In den frühen Abendstunden des 16 Februars 1981 erstach der 19-jährige Arne Cheyenne Johnson seinen Vermieter Alan Bono mit mehreren Messerstichen. Bono starb nur wenige Stunden später in einem nahegelegenen Krankenhaus. Johnson wurde einige Kilometer vom Tatort entfernt von der Polizei festgenommen. Acht Monate später wurde der Mordfall vor Gericht verhandelt. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nur ein gewöhnlicher, wenn auch grausamer Mordfall. Bekanntheit erlangte der Fall landesweit durch das Motiv, dass Johnson zu seiner Verteidigung vorbrachte: Er sei von einem Dämonen besessen gewesen, der ihm die Tat befohlen hätte.

Johnsons Anwälte plädierten auf Schuldunfähigkeit.

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Die Ereignisse hätten mit einer Erscheinung begonnen, die der Bruder von Arnes Verlobter Debbie, der 11-jährlge David Glatzel, im Jahre 1980 hatte. Der Junge wachte wiederholt nachts schreiend auf. David, der vorher keine Anzeichen gezeigt hatte, Dinge frei zu erfinden, berichtete von Träumen von einem Mann mit schwarzen Augen, einem schmalem Gesicht und Hufen. Im Schlaf würde dieser ihn immer wieder warnen, er solle sich vorsehen.

Das bis dahin unbekümmerte und fröhliche Kind änderte sich nach diesen Ereignissen vollkommen. Er wurde still und nervös und hatte Angstattacken. Davids Schwester Debbie bat ihren Verlobten Arne Johnson um Hilfe. Arne zog nach eigenen Angaben bei der Schwester ein, um sie und ihren 11-jährigen Bruder zu unterstützen. Doch der Zustand von David verschlechterte sich täglich.

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Seine Albträume wurden stärker und auf seinem Körper tauchten nach Angaben von Arne und Debbie über Nacht Kratzspuren auf.

Kratz- und Klopfgeräusche konnten nachts auf dem Dachboden gehört werden. Ratlos wandte sich die Familie an die Kirche vor Ort. Ein Priester suchte das Haus der Familie auf und segnete es. Doch in der Folge nahmen die seltsamen Ereignisse nur weiter an Intensität zu. Die vom Dachboden kommenden Geräusche wurden lauter. Davids Träume und mittlerweile auch am Tag auftretenden Visionen wurden stärker. David begann nach Angaben der Familie in unbekannten Sprachen zu sprechen und gegenüber Familienmitgliedern aggressives Verhalten zu zeigen. Er zitierte zudem Passagen aus dem Buch „Paradise Lost“, das dem erst 11-jährigen Jungen kaum bekannt sein konnte. Schließlich erlitt David immer wieder epileptische Anfälle.

Als letztes Mittel kontaktierte Debbie Ed und Lorraine Warren, Experten fürs Paranormale, die durch Fälle wie den Amityville-Horror oder die Gruselpuppe Annabelle landesweit Bekanntschaft erlangt hatten.

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Die Warrens machten sich zum Haus der Glatzels auf, untersuchten das Haus und befragten David. Ihr Urteil war eindeutig: David sei von einem #Dämon besessen. Mit der lokalen Diozöse des Ortes Bridgeport zusammen führten sie einen Exorzismus durch. Während des Exorzismus machte Arne nach eigenen Angaben, die durch die Warrens bestätigt wurden, einen fatalen Fehler. Er sei ausfällig geworden und habe die im Körper von David beheimaten Dämone provoziert. Sie seien zu feige, den Körper von David zu verlassen, habe er ihnen zugerufen. Wenn sie ein richtigen Gegner suchen würden, dann nicht in einem 11-jährigen Kind. Sie sollten lieber auf seinen Körper übergehen, habe Arne die Dämonen aufgefordert.

Im November 1980 hatte sich Davids Lage verbessert. Er zeigte keine Verhaltensauffälligkeiten mehr, auch wenn er immer noch an Schlafstörungen litt. Debbie und Arne zogen zusammen in ein neues Apartment, das ihnen von Alan Bono vermietet wurde.

Seltsame Veränderung

Doch Arnes Verhalten hatte sich, dem Bekunden seines sozialen Umfeldes nach zu urteilen, verändert. Debbie berichtete, er würde regelmäßig in einen trance-artigen Zustand verfallen, in dem er nicht mehr ansprechbar wäre. Doch das Schlimmste sollte noch bevorstehen – am 16 Februar 1981. Alan Bono, Debbies und Arnes Vermieter, hatte sie an diesem Tag zu einem Abendessen in einer lokalen Gaststätte eingeladen. Dort tranken, späteren Zeugenaussagen nach zu urteilen, sowohl Arne als auch Alan beträchtliche Mengen Bier. Die Stimmung kippte und ein Streit entbrannte, in dessen Verlauf Alan Debbie bedrohte. Arne zückte ein Messer und verletzte Alan tödlich mit mehreren Stichen.

Im sich anschließenden Gerichtsverfahren plädierte Arnes Verteidigung auf Schuldunfähigkeit und verwies darauf, dass ihm im Streit dämonische Stimmen befohlen hätten, das Messer zu zücken und Alan zu töten. Das Gericht schien von den Schilderungen Arnes und den Vorkommnissen, die sich im Haus der Glatzels abgespielt hatten wenig überzeugt. Er wurde wegen Totschlags verurteilt.

Bis heute ist nicht vollkommen geklärt, was mit dem jungen David Glatzel und später Arne Cheyenne Johnson wirklich geschah. Kritiker der Warrens bemängelten später immer wieder, sie würden als unabhängige Zeugen der Vorgänge nicht in Frage kommen, da sie über Bücherverkäufe und Vortragsreihen ein wirtschaftliches Interesse hätten, die Wahrheit der Vorkommnisse zu bezeugen.

In die Annalen wird der Fall in jedem Fall eingehen, als der erste Fall, in dem ein Dämon als Grund für Schuldunfähigkeit herangezogen wurde. #Mord #Mystery