Die junge Kriminalpsychologin und Schriftstellerin #Lydia Benecke ist momentan auf Tour, mit ihrem Programm "Die #Psychologie des Bösen". Aus diesem Anlass möchte ich hier eines ihrer Bücher vorstellen.

"Auf dünnem Eis - Die Psychologie des Bösen" (2013),

beschäftigt sich mit dem Thema Psychopathie, einem Beneckes Spezialgebiete.

Sie schreibt und spricht über die Abgründe der menschlichen Seele, die in allen Gesellschaftsschichten existieren. Geht der Frage nach, was Psychopathie genau ist.

Schnell fällt die Bezeichnung "Psychopath", ohne genau zu wissen, was der Begriff bedeutet.

Typisches Beispiel:

Die Situation vor dem Fernseher, selbst oft erlebt.

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Nachrichten bringen die Meldung eines Mordes, nennen den Täter. Aussagen und Bezeichnungen fliegen umher, wobei zwei Begriffe oft fallen: "Monster" und "Psychopath". Die Menschen, die das äußern, bewegen sich in dem Moment auf sehr dünnem Eis, denn sie haben meistens keine Ahnung oder nur eine Pseudo-Ahnung von der Definition der Psychopathie. Und meistens wird vor solchen Aussagen nicht nachgedacht, weil sie in solchen Situaionen eher emotional impulsiv motiviert sind.

Uns muss klar sein:

Nicht jeder, der Böses tut/getan hat, ist Psychopath. Genauso tut nicht jeder Psychopath Böses. Wie bei vielen Fragestellungen muss auch hier klar differenziert werden. Auch hier dürfen wir nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt verschiedene Psychopathen. Die einen tummeln sich z.B. in Chefetagen großer Firmen, die anderen geraten auf die schiefe Bahn und werden Täter.

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So ist das aber überall in der Gesellschaft. Durch ihre von Natur aus niedrig(er)e Hemmschwelle, sind Psychopathen unter Umständen jedoch schneller bei Mord, als andere Tätertypen.

Der Begriff "Monster" sollte höchstens in Fiktionen fallen. Im Zusammenhang mit realen Menschen ist er Fehl am Platz. So werden Täter von der Gesellschaft abgegrenzt, indem sie einfach als andere, abwegige Spezies betitelt werden. Aber so einfach geht das nicht. Wir können sie nicht weit von uns schieben, indem wir sie als "böse" abstempeln und uns somit automatisch auf die gute Seite stellen. Täter, ob Psychopath oder nicht, entstehen in unserer und auch durch unsere Gesellschaft, das dürfen wir nicht vergessen.

Lydia Benecke gibt uns einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit als Kriminalpsychologin, im Zusammenhang mit Psychopathie. Beschreibt die Charaktereigenschaften, die Grundzüge eines Psychopathen/ einer Psychopathin und zeigt auf, wo der Unterschied zum Rest der Menschheit liegt.

Auch psychopathische Menschen unterscheiden sich voneinander, in ihrem Charakter.

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Sie sind nicht alle gleichermaßen psychopathisch. Lydia Benecke macht auch deutlich, dass die Einteilung von Eigenschaften in "Gut" und "Böse" zu keiner sinnvollen Lösung führen kann. Einen Teil ihrer Patienten stellt sie vor und lässt den Leser an ihren Analysen dieser Menschen teilhaben. So wird schnell klar, wie sich die Lebensweisen dieser voneinander unterscheiden. Der Leser muss einsehen, dass es gar nicht so leicht ist, einen Menschen mal schnell als Psychopathen zu identifizieren. Diese Erkenntnis wird unterstützt, indem die Autorin verschiedene Einschätzungsskalen vorstellt, anhand derer jemand als psychopathisch, oder nicht psychopathisch eingestuft werden kann. Auch kann so der Grad der Psychopathie ermittelt werden, schließlich gibt es auch hier ein Spektrum, das "leicht" bis "schwer" umfasst.

Sie geht der Frage nach, worin die Ursachen liegen, und nicht zuletzt finden sich diese im Gehirn.

Wichtig: Ein Psychopath kann nichts dafür, dass er ein Psychopath ist. Jedoch kann er etwas für sein Handeln. Ein Mensch, der psychopathisch ist, jedoch keine bewusstseinstrübende psychische Erkrankung hat, ist zurechnungsfähig und kann sich für "Gut" oder "Böse" entscheiden. Genauso wie jeder Zurechnungsfähige sich für die eine oder andere Seite entscheiden kann.

Durch moralische Fragen an den Leser wirft das Buch abschließend die berechtigte Frage auf: "Wie viel davon steckt in jedem von uns?". #Kriminalpsychologie