In den Jahren 1939 bis 1940 ermordete die italienische Serienmörderin Leonarda Cianciulli drei Frauen und verarbeitete ihre Überreste in Plätzchen und Seife. Sie erwarb sich in der der italienischen Presse aufgrund dieses Vorgehens den Beinamen “Die Seifenmacherin von Correggio.”

Die Morde an sich sind schon erschreckend genug. Das Motiv, aus dem sie die Taten begang, lässt einem jedoch das Blut in den Adern gefrieren.

Aberglauben als Motiv

Leonarda Cianciulli war nach allen Maßstäben eine abergläubische Frau. Sie heiratete im Jahre 1917 einen Verwaltungsbeamten, gegen den Wunsch ihrer Familie. Leonardas Mutter war darüber so erbost, dass sie das junge Paar mit einem Fluch bedachte.

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Zwar ist der Inhalt dieses Fluchs bis heute nicht überliefert - Leonarda verlor aber von ihren 17 Schwangerschaften insgesamt 13 Kinder. Nur vier überlebten.

Zu Leonarda Cianciullis Angst trugen Vorhersagen eines Wahrsagers weiter bei, der ihr als junge Frau prognostiziert hatte, alle ihre Kinder würden vor ihr versterben. EIn weiterer Wahrsager hatte ihr diagnostiziert: “In deiner rechten Hand sehe ich ein Gefängnis, in deiner linken eine Psychatrie.”

Im Jahre 1939 informierte ihr ältester Sohn sie darüber, dass er mit der italienischen Armee im zweiten Weltkrieg kämpfen wolle. Der Gedanke, noch einen weiteren Sohn zu verlieren, ließ in Leonarda den Wunsch wachsen, ihn um jeden Preis schützen zu wollen. In ihr wuchs die Überzeugung, dass sich dies nur über ein Opfer - ein menschliches Opfer - gewährleisten ließe.

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Sie begann damit, sich ihre Opfer zu suchen.

Es traf sich dabei gut, dass Leonarda selber als Wahrsagerin in ihrem Dorf praktizierte. Ihre Klienten vertrauten ihr und waren für ihren Plan perfekte Opfer. Leonarda wählte drei Frauen aus - Faustina Settie, Francesca Soavi und Virginia Cacioppo. Den Frauen gab sie jeweils einen Anlass, das Dorf für einige Tage zu verlassen - einen zukünftigen Ehemann in Faustinas Fall, das Versprechen Arbeit zu finden im Falle von Francesca und Virginia. Sie überzeugte die Frauen zusätzlich Briefe an ihre Angehörigen zu schreiben, in denen sie angaben, es ginge ihnen gut. Eine letzte Bitte: Die Frauen sollten sich vor ihrer Abreise jeweils zu einer letzten Sitzung bei ihr einfinden.

In diesen Sitzungen verabreichte Cianciulli den Frauen mit Schlafmitteln versetzten Wein - und erschlug ihre wehrlosen Opfer anschließend brutal mit einer Axt.

Ihre Opfer machte sie zu Plätzchen

Faustinas Körper teilte sie anschließend in neun Einzelteile. Sie sammelte das Blut in einem Behältnis auf und löste den Körper in Säure auf, um anschließend aus dem Fett Seife herzustellen.

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Das Blut verwendete sie, um, gemixt mit Mehl, Zucker, Schokolade, Milch und Margarine, kleine Cupcakes herzustellen, den sie u.a. ihren Nachbarn servierte.

Auch mit den Körpern ihrer anderen Opfer verfuhr sie auf gleiche Weise. Ihr makaberer Hinweis vor Gericht: Die Cupcakes aus Virginias Blut hätten am besten geschmeckt. Der Körper dieser Frau habe wirklich süßlich geschmeckt, so Leonarda.

Die Mörderin wird gefasst

Leonarda wurde schließlich gefasst, da Virginias Schwägerin misstrauisch geworden war, und dem Verschwinden nachgegangen war. Die Polizei ermittelte und konnte rekonstruieren, dass Virginia zuletzt gesehen wurde, als sie Leonarda Cianciullis Haus betrat. Cianciulli gestand ihre Verbrechen - ging sogar soweit die grauenhaften Details ihrer Tat vor Gericht selbst auszuführen.

Sie wurde schließlich zu 30 Jahren Gefängnis und 3 Jahren Psychiatrie verurteilt. Auch in dieser Hinsicht hatte die Wahrsagerin also recht behalten. #Mord #Verbrechen #killer