Yashin war 11 Jahre alt, lieb, knuffig und für seine Besitzer aus Rösrath der Sonnenschein. Bis zu dem Tag, an dem ein 37-jähriger #Handwerker half die Nachbarwohnung zu renovieren. Zu der Arbeit hatte der Handwerker seinen #hund mitgebracht, der kleiner als Yashin war. Zunächst hatten beide Hunde friedlich miteinander im Garten gespielt. Doch dann kam es zu einer kleinen Rauferei, eine Situation, die wohl alle Hundebesitzer kennen. Das sieht meist schlimm aus, hört sich schrecklich an, ist aber nicht unbedingt tatsächlich eine bedrohliche Situation. Ohne Schaden hätte es auch diesmal ausgehen können, wie sich hinterher herausstellte, hatte von der Rauferei kein Hund eine Verletzung davon getragen.

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Aber der Handwerker hatte sofort zugetreten. Yashin erlitt einen Milzriss und starb trotz ärztlicher Notversorgung.

Wie stark war der Tritt?

Über den Tritt waren sich alle Beteiligten einig, doch wie stark der Tritt war, darüber klafften die Ansichten weit auseinander, wie sich vor dem Amtsgericht Bergisch Gladbach zeigte. Drei Verhandlungen hatte es gegeben. Bei der ersten war der Angeklagte einfach nicht erschienen. Gegen ihn wurde ein Strafbefehl über 1800 Euro erlassen. Der 37-Jährige hatte dagegen Einspruch erhoben. Beim nächsten Termin hatte der Verteidiger des Angeklagten erst einen Entlastungszeugen angekündigt, der konnte beim dritten Termin aber auch nicht weiterhelfen. Die Richterin ließ daraufhin ein Gutachten von der Kreisveterinärärztin des Rheinisch-Bergischen Kreises erstellen.

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Das war möglich, weil die Besitzer von Yashin den Hund obduzieren ließen. Anhand der Ergebnisse der Obduktion, kam die Kreisveterinärärztin zu dem Schluss, dass Yashin einen Milztumor gehabt habe. Aus diesem Grund hätte die Milz auch bei einem nicht so starken Tritt reißen können. Auch gebe es keine weiteren Anzeichen wie zum Beispiel Rippenbrüche. Daraufhin wurde das Verfahren gegen den Handwerker eingestellt.

Tiere gelten weiterhin als Sache

Yashins Besitzer ärgert sich, dass er das Organ nicht sichern lassen hat. Aus seiner Sicht habe es eine Gewebsveränderung gegeben, aber keinen großen Tumor. Der Besitzer wörtlich: „Gleichwohl hat der Mann durch die konkrete Handlang an dem betreffenden Tag den Hund getötet, das ist ja auch unbestritten. Die weitere Lebensdauer kann weder prognostiziert werden, noch im Sinne von ,war eh defekt' zugunsten des Täters gelten. Eine Rippenfraktur ist bei der Aufprallstelle nicht unbedingt zu erwarten, von daher ein schwaches Indiz für einen schwachen Tritt. […] … wäre ein Mensch auf diese Weise gestorben, hätte man es beim Strafmaß berücksichtigt, aber die angemessene Tatschwere und Schuld verurteilt.“ #totgetreten