Die Geschichte der Sophia – Wer ist diese mythologische Gestalt?

Eine kleine Zusammenfassung

Über den Sophia-Mythos geben uns die im Jahre 1945 gefundenen apokryphen oder Nag-Hammadi-Schriften Auskunft. In dieser frühen gnostischen Sammlung wird nicht nur über die Person Jesus' und die ursprüngliche christliche Lehre erzählt, sondern im Zusammenhang über die Entstehung der Erde in den Texten „Hypostasis der Archonten“ undUrsprung der Welt“ über eine weibliche Gottheit namens Sophia berichtet. Wie lautet nun die spannende #Geschichte über diese Göttin? Was hat sie mit unserem Ursprung zu tun?

Sophia (nach der griechischen #Mythologie die Göttin der Weisheit) verkörpert nach der gnostischen Überlieferung den weiblichen Aspekt der höchsten Gottheit – sie steht im Verband mit ihrem Dual- und Schöpferpartner Christos.

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Somit ist Sophia eine der untersten Genien/ Schöpfergottheiten, die das sogenannte Pleroma bilden. Unter Pleroma verstehen die Gnostiker alle göttlichen Äonen (in dem Verständnis göttliche Wesen), die durch Emanation (Hinausströmen, Gestaltaufnehmen) aus der höchsten Ur-Quelle hervorgegangen sind. Das Ausströmen der Ideas aus All-Das-Was-Ist ist jedoch eine Notwendigkeit der Entwicklung und Fortdauer der Schöpfungsprozesse im Sein. Auch in den alten indischen spirituellen Lehren, den Veden (die ältesten übermittelten spirituellen Schriftzeugnisse) sind die Erschaffer der Galaxie, und damit die Ureltern der Spezies Mensch, göttliche Dual-Entitäten, die sogenannten Manu-Paare.

Die Schöpfungsgeschichte unserer Erde – Die Entstehung einer Anomalie

Der Erzählung nach entstammt also die Untergottheit Sophia aus der höheren göttlichen Ordnung, die durch ihren Fall aus dieser höchsten Quelle die materielle Welt, die Entstehung unserer Erde, bewirkt hat.

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Demnach können wir sagen, dass Sophia mit der Erdgöttin Gaia identisch ist.

Lesen wir dazu zunächst die folgenden Gedanken aus dem „Hypostase der Archonten“:..“Oben in den grenzenlosen Äonen existiert die Unvergänglichkeit. Die Sophia, die "Pistis" genannt wird, wollte ein Werk allein, ohne ihren Paargenossen vollbringen. Und ihr Werk wurde zu einem Himmelsbild, so dass ein Vorhang besteht zwischen den Oberen und den Äonen, die unten sind. Und ein Schatten entstand unterhalb des Vorhanges. Und dieser Schatten wurde zu Materie ... und wurde in ein Außengebiet geworfen. Und seine Gestalt wurde zu einem Werk in der Materie, einer Fehlgeburt vergleichbar. Er empfing die Prägung von dem Schatten und wurde zu einem anmaßenden Tier von Löwengestalt Jaldabaoth ..."Ich bin der Gott des Alls" (...) Die Archonten fassten einen Beschluss und sagten: "Kommt, lasst uns einen Menschen machen aus Staub." Sie bildeten ihren Menschen nach ihrem Leibe und nach dem Bild Gottes, das sich im Wasser geoffenbart hatte. "Wir wollen es dem Bild in unserer Gestaltung gleichtun, damit das Bild sein Ebenbild sieht und wir es in unserer Gestaltung festhalten…“

In der gnostischen Kosmologie erschaffen demnach die sogenannten pleromischen Götter in Dual-Verbänden die intelligente Spezies Mensch.

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Nach diesem Gedankenkonstrukt passt der wissenschaftliche Begriff panspermia, als die Aussaat von Sporen des Lebens im Kosmos, hervorragend. Nun verleitete Sophia ihre Liebe zu ihren Geschöpfen zu einer folgenschweren Tat: Sie erschuf eine Anomalie, in dem sie sich selbst in ihre Schöpfung (Erde) materialisierte – ein organischer, lebendiger Planet in einem anorganischen System. Diese „Schöpfungsanomalie“ führte zum Chaos im Kosmos und damit zur Entstehung der nicht humanoiden Spezies namens Archons. Sophia-Gaia erkennt die Schwierigkeiten, die beim „Projekt-Erde“ auftraten: Denn die Archons nahmen fälschlicherweise an, sie wären die wahren Erschaffer der Erde. Über diesen Moment der Auflehnung der Geschöpfe berichtet auch das Alte Testament. Hier werden die rebellischen Wesen als die gefallenen Engel beschrieben.

An der Stelle möchte ich zum besseren Verständnis die Interpretation von Rudolf Steiner hinzufügen: "Das Pleroma ist also eine Welt, von individualisierten Wesen bevölkert, die sich erhebt über der Welt des Physischen. Gewissermaßen auf der untersten Stufe dieser Welt, dieser Pleroma-Welt, erscheint der durch Jahve oder Jehova ins Dasein gerufene Mensch. Auf der untersten Stufe dieses Pleromas ersteht eine Wesenheit, die eigentlich nicht in dem einzelnen Menschen, auch nicht etwa in einer Völkergruppe, sondern in der ganzen Menschheit lebt, die aber eine Erinnerung hat an die Abstammung vom Pleroma, vom Demiurgen, und wiederum zurückstrebt nach der Geistigkeit. Es ist das die Wesenheit Achamoth..Nun gliederte sich an diese Vorstellungswelt die andere an, daß der Demiurg dem Streben der Achamoth entgegengekommen ist und einen sehr frühen Äon herabgeschickt hat, der sich mit dem Menschen Jesus vereinigte, damit das Streben der Achamoth in Erfüllung gehen könne. So daß in dem Menschen Jesus ein Wesen aus der Äon-Entwickelung steckt, das von viel höherer geistiger Wesenheit, von höherer geistiger Art als Jahve oder Jehova gedacht wurde“ (Lit.: GA 225, S. 119f)

Der Mensch als multidimensionales Wesen – der Weg zur Vervollkommnung

„Das was unten ist, ist wie das, was oben ist, und das was oben ist, ist wie das was unten ist, ein ewig dauerndes Wunder des Einen.“ (Hermes Trismegistos, Tabula Smaragdina)

Die gnostischen Schriften geben also Aufschluss auch darüber, wieso es diese unübersehbaren Diskrepanzen zwischen dem Gottesbild des Alten und des Neuen Testamentes gibt. Die Antwort liegt nun auf der Hand: Weil es sich um zwei verschiedene göttlichen Qualitäten handelt! In der hohen moralischen Christos-Qualität, verkörpert im Menschen Jesus, manifestierte sich der schöpferische Genius und Dual-Partner von Sophia, um eine Korrektur der von der Wahrheit entfernten „niederen“ Entitäten/ Archons und im Bewusstsein der Menschen durchzuführen.: Als Eva (im übertragenen Sinne der von der Wahrheit entfernte Mensch) noch in Adam (Adam Kadmon der vollkommene noch ganzheitliche Mensch der höheren Sphäre vor seinem „Fall“) war, gab es keinen Tod. Als sie von ihm getrennt wurde, entstand der Tod. Wenn sie wiederum hineingeht und ihn annimmt, wird kein Tod mehr sein.“ (Philippusevangelium, Spruch 71)

Auch hier kommt die Notwendigkeit zur Vereinigung der inneren Ganzheit im Menschen (Aufhebung der Dualität, die Harmonie der Dreifaltigkeit; Körper-Geist-Seele) zum Ausdruck. Denn im menschlichen Bewusstsein spiegelt sich das wahrhaft göttliche Potenzial wieder. Auf die Wiederherstellung der geistigen Einheit zum vollendeten Menschen, die Verschmelzung des männlichen und weiblichen Aspekts, deutet ebenso das folgende Zitat: „Hätte die Frau sich nicht vom Mann getrennt, würde sie nicht mit dem Mann sterben. Seine Trennung wurde zum Anfang des Todes. Deswegen ist Christus gekommen, damit er die Trennung, die von Anfang an bestand, wieder beseitige und sie beide vereinige und denjenigen, die in der Trennung gestorben sind, Leben gebe und sie vereinige.“ (Philippusevangelium, Spruch 78)

Demnach ist der Mensch sehr wohl in der Lage durch die Erkenntnis seines göttlichen Ursprungs, der frei von religiösen Dogmen ist, seinen Schicksalsverlauf in die Hand zu nehmen. Den alten Weisheitslehren nach befindet sich die Menschheit zur zeit an einem Scheidepunkt (Kali-Yuga). Durch die erschütternden Ereignisse auf der Erde, die rasanten Fortschritte in den Wissenschaften, die immer häufiger auftretenden Anomalien in der Natur zwingen das menschliche Bewusstsein zum Erwachen und zur Entfaltung seiner schöpferischen, mentalen Fähigkeiten.

Erkennen wir also unsere Verantwortung in diesem kosmischen Projekt, dessen Ausgang ungewiss ist - denn schließlich sind wir die Hauptakteure. Nehmen wir aktiv beim Korrekturversuch der hohen Genien teil! Erkennen wir die Wichtigkeit der Verwirklichung der universellen Harmonie in uns selbst: Suchen wir den Einklang mit der Natur im Geiste der Christos-Liebe: Schenken wir unserem Planeten und seinen Geschöpfen (also uns selbst!) eine lebenswerte Zukunft:

Der Logos sprach:Wenn ihr die Wahrheit erkennt, wird die Wahrheit euch frei machen. Die Unwissenheit ist Sklave. Die Erkenntnis ist Freiheit. Wenn wir die Wahrheit erkennen, werden wir die Früchte der Wahrheit in uns finden. Wenn wir uns mit ihr verbinden, wird sie unsere Fülle bringen.“ (Philippusevangelium, Spruch 123) #Glaube