2009 soll #Slenderman bei einem Kreativ-Wettbewerb entstanden sein: Eine schwarze, gesichtslose, dünne, riesige Gestalt mit ausfahrbaren Tentakeln auf dem Rücken (siehe Foto 2). Slenderman ist kein nettes Wesen, gerade auf Kinder hat er es abgesehen, die er gerne entführt und tötet. Besonders an Spielplätzen und im Wald lauert Slenderman den Kindern auf.

Jetzt mögen Eltern denken, ach ja, der berühmte schwarze Mann, so etwas kannte ich in meiner Kindheit auch, das ist doch harmlose Phantasie. Leider nicht, wie der Fall von drei 12-Jährigen Mädchen am 31. Mai 2014 in Waukesha, Wisconsin in Amerika auf grauenvolle Art gezeigt hat.

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Das Opfer freute sich auf die Nacht

Am Abend zuvor trafen sich die Mädchen zu einer Übernachtungsparty. Ihre Tochter Payton habe sich unglaublich auf diese Nacht gefreut, berichteten die Eltern des Opfers später. Was am 30. Mai noch niemand ahnte, #Morgan und #Anissa hatten die Nacht seit fünf Monaten akribisch geplant. Sie wollten ihre Freundin Payton in dieser Nacht ermorden.

Der Grund war ihre Angst vor Slenderman. Schließlich habe der die Macht ihre ganzen Familien innerhalb von drei Sekunden zu töten. Da hätten sie sich dazu entschlossen, sogenannte Helfer von Slenderman zu werden. Diese Helfer leben mit Slenderman in einer Villa und stehen unter seinem Schutz. Durch den Mord an einem Menschen, den sie beide lieben, sollte Slenderman von der Loyalität der Mädchen überzeugt werden.

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Während der Tat flüsterte sie „Sorry“

In der Nacht konnten sich die Mädchen nicht überwinden die Tat auszuführen. Am nächsten Morgen gab es den ersten Versuch in einer öffentlichen Toilette. Im Wald kam es dann zu dem blutigen Angriff. Weil Anissa das Messer nicht führen wollte, befahl sie Morgan die Freundin nun zu töten. Morgan sprang auf die Freundin und verletzte sie mit 19 Messerstichen schwer. Dabei flüsterte sie ihr ein „Es tut mir leid“ ins Ohr.

Dann versprachen die Mädchen ihrem Opfer Hilfe zu holen. Tatsächlich machten sie sich auf den Weg zu Slendermans Villa, die über 100 Kilometer entfernt liegen sollte. Die schwer verletzte Payton kroch bis zu einem Weg, wo sie ein Fahrradfahrer entdeckte und Hilfe holte. So konnte das Mädchen den Angriff doch noch überleben.

Kein Schuldbewusstsein

In der HBO-Dokumentation „Beware the slenderman“ sind die Polizei-Videos von den Verhören kurz nach der Tat zu sehen. Es ist total schockierend wie selbstverständlich die Kinder von ihrer Tat berichten und wie offensichtlich sie davon überzeugt sind, dass sie so handeln mussten.

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Von Schuldbewusstsein keine Spur. Wie sich hinterher herausstellte, ist Morgan schizophren. Auch ihr Vater leidet unter dieser Krankheit, kann aber mit dem entsprechenden Medikamenten ein normales Leben führen. Dass Morgan ebenfalls Dinge sieht und für real hält, die gar nicht da sind, hat niemand bemerkt. Während 2014 Morgan in der Psychiatrie untergebracht wurde, kam Anissa in eine Jugendhaftanstalt.

Aktuell steht Anissa vor Gericht. Sie hat die Beteiligung an einem Mord zweiten Grades eingeräumt, gibt aber nun ebenfalls an, psychisch erkrankt zu sein. Ihr Verteidiger Joseph Smith sieht Beweise dafür, dass Anissas gebrochener Geist sie ihren Bezug zur Realität verlieren ließ. Je nachdem wie die Jury entscheidet, kommt Anissa entweder für 10 Jahre in Haft oder für drei Jahre in die Psychiatrie. Auch gegen Morgan wird bald verhandelt, der Prozess soll im Oktober beginnen.