Im Moment machen unsere Gerichte aber mal ganz viel richtig. Da ist zum einen das Raser-Urteil von Berlin, welches in der Bevölkerung auf riesige Zustimmung trifft. Zum anderen wurde aber auch in #Köln ein Urteil gefällt, bei dem die Zustimmung wahrscheinlich sogar die 100-Prozent-Marke erreicht … außer bei den beiden Betroffenen selbst.

Und das steht fest: Vor einem Einrichtungshaus in Köln waren zwei Männer in ein Handgemenge um eine Umhängetasche verwickelt und konnten erst von der Polizei getrennt werden. In dieser Umhängetasche befanden 15 000 Euro Bargeld. Die Polizei konnte nicht feststellen, wem die Geldtasche gehörte, daher landete das Geld bei der Hinterlegungsstelle des Kölner Amtsgerichts.

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#Justitia sollte dreist aufs Kreuz gelegt werden

Gegen beide Männer wurden Ermittlungsverfahren geführt und eingestellt, woraufhin sich die beiden Männer gegenseitig verklagten, um an die 15 000 Euro zu kommen. Aber, und hier wird es völlig absurd, keiner von beiden will der Besitzer des Geldes sein.

Beide präsentierten Geschichten, die Gerechtigkeitsgöttin Justitia wohl zu einem schallenden Lachen gebracht haben dürften. Das eine Schlitzohr erklärte, er habe das Geld für einen Bekannten aufbewahren sollen. Den Gegenspieler habe er erst in der Straßenbahn auf dem Weg zum Einrichtungshaus kennengelernt. Als er auf die Toilette gemusst habe, sollte der neue Bekannte für ihn auf die Geldtasche aufpassen, habe sich aber dann mit der Tasche aus dem Staub gemacht.

#Gericht sah viele Fragen offen

Das andere Schlitzohr hatte eine nicht minder fantasievolle Geschichte.

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Demnach hatte er den anderen Mann am Bahnhof getroffen, um von ihm für ein Familienmitglied einen Zementmischer zu kaufen. Angesichts dessen habe sich das Landgericht mit vielen offenen Fragen konfrontiert gesehen, so Gerichtssprecherin Miriam Müller. Am Ende habe es sich nicht mehr feststellen lassen, welcher der Männer dem anderen das Geld entwendet oder entrissen habe. Auch Zeugenaussagen hätten nicht weiter helfen können.

Die Entscheidung:

Fest stand nur, dass beide Männer Schlitzohren waren, weil der eine mit Schwarzgeld unterwegs war und der andere gelogen hatte, weil es nicht sein Geld war. Das Urteil des Kölner Landgerichts hat somit einen großen Schmunzelfaktor: Keiner hatte mit seiner Klage Erfolg, das Geld bleibt in der Verwahrung des Amtsgerichts.

Ein weiterer Fall vor dem Kölner Landgericht: Muss ein Mobbingopfer in die geschlossene Psychiatrie?

Und was passiert vor Gericht mit dem Verursacher eines Massencrashs an Heiligabend mit einer Toten?