Ein luzider Traum wird auch Klartraum oder Wachtraum genannt. Im Gegensatz zu einem normalen Traum, ist sich die Person bewusst, dass sie gerade träumt. So ist man seinem Traum nicht mehr „ausgeliefert“. Die Person, die einen Klartraum hat, kann darüber entscheiden, was geschehen soll und das nächtliche Kopfkino frei gestalten. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Jeder Mensch kann diese Fähigkeit erlernen. Manche Menschen hatten sogar bereits luzide Träume, ohne sie bewusst herbeizuführen. Doch ob bewusst oder zufällig ausgelöst – diejenigen, die bereits luzid geträumt haben, sind überwältigt von dem Gefühl, wenn man im Traum plötzlich bewusst wird und erkennt: „Ich träume gerade!“

Ab diesem Zeitpunkt wechselt man vom Autopiloten zum aktiven Gestalter und erlangt den freien Willen zurück, den man beim Einschlafen abgegeben hat.

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Der eigene Traum kann nun wie ein Film gestaltet werden und der Träumende ist der Regisseur. Das Beste daran ist, dass sich die Träume trotz dem Bewusstwerden sehr real anfühlen und man seine Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen kann. So kann man beispielsweise über eine duftende Blumenwiese gehen, über atemberaubende Landschaften fliegen, in tiefen Meeren tauchen oder auch fremde Welten erkunden und erschaffen. Ob ein Wanderer in den Bergen, ein Astronaut oder ein Magier. Wer #Luzides Träumen beherrscht, kann sich aussuchen, wer er in seinem nächtlichen Abenteuer sein möchte und was er erleben will.

Luzides Träumen und sein praktischer Nutzen

Nicht nur zum Vergnügen und dem Erleben von Abenteuern ist das luzide Träumen geeignet. Der Nutzen, im Schlaf bewusst zu werden, ist wesentlich größer.

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So können beispielsweise Tänzer ihre Choreografien im Traum üben, ohne Angst vor Verletzungen haben zu müssen. Jemand, der Angst vor Spinnen hat, kann sich dieser Angst stellen und bei Unbehagen die Situation einfach ändern. Künstler, Schriftsteller und Musiker haben die Möglichkeit, sich in ihren luziden Träumen Inspiration zu holen und ihre Werke zum Leben zu erwecken.

Doch auch auf psychologischer Ebene weist das Klarträumen einen großen Nutzen auf. Personen, die regelmäßig Albträume haben und im schlimmsten Fall nicht mehr gerne oder gut schlafen können, haben in einem bewussten Traum die Möglichkeit, ihre Ängste zu erforschen. So können verdrängte Themen, die sie nachts beschäftigen, betrachtet und in etwas Positives verwandelt werden. Menschen, die Traumata erlebt haben, können sich der Situation nochmals stellen und die Handlung verändern. Wurde man beispielsweise Opfer eines Raubüberfalls, so kann man im Traum den Täter mit übersinnlichen Kräften entwaffnen und besiegen oder gar dafür sorgen, dass dieser gar nicht erst zum Täter wird.

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So kann sich der Träumende seinen eigenen Dämonen stellen, ohne für ihn gefährliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Zum Glück hat nicht jeder regelmäßig unruhige Nächte. Auch für Menschen, die sonst gut schlafen, ist das luzide Träumen eine spannende Sache. Anstatt sich überraschen zu lassen, was einen in der nächsten Nacht erwartet, kann ein luzider Träumer sich seine Wünsche und Träume erfüllen, die im Wachzustand schwer oder gar nicht zu erreichen sind. Einen Tag mit dem Lieblingsstar verbringen? Kein Problem! Das Lieblingsland bereisen, die Welt in neue Farben tauchen, auf einem Fabelwesen reiten oder ein Dinner auf den Wolken? Wer das luzide Träumen beherrscht, befreit sich während der Nacht von allen Limitierungen. Klarträume öffnen die Tür zu grenzenloser Freiheit und der eigenen Schöpferkraft.

Übung macht den Meister

Das ist auch beim luziden Träumen nicht anders. Wann man den ersten Klartraum erlebt, ist von Person zu Person unterschiedlich. Wichtig ist, die Übungen täglich mehrfach zu wiederholen. So kann der Verstand lernen, den Traumzustand zu hinterfragen und in einen bewussten, luziden Traum zu wechseln.

Es gibt Menschen, die bereits nach kurzer Zeit ihren ersten Klartraum haben. Andere müssen viel üben. Eines haben jedoch alle gemeinsam – wenn sie es wirklich wollen, können sie es erlernen!

Also gib nicht gleich auf, wenn es nicht sofort klappt, sondern trainiere fleißig weiter. Irgendwann wird deine Mühe sich auszahlen. Und glaube mir, wenn ich sage, dass es sich lohnt! Denn wer wollte nicht schon einmal tun und lassen können, was er möchte und dabei sowohl den logischen, als auch den physikalischen Gesetzen trotzen?

Es gibt einige Übungen, die das Unterbewusstsein darauf trainieren, sich zu hinterfragen, ob man gerade wach ist, oder träumt. Ich stelle dir hier die drei gängigsten Methoden vor. Vielleicht bist du ja sogar so kreativ, dass dir eine eigene Übung einfällt.

1. Realitäts Checks

Sich regelmäßig im Wachzustand zu fragen, ob man gerade wach ist, oder schläft, sorgt dafür, dass wir uns diese Frage irgendwann auch nachts stellen. Wir sind diese regelmäßige Frage irgendwann so gewohnt, dass wir den Realitäts Check ohne darüber nachzudenken automatisch auch im Schlaf machen.

Für diese Übung fragt man sich mehrmals am Tag und in allen möglichen Situationen, ob man gerade wach ist, oder träumt. Egal, ob man denkt: „Ist doch klar! Ich bin auf dem Weg zur Arbeit, also bin ich wach!“ Es ist sehr wichtig, diese Frage immer wieder gewissenhaft zu beantworten, denn im Traum denken wir selbst dann wir seien wach, wenn Dinosaurier um uns herum laufen.

Man hinterfragt sich also und sucht nun nach Zeichen, die dafür sprechen, dass man wach ist, oder träumt. Hier einige Beispiele für Anhaltspunkte:

  • Auf die Uhr schauen: Schaue mehrfach hintereinander auf die Uhr. Zeigt sie immer die selbe Zeit an, ist man höchstwahrscheinlich wach. Denn im Traum ist es meistens der Fall, dass die Uhr jedes mal etwas anderes zeigt.

  • Die Hände betrachten: Im Traum kann es sein, dass man mehr oder weniger als fünf Finger hat. Deshalb kann es helfen, sich mehrmals am Tag auf die Hände zu sehen.

  • Sich erinnern: Wie bist du an diesen Ort gekommen? Bist du gerade beim Einkaufen und kannst dich erinnern, was du den ganzen Tag getan hast und wie du in den Laden gekommen bist? Dann bist du höchstwahrscheinlich wach. Denn im Traum werden wir oft in eine Szene „hineingeworfen“ und hinterfragen gar nicht, wie wir an diesen Ort und in diese Situation gekommen sind. Zu trainieren, das zu hinterfragen, kann sehr hilfreich sein beim Erlernen des luziden Träumens. Denn wenn du eines Tages dann im Traum diesen Check machst und dir auffällt, dass du keine Ahnung hast, wie du hierher kommst, dann ist die Chance hoch, dass du dir schlagartig über deinen Traumzustand bewusst wirst.

  • Möglichkeiten testen: Kannst du einfach losfliegen, wenn du es dir ganz fest vornimmst? Oder kannst du durch Feuer oder Wände gehen?

2. Ein Traumtagebuch führen

Das Führen eines Traumtagebuches sensibilisiert dich für das Erkennen von Traumzeichen. Indem du jeden morgen deine Träume so detailliert wie möglich aufschreibst, lernst du, dich an deine Träume zu erinnern und auf Details zu achten, die teilweise unscheinbar wirken können, jedoch sofort verraten, dass man sich im Traum befindet. Schreib alles auf, woran du dich erinnerst. Situationen, Gerüche, Gefühle, Personen, Uhrzeit und so weiter.

Mit der Zeit erkennt dein #Bewusstsein die Zeichen, die dafür sprechen, dass du gerade schläfst. Die Wolken sind rot? Du bist mit Personen unterwegs, die bereits verstorben sind? Dein Smartphone hat einen anderen Hintergrund? Auf all diese Hinweise zu achten und zu lernen, sie zu hinterfragen ist ein bedeutender Schritt für das Erlernen von luziden Träumen. Und du hast zusätzlich ein Buch voll spannender Träume und trainierst deine Merkfähigkeit. Praktisch, oder?

3. Traumzeichen erkennen

Viele Menschen haben immer wiederkehrende Traummuster. Manche träumen zum Beispiel oft von gewissen Ereignissen, wie Naturkatastrophen. Anderen begegnen bestimmte Tiere oft im Traum. Auch wiederkehrende Gefühle oder Handlungen, wie das Atmen unter Wasser oder Fliegen sind Traumzeichen.

Organisiere dir ein Heft, oder nutze ein paar Seiten in deinem Traumtagebuch und schreibe alle Traumzeichen auf, die dir regelmäßig begegnen. Ließ sie dir immer wieder durch und denke darüber nach. Umso bewusster du dir machst, dass dies für dich typische Anzeichen sind, dass du gerade schläfst, umso wahrscheinlicher ist es, dass dein Traum zu einem Klartraum wird.

Träumst du zum Beispiel oft von Wölfen, dann mach dir das jeden Tag bewusst. Irgendwann träumst du wieder von diesen prachtvollen Tieren und dir wird schlagartig bewusst: „Ich träume!“

Ab diesem Zeitpunkt kannst du deinen Traum selbst steuern und gemeinsam mit den Wölfen durch die Wälder rennen, auf dem Rücken eines Wolfes reiten, oder sie streicheln.

Wenn du im Wachzustand einem Traumzeichen begegnest (in diesem Fall einem Wolf), dann mache die Realitäts Checks, um dich nicht in die Irre führen zu lassen. So lernst du, kritisch zu hinterfragen und wie im Film „Inception“ zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden.

Es gibt noch mehr Methoden, um das luzide Träumen zu erlernen. Welche die für dich effektivste Variante ist, findest du am besten heraus, in dem du sie alle testest und beobachtest, was sich in deiner Wahrnehmung im Wachzustand und Traum verändert. Beginnst du dir im Traum auf einmal immer wieder seltsame Fragen zu stellen, oder bekommst das Gefühl, dass irgendetwas seltsam ist? Sehr gut! Dann fahre mit dieser Methode fort.

Wenn du irgendwann deinen ersten Klartraum hast und dir eigene Welten erschaffen kannst, wirst du merken, dass sich das Durchhalten gelohnt hat. Viel Spaß beim Trainieren, Träumen und Gestalten!