter anderem die Absage einer Bewerbung bei der Bundeswehr. Er versuchte zunächst sich zu strangulieren. Das funktionierte nicht. Auch ein Versuch mit Grillkohle misslang. Sodann schellte er, nach seinen Angaben spontan, bei den Nachbarn, lockte den Jungen in seinen Keller und tötete ihn mit 52 Messerstichen. Er sendete Fotos von seiner Tat in das Internet.

Als der Tatverdächtige auf der Flucht war, erinnerte er sich an einen weitläufigen Bekannten.

Werbung

Diesem habe er erzählt, dass seine Eltern in ein anderes Bundesland verzogen seien und gefragt, ob er ein paar Tage bleiben kann. Morgens wurde er von dem Bekannten geweckt, der ihn damit konfrontierte, über ihn durch das Internet informiert zu sein. Daraufhin soll der Tatverdächtige den Bekannten mit 68 Messerstichen und Gewalt gegen den Hals getötet haben. Der Beschuldigte habe dann das Foto mit seinem neuem Opfer gefertigt. Er räumt nicht ein, die Fotos ins Internet hochgeladen zu haben. Die Ermittlungen dauern an.

16:26 Antworten auf Journalistenfragen:

Die Spur mit dem Hund scheint ein Fake zu sein. Der Beschuldigte tritt nicht reuevoll sondern eiskalt auf. Man kann ihn als intelligent bezeichnen. Zum jetzigen Zeitpunkt schließen wir weitere Opfer aus. Das Verhalten des Beschuldigten erweckt den Eindruck, dass man ihn forensisch begutachten muss. Einerseits diese Taten, auf der anderen Seite ging er planvoll vor. Der Beschuldigte hat angegeben, dass er zu den Selbstmordabsichten kam, weil er als Spielsüchtiger in der neuen Wohnung kein Internet mehr hatte. Keine Vorstrafen, er soll ADHS haben und arm an sozialen Kontakten sein. Wir haben mit seinen Eltern gesprochen. möchten dazu aber nichts sagen. Er wohnte schon woanders, die alte Wohnung war in der Auflösung begriffen. Wir gehen davon aus, dass er über den Internetzugang seines zweiten Opfers die Fahndungsmaßnahmen beobachtet hat.

Der Beschuldigte redet viel, er diktiert. Es gibt keine Hinweise auf ein Sexualdelikt. Es handelt sich um Übertöten. Die Vernehmung ging über mehrere Stunden. Ein gescheiterter Suizidversuch ist bestätigt. Er hatte Grillkohle entzündet, das Zimmer abgedichtet, allerdings nicht gut genug und dann sei der Feuermelder auch noch losgegangen.

Ende

Noch mehr Verbrechen bei Blastingnews:

Der Axt-Angreifer von Düsseldorf, Pressekonferenz der Polizei

Warum musste Yashin sterben? #Kindermörder