Was ist wirklich am 7. März in der Flüchtlingsunterkunft in Lindlar geschehen? Mohammad N. (27) und Adil E. (35) sind wegen mehrfacher Gewaltdelikte angeklagt. Der schlimmste Vorwurf, den die Staatsanwältin den beiden Angeklagten vor dem Kölner Landgericht macht, ist versuchter #Totschlag. Gnadenlos und brutal sollen die Männer ihr Opfer vor den Augen des Sicherheitsdienstes mit einem Messer, Reizgas und einem Feuerlöscher versucht haben zu töten. Als der Sicherheitsdienst den Männern das Messer und den Feuerlöscher abgenommen hatte, sollen die beiden ihr grausames Werk mit Tritten gegen den Kopf und in das Gesicht ihres am Boden liegenden Opfers fortgesetzt haben.

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Schon in den Monaten zuvor sollen die Angeklagten immer wieder gegen Menschen gewalttätig geworden sein, vornehmlich in und vor Gaststätten. Einer der Angeklagten soll sogar auf Polizeibeamte losgegangen sein. Am zweiten Prozesstag sagte das 31-jährige #Opfer des mutmaßlich versuchten Totschlags aus und demnach hatten die Angeklagten am Tattag zunächst einen anderen schrecklichen Plan.

Wir waren wie Brüder

Zunächst berichtete der Zeuge, dass er rund sechs Wochen vor der Tat in der Flüchtlingsunterkunft untergebracht worden sei. Von Anfang an, habe sich der 35-jährige Mitbewohner um ihn gekümmert, ihm bei Ämtergängen und mit der Sprache geholfen. „Wir waren wie Brüder.“ Doch dann habe er gemerkt, dass sein „Bruder“ ein krimineller Gewalttäter war, der gestohlen, Menschen Angst eingejagt und sie verletzt habe.

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Auch habe E. mit Drogen gehandelt. Er habe sich von ihm 200 Euro geliehen, angeblich für seinen kranken Vater in Marokko. In Wirklichkeit habe er das Geld in Drogen investiert. Der 35-Jährige sei schon kurz vor der Tat besonders aggressiv gewesen. Weil er angeblich kein Geld erhalten habe, hätte E. gedroht, dass er das Sozialamt niederbrennen werde.

Vergewaltiger gestoppt?

Am Tatabend hätten die beiden Angeklagten im Garten vor der Unterkunft gesessen. Sie hätten zwei Pizzen, Cola, Wodka und Marihuana bei sich gehabt, so der Zeuge. E. habe ihm erklärt, dass es einen Plan gebe. Der Mann vom Sicherheitsdienst sollte gefesselt werden, zwei Mädchen, die bei dem Sicherheitsdienst waren, sollten betäubt, beraubt und vergewaltigt werden. Das Opfer habe die Security warnen wollen, habe sich aber wegen der Sprachbarriere nicht verständlich machen können und sei vor den Augen des Sicherheitsdienstes von den Angeklagten angegriffen worden. „Den H****sohn töten wir“, hätte E. geschrien. Mit Fäusten, Tritten, Reizgas, einem Messer und einem Feuerlöscher hätten die Angeklagten versucht ihn zu töten. Er sei bewusstlos geworden und erst im Krankenhaus wieder zu sich gekommen. Sein Gesundheitszustand sei heute nicht mehr wie vor der Tat. Er sei vergesslich geworden. Ein Auge schmerze und träne nach dem Augenbodenbruch. Der Prozess wird fortgesetzt.

Erster Prozesstag hier. #Vergewaltigung