In der Nacht zu Montag wurde gegen 03.30 Uhr aus dem Berliner Bode-#Museum eine 100 kg schwere Riesen-#Goldmünze gestohlen. Es handelt sich um den sogenannten BIG MAPLE, eine Maple Leaf Goldmünzen-Sonderausgabe der Royal Canadian Mint. Die Münze war in 2007 eigentlich eher als Marketinggag der kanadischen Münzprägestätte gedacht, wurde dann aber 5x international verkauft.

Die Goldmünze hat einen aufgeprägten Nennwert (Nominal) von 1 Million Dollar (kanadische Dollar), aber bereits einen Edelmetallwert von über 3,5 Millionen Euro, wenn man alleine das #Gold schmelzen würde. Das müssen wohl auch die Täter gewusst haben.

Über S-Bahn-Gleise Goldmünze entwendet

Die Täter kamen über die am Bode-Museum vorbeigehenden S-Bahn-Gleise, lehnten eine 3 Meter lange Auszugleiter an das Museum und kamen so über ein Steinpodest an ein Fenster, welches Sie aufbrachen.

Werbung
Werbung

Das Fenster führte sie in den Umkleideraum des Sicherheitspersonals. Von dort gingen sie über Flure im Museum rund 100 Meter bis zur ausgestellten 100 kg Goldmünze. Dabei mussten sie auch noch das Stockwerk wechseln. Das Aufbrechen von Türen im Gebäude war nicht notwendig. Wohl mussten sie das Panzerglas um die Münze herum zertrümmern, was die Einbrecher aber nicht vor ein grösseres Problem stellte.

Die Goldmünze wurde dann mit einer Schubkarre abtransportiert. Augenscheinlich wurde die Münze dann aus dem Fenster geworfen, wie an der vermeintlichen Landestelle Vertiefungen im Boden darauf hindeuten. Mit der Schubkarre ging es dann wieder rund 100 Meter neben den Gleisen, bis man die Münze aus einer Höhe von 10 Meter in einen Park fallen ließ und sich selber dort mit einem Seil abseilte. In diesem Monbijoupark dürfte dann vermutlich ein Fahrzeug zum Abtransport gewartet haben.

Werbung

Die Polizei klärt aktuell, ob es sich dabei um ein Fahrzeug handeln könnte, was kurz darauf in Berlin angezündet wurde und abgebrannt ist.

Das Handelsblatt berichtete, dass es sich bei der gestohlenen Münze um eine Leihgabe des Düsseldorfer Immobilienentwicklers Boris Fuchsmann handelt, der die Münze im Jahr 2010 dem Museum auf der Berliner Museumsinsel als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Fuchsmann ist in Immobilienkreisen für seine großen Investments und seine guten Beziehungen zur Ukraine und jüdischen Organisationen bekannt.

Big Maple Leaf vorher bereits 2x in dubiosen Händen

Die Goldmünze BIG MAPLE machte bereits vorher 2x von sich reden: Zunächst hatte ein österreichischer Anlagebetrüger (Auer von Welsbach) die Münze gekauft. Als ihm der Prozess gemacht wurde, wurde die Münze im Wiener Auktionshaus Dorotheum versteigert. Anleger hatten Forderungen von über 900 Millionen Euro im Verfahren gegen den Anlageberater geltend gemacht. In der Dorotheum-Auktion hat ein spanisches Edelmetallunternehmen ORO DIRECT (unter dem Bulgaren Miroslav Schopoff) die Münze ersteigert, die damals im Edelmetallan- und Verkauf tätig waren.

Werbung

Als allerdings die Umsätze der Oro Direct von 11 Millionen Euro p.a. auf über 1 Milliarde Euro im Jahr stiegen, schauten spanische Staatsanwälte einmal genauer hin und nahmen nach Ermittlungen zunächst einmal über 100 Personen vorläufig fest und eröffneten Verfahren wegen Geldwäsche, Betrug, Steuerhinterziehung und Korruption. Oro Direct musste daraufhin den Betrieb einstellen.

Goldmünze BIG MAPLE hat 53 cm Durchmesser

Der Big Maple Leaf hat als Goldmünze einen Durchmesser von 53 cm (wie ein Autoreifen) und ist 3 cm dick. Wegen seines hohen Gewichts und der Unhandlichkeit müssen mehrere Täter am Transport beteiligt gewesen sein. Den Maple Leaf gibt es auch als Jedermann-Goldmünze im Gewicht von 31,1 Gramm (1 Unze) und kostet dann aktuell (Stand 28.3.2017) ca. 1200 Euro. Er ist eine Anlagemünze wie der bekannte Krügerrand. Die Goldmünzen-Diebe aus Berlin waren mit Ihrem Coup mit einfachsten Mitteln (Seil, Schubkarre, Leiter) damit wesentlicher erfolgreicher als gewöhnliche Goldmünzen-Diebe oder Räuber.

Foto: Dorotheum