"Finis Germania" bedeutet so viel wie "Das Ende Deutschlands". Das gleichnamige #Buch von Rolf Peter Sieferle wäre vermutlich nur von Leuten aus dem Pegida- und AfD-Lager gelesen worden, die ohnehin schon daran glauben, dass es so kommen wird. Dazu trägt auch der Verlag bei, in dem es erschienen ist. Es handelt sich um den "Verlag Antaios" des rechten Vordenkers Götz Kubitschek, dem eine besondere Nähe zu Björn Höcke nachgesagt wird.

Rolf Peter Sieferle, der Autor des Buches, ist hingegen ähnlich wie Thilo Sarrazin jemand, der aus der Mitte der Gesellschaft stammt: Ab 1991 war er an der Universität Mannheim Geschichtsprofessor, ab der Jahrtausendwende lehrte er an der Universität St.

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Gallen in der Schweiz. Erst ab 2014 fiel er kontinuierlich mit rechten Thesen auf, die sich außerhalb des moderaten Konservatismus bewegten, dem er bis dato eher zuzurechnen war.

Eine posthum veröffentlichte Abrechnung mit der Migrationspolitik

Am 17. September 2016 verübte er schließlich in tiefer politischer Verbitterung Suizid. Seine Schriften sind auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin posthum im "Verlag Antaios" erschienen und behandeln vornehmlich das Thema Migration. "Finis Germania" liest sich derweil wie eine unwissenschaftliche Variante von Sarrazins "Deutschland schafft sich ab". Es geht Sieferle weniger darum, auch die letzte Statistik aus dem hintersten Archiv hervorzutragen, um seine Thesen zu untermauern. Sieferle beschreibt nüchtern, sachlich und leicht lesbar das, was er als politische Realität empfindet: Ausnutzung des Sozialstaats, Masseneinwanderung, Islamisierung und Werteverfall.

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Angenehm ist die Lektüre dennoch nicht: Das Bild, das Sieferle zeichnet, ist pechschwarz und die Umstände, die er beschreibt, sind jedenfalls in Teilen nicht mehr zu leugnen.

Auf Amazon ein Hit

Aktuell befindet sich das rechte Nischenbuch in der Amazon-Kategorie "Bücher" auf Platz 1. Wie konnte es dazu kommen? Ursächlich dafür ist wohl die NDR-Bestenliste "Sachbücher des Monats", die gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung herausgegeben wird. In der dortigen Jury gab Johannes Saltzwedel, SPIEGEL-Redakteur, seine gesamten Stimmen für "Finis Germania" ab und drückte es so auf die Liste - sehr zum Ärger der übrigen Juroren. Saltzwedel begründete den vom Feuilleton scharf kritisierten Schritt damit, dass er eine Debatte über das Buch anregen wolle. Über die Debatte fand eine breite Berichterstattung statt.

Das Anregen einer Debatte ist Saltzwedel wohl geglückt: Ganz Deutschland redet über "Finis Germania". Schon jetzt sind in fast allen namenhaften Medien Besprechungen zu finden, in denen das Buch praktisch einhellig in der Luft zerrissen wird. Ob das die tausenden Käufer des Werkes genauso sehen? Bei Amazon kommt das Buch derzeit auf 4,5 Bewertungssterne. #Flüchtlinge