Blitzschnell ging der Rausschmiss von Harvey #Weinstein aus der Oscar-Akademie. Doch lange hatte es gedauert, bis etwas bekannt wurde, was in Hollywood wohl ein mehr als offenes Geheimnis war: Die sexuellen Übergriffe des bis vor kurzem so angesehenen und mächtigen Filmproduzenten auf Frauen sollen schon in den 1980er Jahren begonnen haben. Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Ashley Judd und Gwyneth Paltrow erheben Vorwürfe gegen Weinstein. Aktuell sind es mehr als 30 Frauen, wie viele Opfer immer noch schweigen, kann nur erahnt werden. Selbst vor Vergewaltigungen soll Weinstein nicht halt gemacht haben und wenn eine Frau sich zur Wehr setzen wollte, soll sie eingeschüchtert und von Anwälten des Filmbosses mundtot gemacht worden sein.

Werbung
Werbung

Weinstein selbst soll sich jetzt in eine Klinik begeben haben, um seine „Dämonen“ zu bekämpfen. Seine Ehefrau hat ihn verlassen. Was rechtlich für ihn aus den Vorwürfen folgen wird, ist noch völlig offen.

Frauen haben es satt

Doch überall in der Welt erheben jetzt Frauen ihre Stimme und wollen nicht länger hinnehmen, was sie an sexueller Gewalt erleben müssen. Anne T. Donahue, eine kanadische Journalistin soll die Erste gewesen sein. „Wann hast du deinen Harvey Weinstein getroffen? Ich fange an: Ich war eine 17-jährige Studentin und er bestand darauf meine Schulter zu massieren, während ich schrieb." :

Die Resonanz war überwältigend.

Werbung

Unter ##MyHarveyWeinstein schilderten über 5500 Frauen ihre bedrückenden und schockierenden Erfahrungen. Am Sonntag forderte "Charmed - Zauberhafte Hexen"-Schauspielerin Alyssa Milano als Antwort auf Donahues Tweet Frauen auf, unter #metoo zu antworten, wenn sie sexuell belästigt oder angegriffen wurden. Das Ergebnis sind aktuell fast 40 000 Antworten.

Weinsteins gibt es überall

Der Mantel des Schweigens hat Harvey Weinstein beschützt, jetzt soll er heruntergerissen werden. Die französische Journalistin Sandra Muller kam auf die Idee unter #balancetonporc, Verpfeif dein Schwein, Ross und Reiter zu nennen, die Anonymität der Täter aufzuheben.

In Deutschland wird die Idee aufgegriffen und hier schildern Frauen unter ##verpfeifdeinschwein, was sie erleben mussten:

Auf Facebook meldete sich die dänische Sängerin Björk ausführlich zu Wort.

Werbung

Sie sei inspiriert von den Frauen, die überall auf der Welt ihre Erfahrungen teilen. Sie komme aus einem Land, in dem die Gleichberechtigung weit fortgeschritten sei. Trotzdem habe ein dänischer Regisseur sich ihr gegenüber unangemessen verhalten. Mit einem ganzen Lügengeflecht hätten der Regisseur und sein Team dieses Verhalten ermöglicht und geschützt. Björk: "Ich wurde mir bewusst, dass es eine universelle Sache ist, dass ein Regisseur seine Schauspielerinnen berühren und belästigen kann, und die Institution des Films erlaubt es." Björk endet mit den Worten: "Lasst uns dies beenden. Es gibt eine Welle der Veränderung in der Welt."