Vor 33 Jahren starb der Serienmörder Ed Gein in einem Sanatorium. Er galt als einer der skrupellosesten #killer seiner Zeit - und war Vorbild für einige große Horrorfilm-Klassiker.

Ed Gein wurde 1901 in einer kleinbürgerlichen Familie in Plainfield, Wisconsin geboren. Er verlebt dort eine einsame Kindheit unter dem starken Einfluss einer dominanten, stark religiös geprägten Mutter, die Gein schon in jungen Jahren immer wieder eintrichterte, dass alle sexuellen Belange sündig seien und er sich von ihnen fernhalten solle. Der Einfluss seiner Mutter sollte noch lange Zeit Bestand haben - bis zum ihrem Tod im Jahre 1945.

Zu dieser Zeit war Ed Gein ein 39-jähriger Junggeselle, der emotional noch stark unter den Einflüssen seiner frühen Kindheit litt.

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Aufgrund staatlicher Zuschüsse war es Ed Gein möglich die Farmerei auf dem heimischen Bauernhof aufzugeben. Er verlegte sich stattdessen darauf, in der lokalen Community kleinere Jobs und Dienste zu verrichten. Doch er lebte weiterhin in dem übergroßen Farmhaus der Familie, das zunehmend verfiel. Das Schlafzimmer seiner Mutter hielt er verschlossen, um es in dem Zustand zu konservieren, wie sie es zuletzt verlassen hatte. Ebenso versiegelte Gein einige weitere Räume in den oberen Etagen des Farmhauses und lebte selbst nur im Untergeschoss und der Küche.

In gleichem Maße, wie er Räume im Hause versiegelte und verschloss, brachen sich in seinem inneren Gedanken und Begehrlichkeiten Bahn, die er lange unterdrückt hatte. Er entwickelte ein krankhaftes Interesse an intimen Details des weiblichen Körpers - und versuchte dieses Interesse mit Medizinbüchern, Groschenromanen und entsprechenden Magazinen zu stillen.

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Insbesondere entwickelte er ein Interesse an Verbrechen der Nationalsozialisten, die an KZ-Häftlingen medizinische Experimente durchgeführt hatten.

Es begann mit Grabschändung

Doch die Bücher und Magazine konnten seine krankhaften Bedürfnisse alleine nicht befriedigen. Gein ging dazu über, weibliche Leichname nachts auf Friedhöfen in Wisconsin auszugraben. Er - so sollte er später zu Protokoll geben - zerlegte die Körper, um einige Körperteile wie Kopf, Genitalien, Leber oder Herzen zu behalten. Er entfernte anschließend die Haut von den Körpern der Leichname, um sie auf der heimischen Farm über Schneiderpuppen zu legen oder sie sich selbst als Kleidungsstück anzuziehen und damit durchs Haus zu tanzen.

In der Folge zog er sich immer weiter aus dem Alltagsleben und der örtlichen Community zurück und verschloss sich schließlich vollkommen in der immer weiter verfallenden elterlichen Farm. Im Jahr 1954 wurde klar, dass Geins Faszination an weiblichen Körpern sich nicht mehr alleine auf bereits tote Individuen beschränkte.

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Seine Opfer waren häufig Frauen, im Alter seiner verstorbenen Mutter. Unter ihnen war Mary Hogan, eine Frau, die 1954 spurlos verschwand, nachdem sie ihre Arbeit in der örtlichen Bar beendet hatte oder Bernice Worden, eine Frau in den späten Fünfzigern, die in der örtlichen Mall einen kleinen Werkzeugladen betrieb und 1957 verschwand.

Die Polizei nahm in der Folge zügig Geins Spur auf, u.a. auch weil Ed Gein an den Tagen im Dorf gesehen wurde, als beide Frauen verschwanden. Bei der Durchsuchung der Geinschen Farm entdeckten sie dann schließlich das gesamte Ausmaß des Schreckens: Im Holzlager des Bauernhofes wurde der nackte, enthauptete Körper von Bernice Worden gefunden. Der Körper hing kopfüber an einem Fleischhaken und war an der Frontseite von oben nach unten aufgeschnitten worden.

Ein Haus des Schreckens

In der Wohnung setzte sich der Horror fort: In der Küche ein menschlicher Kopf, der offenbar als Suppenschale gedient hatte. Im Wohnzimmer hatte Geins einen Tisch aus Menschenknochen gebaut und im Kühlschrank lagerte er menschliche Organe. Im Schlafzimmer von Geins waren auf den vier Bettpfosten vier Köpfe aufgespießt und im Schuhschrank fanden die Ermittler zuletzt eine ganze Box mit weiblichen Genitalien. Die wohl erschreckendste Entdeckung aber waren mindestens 10 auf Schneiderpuppen aufgezoge Menschenhäute - Geins gab später an, sich diese zeitweise übergezogen zu haben, durchs Haus gelaufen zu sein und seine eigene Mutter imitiert zu haben. Die genaue Zahl der Opfer konnte er jedoch bei ersten Befragungen nicht präzise erinnern.

Die Berichte von den grausamen Taten Geins rief Entsetzen auf allen Seiten hervor. Im Jahre 1957 berichteten das Life und das Time Magazine in Titelgeschichten über das “Horrorhaus” der Geins.

Geins selber plädierte bei dem anschließenden Prozess auf Schuldunfähigkeit. Er verbrachte zunächst 10 Jahre in der Psychiatrie, bevor ein Gericht ihn für prozessfähig ansah. Ed Geins wurde im sich anschließenden Prozess als schuldig verurteilt, gleichzeitig jedoch als geisteskrank eingestuft. In der anschließenden Sicherheitsverwahrung starb er schließlich im Alter von 77 Jahren.

Gein erlangte über die Grenzen Wisconins hinaus Bekanntheit, da seine Taten die Basis für den Horror-Klassiker “Psycho” lieferten. Der Filmcharakter des Norman Bates ist explizit an Ed Gein angelehnt. Auch die Filme "Maniac" und "Carrie" wurden durch die Taten Geins inspiriert und entwickelten sich zu Horrorklassikern. Der größte Horror bleibt aber wohl das, was sich ganz real in den 1950ern auf der kleinen Farm in Wisconsin abgespielt hatte. #Mord #krimi