Auf das Konto des selbst ernannten Zodiac-#killer gehen mindestens fünf Morde in Kalifornien zurück, die sich im Zeitraum 1968-1969 ereigneten. Der Zodiac-Killer erlangte Berühmtheit, weil er mittels Briefen, die er an lokale Medien versendete, wiederholt die Polizei vorführte und verhöhnte. Trotz intensiver Ermittlungen und Vernehmung von zahlreichen Tatverdächtigen, konnte der wahre Täter bis heute nicht ermittelt werden. Die Geheimnisse und Mythen, die die Taten umranken sind Quelle zahlloser Bücher - auch in zahlreichen Filmen wurden Theorien und Hergänge rekonstruiert.

Der erste Zwischenfall ereignete sich am 20 Dezember 1968, als der 17-jährige David Faraday und seine 16 Jahre alte Freundin Betty Lou Jensen am Ufer des Lake Herman erschossen wurden.

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Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, Motiv oder einen Verdächtigen für die Tat zu identifizieren. Die Tat sollte nicht die letzte des Killers bleiben. In den frühen Morgenstunden des 5. Juli 1969 wurden Dariene Ferrin und ihr Freund Mike Mageau angegriffen. Auch sie hatten sich zum Tatzeitpunkt in einer abgelegen Örtlichkeit befunden, als sich ein Mann mit Taschenlampe näherte und kommentarlos das Feuer auf sie eröffnete. Ferrin verstarb vor Ort, Mageau wurde schwer verletzt. Nur eine Stunde nach der Tat erhielt die Polizei einen Anruf, der Ort und Zeitpunkt angab und mit ruhiger Stelle die Verantwortung für diese Tat und den vorangegangen #Mord übernahm.

Trotz dieses Anrufes und einer detaillierten Täterskizze, die Mike Mageau bei der Polizei angab, konnten in den Ermittlungen keine Fortschritte erzielt werden.

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Der Zodiac meldet sich

Am 1 August 1969 erhielten sowohl der "San Francisco Examiner", der "San Francisco Chronicle" und der "Vallejo Times-Herald" handgeschriebene Briefe. Alle Exemplare beginnen mit den gleichen Worten: "Liebe Redakteure: Ich bin der Killer der Teenager am Lake Herman”. Die Briefe schilderten die Tat in großem Detail und beinhalteten Aspekte, die nur dem Täter bekannt sein konnten. Weiterhin drohte der Absender damit weitere Taten auszuführen, wenn sein Schreiben nicht auf der Titelseite der Zeitung veröffentlicht werden würde. Alle Briefe endeten mit einem mysteriösen Zeichen: Einem durchgestrichenen Kreis und einem Zahlenrätsel, das angeblich seine Identität verraten könne.

Noch während die Polizei seine Spur unter Zuhilfename des FBI aufnahm, wurden weitere Briefe vom Killer ausgesendet. Der Brief begann: “Liebe Redakteure, hier spricht Zodiac”. Neben weiteren Details der Tat begann sich der Täter über das Unvermögen der Polizei zu amüsieren, die bisher seine Rätsel nicht lösen konnte.

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Durch die Zahlen- und Buchstabenrätsel, die auch in der Zeitung veröffentlicht worden waren, begannen zunehmend Bürger damit, den Code knacken zu wollen. Es gelang schließlich dem Lehrer Donald Harden die ersten Worte zu entschlüsseln: “Ich töte gerne, denn es macht mir die größte Freude.”

Trotz sich häufender Beweise, darunter Fingerabdrücke, dem durch Mageau erstellten Täterprofil, der dechiffrierten Nachricht und zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung gelang es der Polizei weiterhin nicht, den Täter zu identifizieren.

Der Killer kehrt zurück

Am 27 September 1969 schlug der Zodiac dann wieder zu. Wieder hatte er sich ein junges Pärchen gewählt. Cecilia Shepard und Bryan Hartnell verbrachten einen entspannten Abend am Ufer des Lake Berryessa, als sie der Zodiac-Killer überrumpelte und sie fesselte, bevor er sie brutal mit einem Messer traktierte. Er hinterließ einen durchgestrichenen Kreis auf dem Auto seiner Opfer als Zeichen an die Polizei. Seine Opfer waren beide in einem kritischen Zustand, jedoch noch am Leben, als der Rettungswagen eintraf. Shepard starb jedoch noch auf dem Weg ins Krankenhaus und erlag ihren Verletzungen.

Nicht einmal zwei Wochen später, fiel der nächste Mensch dem Zodiac-Killer zum Opfer. Er erschoss den 29 jährigen Taxifahrer Paul Stine in San Francisco. Sowohl das Opfer als auch der Tathergang passten nicht ins Täterprofil - die Polizei ordnete die Tat daher zunächst als Raubüberfall ein. Während der Ermittlungen vor Ort wurden mehrere gravierende Verfahrensfehler begangen, die unter anderem dazu führten, dass zwei Polizeibeamte dem Zodiac-Killer offenbar gegenüber standen, ihn jedoch nicht erkannten, da sie falsche Schilderungen seines Aussehens erhalten hatten. Als jedoch drei Tage später ein Brief in San Francisco eintraf, der die Tat schilderte, Bezug auf die Begegnung mit den Polizisten nahm und einen blutigen Fetzen des T-Shirts des Opfers mit beinhaltete, wurden die Ermittler wieder einmal eines besseren belehrt. Das schockierendste war jedoch nicht der blutige Fetzen, der dem Brief beigefügt war, sondern die Drohung, die am Ende des Briefes folgte. Dort äußerte der Zodiac Killer die Absicht, einen ganzen Schulbus zu entführen und die Insassen zu ermorden. Weitere Briefe, in denen der Täter der Öffentlichkeit Wort- und Zahlenrätsel aufgab folgten. Doch trotz der dadurch immer weiter zunehmenden Indizien- und Beweislage, die sogar bis hin zur Anfertigung eines Phantombildes reichte, gelang der Polizei kein weiterer Fortschritt.

Raum für viel Spekulation

Bis heute konnte der Killer nicht gefasst werden - ein Umstand der für viele Theorien und Spekulationen Anlass gab. Der Autor und Mitarbeiter des "San Francisco Chronicle", Robert Graysmith, beschäftigte sich in zwei Büchern mit den Geschehnissen und identifizierte schlussendlich einen Mann namens Arthur Leigh Allen als wahrscheinlichen Täter. Allen hatte sich bereits vor den Taten öfters als Zodiac bezeichnen lassen, war zudem an mehreren Abenden, an denen Morde verübt wurden, außer Haus unterwegs gewesen. Jedoch stimmten weder DNA-Analysen noch Schriftauswertungen mit denen des Täters überein. Im Jahre 2014 wurde schließlich das Buch “The most dangerous Animal” veröffentlicht, in dem der Autor Gary Stewart angibt, dass sein Vater, Earl van Best Jr, der Zodiac Killer war. Tatsächlich gibt es eine frappierende Ähnlichkeit zwischen van Best Jr und dem von der Polizei in San Francisco angefertigten Phantombild. Einen letzten Beweis konnte aber auch Stewart nicht erbringen.

Die Ereignisse rund um den Zodiac bleiben so rätselhaft, wie die Code-Rätsel, die der Killer seinen Verfolgern immer wieder aufgab.