Sogenannte Roofer sind vor allem in Osteuropa echte Stars und können damit sogar reich werden. Dafür riskieren die Kletterer ihr Leben. Sie steigen ohne Sicherungen auf Antennen der Hochhäuser, erklimmen Statuen oder balancieren auf dem Dach. Je höher, desto besser. In der Szene gibt es inzwischen zwei große Stars. Bei den Männern ist es der Urkainer "Mustang Wanted", der eigentlich Pavlo heißt. Er spielte sogar in dem Musikvideo "Netzwerk - Falls Like Rain" von Klangkarussell mit; wurde dadurch weltweit dank MTV bekannt. Bei den Frauen ist es Angela Nikolau. Die 24-Jährige aus Moskau wollte nicht nur Roofer fotografieren, sondern selbst den waghalsigen Sport erleben.

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Schnell wurde die Russin zum Star auf Facebook und inInstagram, weil ihre Fotos mit unfassbar schöner Kunst einher gehen (klick durch die Bilder). Diese Faszination sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Angela dabei stets in Lebensgefahr mit ihren waghalsigen Aktionen begibt.

Nur ein Schritt bis in den Tod

Denn wenn sie ungesichert an nur einer Hand bei Windstärke 7 über die Skyline von Bangkok am Kran hängt (Artikelbild), dann ist das lebensmüde. Ein unkalkulierbares Risiko. Angela sieht es als Herausforderung und Mutprobe. Großen Mut, der sie zu einer der mutigsten Frauen in den sozialen Medien machte. Selbst deutsche Frauenzeitschriften berichten über die Russin. In ganz Europa wird die junge Angela gefeiert. Ihre Bilder schmücken den Boulevard auf Titelseiten, wenn sie einen Hund in 426 Meter Höhe im Haute Couture Kleid an der Leine hält.

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Ist das noch Mode? Die Presse ist nicht ganz unschuldig daran, dass Roofer sich motiviert fühlen, noch ausgefallene Ideen in schwindelerregender Höhe umzusetzen. Früher bekamen die Roofer Likes, wenn sie an einen Kran oder Hängebrücke hingen. Das reicht lange nicht mehr. Heute posiert Nikolau im engen Kleid über den tödlichen Abgrund. Wie fast alle Akteure aus der Szene, verliert auch Angela kaum ein Wort über die Gefahren von #Roofing. Erfolgreich ist der, der es noch höher schafft und nicht der, der Angst zeigt.

Wer mutig ist, wird gesponsert

Angespornt wird die Szene, vor allem in #Russland, durch Sponsoren aus der privaten Wirtschaft. Es gibt Schuhhersteller, die lassen die Beine des mutigsten Roofers mit ihren neuen Sportschuhen vom Dach eines 50-Geschosser baumeln. Fotomontagen kommen nicht gut an. Echte Roofer fördern den Umsatz. Das Geld der Sponsoren macht es Roofern, wie Angela, möglich, durch die Welt zu reisen und noch höherere Gebäude in Dubai zu bezwingen. Doch warum bringen sich vor allem junge Russen in eine solche Gefahr? Häufig kommen die Teenager aus ärmeren Verhältnissen.

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Sie erfahren im Netz Ruhm und Anerkennung. Manchmal ist es aber auch ein Kick. So wie bei Angela. Roofing ist in 90 Prozent der Fälle illegal - das hat doch Nervenkitzel. In Russland wird außerdem der Einbruch auf ein Dach oder Kran für Roofing noch als Ordnungswidrigkeit behandelt, wenn man überhaupt erwischt wird. Strafen, die abschrecken könnten, gibt es nicht wirklich.

In Szene gesetzt wie große Stars

Dass der Tod der ständige Begleiter ist, nimmt die Szene in Kauf. Der Zulauf gibt zu denken. Immer mehr Frauen wollen Extremkletterer werden. Auch Angela will weiter machen. Zuletzt war sie in Paris, setzte sich mit einem eleganten Kleid in Szene. Sogar ein Kurzfilm wurde darüber gedreht. Ein Fotograf ist immer an Angelas Seite, schafft es, sie so in Szene zu setzen, dass die Bilder der 24-Jährigen jedes Selfie in den Schatten stellen. Drohnen filmten ihren lebensgefährlichen Balanceakt aus der Vogelperspektive. Roofer werden wie große Filmstars in Szene gesetzt. Sowas wollen andere Mädchen auch drehen. Am vergangenen Samstag hatte Angela ein Fantreffen auf dem "Vidfestival" gehabt. Dort treffen sich Russlands YouTuber. Angela Nikolau ist einer dieser russischen YouTube-Stars. Zahlreiche Anhänger kamen nach Moskau, nur wegen ihr! Um Nachwuchs braucht sich die Roofer-Szene keine Gedanken zu machen.

Hier ein Film über Angela Nikolau auf den Dächern Paris:

Hinweis: Roofing wird vor allem in Russland und Osteuropa von jungen Menschen betrieben, die in den sozialen Netzwerken sehr aktiv sind. Wir raten nach der Betrachtung der Bilder von der Nachahmung dringend ab! Es besteht Lebensgefahr! Das Erklimmen von Kränen und der unerlaubte Zutritt in und auf Baustellen sowie Gebäuden kann in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden.

Fotos: Angela Nikolau #Facebook, Originalbildrechte @beerkus