Sie wurden verspottet, als veraltet abgetan und doch gibt es ohne sie keine Zivilisation: die Sekundärtugenden. Machen wir uns nichts vor, der Mensch ist per se weder gut noch böse; er ist, was er ist, und das ist in der Regel ein Sowohl-als-als und kein Entweder-oder. Wer meint, die Abschaffung von Regeln und Sitten führe zu mehr Freiheit, dem bleibt die Freude darüber schnell im Halse stecken. Ein Blick in die abendliche Tagesschau kann einen schaudern lassen angesichts dessen, was entsteht, wenn Struktur verloren geht. Das Gegenteil von Regeln ist nicht die Freiheit, sondern die Anarchie mit dem Recht des Stärkeren. Freiheit bedeutet daher nicht die Freiheit von Regeln – sondern die Möglichkeit, Regeln geordnet, gesittet und im Wissen um die menschliche Fehlbarkeit mit der entsprechenden Demut vor dem Nächsten in Frage zu stellen.

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Wo also Freiheit und Zivilisation herrschen sollen, da braucht es Regeln. Die weltweit anerkannteste ist die oft als „Goldene Regel“ bezeichnete Idee, dass man dem anderen nicht das antun bzw. zumuten soll, was man selbst nicht angetan haben will. Für den Alltag braucht man allerdings noch ein paar mehr Richtlinien. Und da kommen nun die Sekundärtugenden ins Spiel. Ich ziehe meine Tugenden aus meinem christlichen Glauben, aus der #Kirche. Doch ich verstehe, dass andere Menschen andere Wege gehen. Dennoch findet man weltweit sehr ähnliche Werte und Handlungsideale. Das sollte uns doch allen einen Hinweis darauf geben, wie universell und wichtig diese sind:

  • Fleiß
  • Treue
  • Disziplin
  • Pflichtbewusstsein
  • Pünktlichkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Achtung vor dem Gesetz
  • Höflichkeit
  • Sauberkeit
  • Gastfreundschaft

In China setzt man seit je her auf diese konfuzianischen Tugenden (五常 wŭcháng):

  • #Menschlichkeit (仁 rén)
  • Rechtes Handeln (義)
  • Sitte (禮 )
  • Wissen (智 zhì)
  • Wahrhaftigkeit (信 xìn)

Übrigens gelten diese Tugenden auch bei uns.

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Freiheit darf nie das Recht des Lautesten sein. Freiheit ist, sich sicher zu sein, dass man sich entfalten kann - auch in der Minderheit - ohne Angst haben zu müssen. Bitte nehmen Sie sich das zu Herzen. Gott segne Sie, ob Sie Christ sind oder auch nicht.