Die Zubereitung von Nahrung im Ton, oder mit Kochgeschirr aus Ton geht weit in die Vergangenheit zurück. Archäologen haben bei Ausgrabungen entdeckt, dass Jäger ihre Beute schon zu früheren Zeiten mit einen Tonmantel umhüllten, um sie in der Glut des offenen Feuers zu garen.

Schmorgefäß zum Garen der Speisen im eigenen Saft

Der wohl bekannteste Vertreter des Kochgeschirrs aus irdenem Material, in unseren Breiten, ist der #Römertopf. Ein rechteckig, abgerundeter Topf mit einem Deckel aus Ton. Seinen Namen erhielt dieses Schmorgefäß durch die Römer, da sie das Garen von Speisen im eigenen Saft perfektionierten, und Ton dem Eisen vorzogen.

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In der Neuzeit erlebte Römertopf in Westeuropa, in den 1970er und 1980er Jahren seine Blütezeit. In Nordafrika, Japan und der Schweiz werden Speisen auch heute noch in Kochgeschirr aus Ton zubereitet.

Fleisch wird im Ton und im Römertopf zarter

Die Vorteile des Garens im Ton oder Tontopf liegen in der minimalen Zugabe von Flüssigkeit, wodurch der Geschmack, der Saft und das Aroma, sowie die Nährstoffe fast vollständig erhalten bleiben. Die Zubereitung kann bei nahezu allen Gerichten ohne Zugabe von Fett erfolgen. Im Tontopf können die Speisen, auch sehr lange ohne Qualitätsverlust, warm gehalten werden, da der Topf das Austrocknen durch die eigene Feuchtigkeitsregulierung verhindert. Fleisch wird im allgemeinen zarter als bei anderen Zubereitungsmethoden.

Zu beachten ist bei neuen Römertöpfen, dass sie nicht sofort gebrauchsfertig sind, sondern, dass sie vor Gebrauch mindestens 15 Minuten gewässert werden müssen.

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Tontöpfe entwickeln entsprechend der Häufigkeit ihrer Verwendung eine natürliche Patina, die das Eindringen von Wasser in den Ton verhindert. Wenn die Patina soweit entwickelt ist, braucht keine Wässerung des Toptopfes mehr vorgenommen werden. Ton und Keramik können bei abrupten Temperaturunterschieden zerspringen, daher nie mit kalter Flüssigkeit aufgießen oder auf kalte oder nasse Flächen stellen.

Vollkornbrot wird im Römertopf lockerer

Die Verwendung von Tontöpfen ist vielfältig. Sei es als Brotkasten oder zur Aufbewahrung von Knoblauch und Zwiebel in der Küche. Auch Vollkornbrot lässt sich sehr gut im Römertopf backen, da es aufgrund der guten Wärmespeicherung zu einem lockeren Ergebnis führt. Mikrowelle und Geschirrspüler schaden diesem archaischen Kochgerät auch in keiner Weise. Zur Reinigung empfiehlt der Hersteller das Auskochen mit Essig.

Lammkeule im Tonmantel mit Ofengemüse

Zutaten:

2 kg Lammkeule ohne Knochen

Knoblauch, Salz, Pfeffer, Thymian, Rosmarin

Öl zum Anbraten

2 kg Ton (lebensmittelecht)

Zwiebel

Ofengemüse:

Paprika Zucchini Melanzani Zwiebel

Zubereitung:

1.

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Das Lamm mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Thymian würzen, danach kurz in der Pfanne etwas anbraten.

2. Den Ton dünn ausrollen und mit Kräutern sowie Zwiebelringen belegen. Anschließend das Lamm draufsetzen. Den Tonmantel gut verschließen. Unbedingt den Kerntemperatur-Fühler einstechen und danach im Rohr bei 200 °C braten, bis 89 °C Kerntemperatur erreicht ist. Je nach Größe und Dicke wird es ca. 3 Stunden benötigen.

3. Für das Ofengemüse das Gemüse schneiden und im Rohr für 30 Minuten bei ca. 200 °C - gemeinsam mit dem Lamm - mit garen lassen.

4. Sobald das Fleisch fertig ist, aus dem Ofen nehmen und den Ton mit einem Hammer zerschlagen #Essen #Kochen