Sexueller Missbrauch und #Missbrauch aller Art ist allgegenwärtig. Missbrauch ist in allen Gesellschaftsschichten vertreten. Dass auch #Kinder missbrauchen, übersteigt die Vorstellungskraft vieler Menschen. Dabei ist es gar nicht so abwegig. Ein erwachsener #Täter hat seine "Lizenz zum Missbrauchen" schließlich auch nicht zum 18. Geburtstag geschenkt bekommen. Es ist die Moralvorstellung, die überstiegen wird.

Es gibt bereits Wohngruppen in Deutschland, teilweise schon seit Jahren, die Kinder beherbergen, betreuen und behandeln, die andere Kinder sexuell missbraucht haben. Deren Taten: Weit jenseits von Doktorspielen. Bis hin zur, teilweise mehrfach, vollzogenen Vergewaltgung, in manchen Fällen spielen auch Gegenstände eine Rolle, ist alles dabei.

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Die jüngsten Täter sind um die 8 Jahre alt.

Missbrauch ... und ein Kind in der Rolle des Täters

Auf einer Wohngruppe für Kinder, die Kinder sexuell missbraucht haben:

Auf den ersten Blick geht es zu, wie in einem gewöhnlichem Wohnheim oder auf einer gewöhnlichen Wohngruppe. Doch wenn man genauer hinsieht und hinhört, fällt auf, dass es sehr strikte Regeln gibt und die Freiheit der Kinder doch eingeschränkt ist. Die Türen sind alarmgesichert, es gibt Überwachungskameras, die Betreuer haben die Kinder ständig im Blick.

Die Kinder durchlaufen festgelegte Phasen im Behandlungsprogramm. Sie können hochgestuft oder heruntergestuft werden, je nachdem, wie sie sich entwickeln. Ebenso können sie auf einer Stufe über längere Zeit verharren, wenn es weder Rückschritte noch Fortschritte gibt. Bis zu einer gewissen Stufe dürfen die Kinder das Gebäude, später das Gelände, nicht ohne Begleitung verlassen.

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Irgendwann kommt jedoch die Stufe, in denen sie lernen müssen, ohne Begleitung, ohne Zwischenfälle, ihren Ausgang zu meistern. Doch das kommt erst ziemlich am Ende des Programmes, das bis zu 2 Jahre gehen kann. Je nach Individuum, Einrichtung und Konzept. Es gibt regelmäßig Therapiegespräche. Hinzu kommen Gespräche, in denen mit dem Kind zusammen die bereits im Team getroffene Entscheidung seiner jeweiligen Einstufung besprochen wird. Die jungen Bewohner sollen mit einbezogen werden, sodass sie lernen, Verantwortung für ihre Taten und für sich zu übernehmen. Auch sollen sie wissen und verstehen, warum sie diesmal z.B. nicht höher eingestuft werden. Nur so können sie wissen, was sie verändern müssen.

Sie sollen sich auch im Klaren darüber sein, wie sich ihr Opfer fühlte und fühlt. Sie sollen sich in ihre Opfer hineinversetzen und verstehen, was sie da angerichtet haben. Die Betreuer müssen auch die Kinder untereinander beobachten. Denn (sexuelle) Übergriffe untereinander sind natürlich naheliegend.

Wenn man diese Kinder genauer kennenlernt, merkt man schnell, wie seelisch unterentwickelt viele von ihnen sind. An ihrem Verhalten, an ihren merkwürdigen Interessen. Aber vor allem merkt man: Es sind Kinder!

Es sind Täter ... aber auch Opfer. Es ist gar nicht so leicht, diese beiden Begriffe voneinander zu trennen. Oft sind sie in einer Person vereint. Nicht nur in Kindern.

Unter den Tätern sind viele Jungen, aber auch Mädchen! Jedoch sind diese natürlich nicht zusammen untergebracht.

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Aus einem Interview mit einem Jungen, in einer Dokumention:

"Glaubst du, du hast dem Kind wehgetan?"

(Betretenes Zubodenschauen) " ... körperlich nicht!"

Dieser Junge hat keine Vergewaltigung vollzogen, sondern ein anderes Kind zu Handlungen gezwungen. Seine Antwort auf die Frage zeigt, dass er verstanden hat und es bereut. Er schämt sich, denn er vermeidet es, direkt zu sagen, DASS er das Kind verletzt hat, seelisch. Er sieht zu Boden.

Dass ein Kind verstanden hat, dass seine Tat falsch war, heißt jedoch keinesfalls, dass die Behandlung erfolgreich beendet und alles wieder gut ist. Es ist aber eine wichtige und gute Etappe in der Entwicklung nach oben.

In den Therapiegesprächen wird/werden die Tat/Taten selbst, aber auch die eigene Vergangenheit bearbeitet. Somit packt man das Ganze an der Wurzel. Jedes dieser Kinder hat ein Schicksal, das sie zu dem gemacht hat, was sie geworden sind. So etwas kommt in der Regel nicht einfach so. Die meisten, wenn nicht sogar die allermeisten, dieser Kinder, wurden selbst missbraucht, oft jahrelang oder sogar ihr ganzes bisheriges Leben lang. Von den eigenen Eltern, einem Elternteil, einem Geschwister, dem Onkel, der Tante, dem Nachbarn, einem/r engen Freund/in der Familie ... .

" ... denn sie wissen nicht, was sie tun."

- Lukas 23,24 -

Ich bin absolut nicht gläubig, doch dieses Bibelzitat eignet sich für dieses Thema.

  • Wissen sie es in dem Fall wirklich nicht?

Ich denke, es kommt, wie immer, auf das Individuum und den Einzelfall an. Es gibt sicherlich solche und solche. Ob man bei Kindern immer gleich von Unzurechnungsfähigkeit sprechen kann, wage ich zu bezweifeln. So sollte man das Zitat, zumindest bei diesem Thema, nicht generell auslegen. In den meisten Fällen entscheiden sich auch diese Kinder bewusst dafür, dies oder das mit diesem oder jenem Kind zu tun. Die meisten von ihnen haben dabei nicht das Ziel, dem anderen Kind wehzutun. Es geht dann nicht um böse Absichten, sondern vielmehr um rücksichtsloses egoistisches Folgen der eigenen Triebe/Impulse. Sicherlich gibt es auch Kinder, die sadistisch veranlagt sind, wofür es wiederum Gründe gibt. Jedoch gibt es immer und überall solche und solche. Die einen kommen öfter vor, die anderen weniger oft. Das sollte jedem geläufig sein.

Es gibt, wenn man von Menschen spricht/schreibt, höchstens ein "In der Regel", nie aber ein "Generell".