Jeder zweite Schüler in Deutschland wurde innerhalb der letzten 6 Monate mindestens einmal gemobbt. Dies belegte schon 2015 die Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes (KFN) Niedersachsen.

Mobbing nimmt zu

Während nahezu alle kriminologischen Statistiken einen Rückgang der allgemeinen Kriminalität zeigen, so nimmt die Zahl der Mobbingopfer beständig zu. Dies ist natürlich nicht zuletzt den Möglichkeiten geschuldet, die soziale Netzwerke und Gruppenkommunikationsdienste wie WhatsApp und Snapchat bieten.

Das KFN hatte zwei Jahre lang ca. 10 000 Neuntklässler in ganz Niedersachsen befragt und somit den Anspruch erhoben, dass ihre Studie repräsentativ sei.

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Vermutlich lassen sich die Zahlen auch auf jedes andere Bundesland übertragen. So hatten 44,1 Prozent aller Schülerinnen und Schüler angegeben, mindesten einmal im letzten halben Jahr gemobbt worden zu sein.

Die 2016 veröffentlichte JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest liefert hier noch eine viel erschreckendere Zahl: 34% der befragten Zwölf- bis 19-Jährigen gibt an, jemanden zu kennen, der per Handy oder Netz massiv unter #Mobbing leitet oder gelitten hat. Dies betrifft bei weitem nicht nur Mädchen. Zwar ist hier der Anteil mit 37% noch höher als bei den Jungs (31%), dennoch ist das Phänomen geschlechtsunabhängig.

Natürlich bleibt es schwierig die vorliegenden Studien miteinander zu vergleichen, da die zugrunde liegenden Definitionen von (Cyber)Mobbing - z.B.

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im Bezug auf Ausmaß und zeitlichen Rahmen – schlicht sehr stark voneinander abweichen. Ein Bild geben sie jedoch durchaus: Die Häufigkeit von Mobbing nimmt exorbitant zu.

„Ein regelrechter Riss zwischen Stadt und Land“

So meldet sich jetzt auch Johannes Schmidt, Präsidenten des niedersächsischen Kinderschutzbundes, zu Wort. In der Nordwest-Zeitung geht er auf ein spezielles Phänomen ein:“Immer mehr Bauernkinder werden gemobbt. Viele Eltern wenden sich über Sorgentelefone verzweifelt an den Kinderschutzbund. Diese Angriffe auf Kinder sind einfach nur beschämend.“ Schmidt bezeichnet dies als „Katastrophe“. Auf Zetteln oder Schildern steht: „Deine Eltern sind Mörder!“. Es handele sich um ein flächendeckendes Problem, besonders aber in Regionen mit einer hohen Zahl von Tierzuchtbetrieben, erklärt auch Landvolk-Sprecherin Gabi von der Brelie, und spricht dabei von „regelrechter Sippenhaft“.

Diverse Antimobbing-Programme sollen gegensteuern

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Präventions-Konzepten, die sowohl Mobbing im Allgemeinen aber Cybermobbing im Speziellen verhindern sollen.

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Doch können diese nicht flächendeckend in den #Schulen angewendet werden. Es bräuchte ausgebildete Spezialisten an jeder Schule und dementsprechende Vertrauensleute in allen Betrieben. Nur so wäre dem Problem ganzheitlich entgegenzutreten.

Jugendliche helfen Jugendlichen

Die sieben Landesmedienanstalten gehen in einem gemeinsamen Projekt jetzt einen anderen Weg. Auf der Internet-Plattform juuuport.de finden Betroffene Hilfe von anderen Jugendlichen. Diese fungieren als sogenannte Scouts, speziell ausgebildete #Jugendliche, die auf Wunsch auch per E-Mail beraten.

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