Die atztekische Geschichte ist nicht arm an Grausamkeit. Bilder grauenhafter Rituale zieren zahlreiche Geschichtsbücher. Nur wenige wissen, dass solche Rituale im 20 Jahrhundert eine unerwartete Renaissance erlebten: Die Sektenanführerin Magdalena Solis opferte ihre Anhänger im Zeitraum zwischen 1962 und 1963 auf genau diese Weise.

Solis wurde in Monterrey, Mexico geboren. Sie arbeitete in jungen Jahren als Prostituierte - bis sie Cayetano und Santos Hernandez traf. Diese Bekanntschaft veränderte alles.

Cayetano und Santos waren Brüder und Trickbetrüger. Sie hatten sich im abgeschiedenen Dorf Yerba Buena angesiedelt. Ihr Ziel war so einfach wie gewagt: Sie wollten die weitestgehend nicht alphabetisierten Bewohner davon überzeugen, dass sie Propheten von verbannten Inka-Göttern seien.

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Sie versprachen Wohlstand - und verlangten dafür unbedingte Unterwerfung. Die beiden Brüder waren überzeugend - es gelang ihnen, die Dorfbewohner in ihren Bann zu schlagen. Ihre so gewonnene Macht nutzten sie auf perfide Weise aus. Sie führten ihre Anhänger in die nahegelegenen Berge, wo sie Orgien feierten - alles unter dem Vorwand, den Göttern zu dienen.

Der Betrug funktionierte - doch mit der Zeit wurden die Dorfbewohner ungeduldig. Sie wollten die Göttin von Angesicht zu Angesicht sehen, für die sie tagtäglich Opfer brachten.

Also reisten die Hernandez-Brüder nach Monterrey, um Unterstützung zu suchen. Dort trafen sie Solis und ihren Bruder, und rekrutierten Magdalena, als Inka-Gottheit aufzutreten.

Die Göttin wird geboren

Zusammen mit Solis reisten die Trick-Betrüger zurück nach Yerba Buena und bereiteten einen dramatischen Auftritt vor.

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In den Höhlen inszenierten die Hernandez Brüder ein Ritual, an dessen Ende schließlich Magdalena den Dorfbewohnern “erschien”. Die Trickbetrüger erklärten den erstaunten Dorfbewohnern, Magdalena sei die Reinkarnation der Inka-Gottheit, der sich die Dorfbewohner auch prompt unterwarfen.

Magdalena Solis ging schnell in ihrer neuen Rolle auf. Die Hernandez-Brüder und ihren eigenen Bruder ernannte sie zu ihr unterstehenden Priestern. Als zwei Dorfbewohner versuchten, zu fliehen, wurden sie vor Solis gebracht - sie verurteilte beide zum Tode. Vor den Augen ihrer verängstigten Jünger ließ sie die beiden Männer lynchen.

Magdalena Solis lernte schnell, dass solche Opfergaben ein hervorragendes Mittel waren, ihre Macht zu erhärten. Sie etablierte “Blut-Opfer”, die immer dann erbracht wurden, wenn jemand ihre Autorität in Frage stellte. Abtrünnige wurden geschlagen und von Magdalena Solis Jüngern verstümmelt. Sobald dies erfolgt war, wurde der Aderlass begonnen und das Blut der Opfer in einem Kelch gesammelt und zusätzlich mit Hühnerblut und Meskalin versetzt.

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Die “Göttin” Solis ging dann dazu über, das Blut ihrer auf diese Weise geopferten Anhänger zu trinken. Das Blut, so Solis, ermögliche ihr ewiges Leben.

Die grauenhaften Rituale streckten sich über einen Zeitraum von über sechs Wochen - bis im Frühjahr 1963 ein Einheimischer namens Sebastian Guerrero zufällig auf die Höhlen der Sekte stieß. Hinter einem Stein versteckt beobachtete er die Sektenanhänger bei ihrem grausamen Blutritual.

Zeuge wird zunächst ausgelacht

Er meldete das Geschehen bei der Polizei im nächstgelegenen Dorf. Hier wurde Guerrero jedoch verlacht - zu absurd schien das Geschilderte. Jedoch willigte Luis Martinez, einer der Polizeibeamten, ein, Guerrero nach Yerba Buena zu begleiten und die Höhlen mit eigenen Augen zu begutachten. Von dieser Reise sollten sowohl Guerrero als auch Martinez nicht zurückkehren.

Als Martinez nicht mehr zur Polizei zurückkehrte, realisierte man auch dort den Ernst der Lage. Die Polizei brach mit Unterstützung des mexikanischen Militärs nach Yerba Buena auf. An der Höhle angekommen, wurden sie beschossen, im anschließenden Schusswechsel starben ein Großteil der Sektenanhänger.

Solis wird festgenommen

Magdalena wurde nicht weit entfernt von der Höhle in einem Farmhaus festgenommen. Dort wurden auch die Körper von Guerrero und Martinez gefunden. Martinez Herz war herausgeschnitten worden - wie es mehrere Jahrhunderte vorher von den Azteken praktiziert worden war.

Solis wurde für den #Mord an Guerrero und Martinez zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt. Für den Mord an weiteren Anhängern konnte sie zunächst nicht belangt werden, da ihre überlebenden Anhänger sich weigerten, gegen sie auszusagen. Es sollte noch Jahre brauchen, bis Ex-Sektenmitglieder sich aus dem Bann der angeblichen Göttin befreien konnten. #Massenmörder