Es geht nicht darum, die Toten zur Schau zu stellen oder in ihrem Privatleben zu schnüffeln. Nein, die Angehörigen möchten darüber sprechen. Denn Bailey Schweitzer ist eines der 59 Todesopfer. Das Mädchen fiel auch dem Massaker von #Las Vegas am vergangenen Sonntag zum Opfer. Ein 64-Jähriger feuerte mit automatischen Waffen aus dem Fenster des 32. Stockwerkes des Mandalay-Bay-Casinos und tötete sich anschließend selbst. Wir vernehmen die Opferzahlen nüchtern in den Nachrichten. Doch hinter jedem Toten steckt eine Geschichte. Die Opfer hinterlassen Kinder, Ehepartner, Freunde und Kollegen. Eine Lehrerin für behinderte Kinder - sie kommt nie mehr zurück, sie ist auch unter den Opfern.

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Auch Bailey kommt nicht mehr nach Hause; nach Bakersfield, einer 350.000 Einwohner-Stadt in Kalifornien.

Kollegen zünden Kerzen an

"Wenn Bailey zur Arbeit kam, strahlte sie jeden Morgen." Die Mitarbeiter Katelynn Cleveland vom High Tech Unternehmen "Infinity Communications" in Bakersfield zündete am Montag eine Kerze für ihre tote Kollegin an. "Die Kerze steht auf Baileys Schreibtisch", erzählt Katelynn. Die trauernde Frau war sehr eng mit Bailey befreundet. Der Tisch von Bailey blieb bei "Infinity" am letzten Montag leer, Dienstag auch, heute wieder. Bailey Schweitzer kommt nie wieder zurück. Am Montagabend begannen die Mitarbeiter mit einer Andacht und einer Kerzenlichtwache. Die 20-Jährige fing im vergangen Jahr bei der Firma an zu arbeiten und machte 2015 ihren Abschluss auf Centennial High School in Bakersfield.

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Bailey schwärmte für Luke

Schweitzer war eine lebensfrohe junge Frau. Sie liebte das "Bakersfield Speedway", eine Rennbahn, die im Besitz ihrer Eltern ist. Mit 5 Jahre stieg sie zum ersten Mal in den selbstgebauten Rennwagen ihres Vaters. Am Wochenende ging Bailey immer mit ihrem Bruder und Cousin zu den Rennen. Doch die große Leidenschaft der ehemaligen Cheerleaderin war schon immer die Country-Musik. "Sie hat sich seit Wochen auf das Festival in Las Vegas gefreut", weiß Katelynn. Bailey war Fan von Luke Combs, ein 27-jähriger Liedermacher. Er gehört zu den erfolgreichsten Newcomer im Genre. Bailey himmelte ihn an, weil er so süß sei.

Letzter Anruf vor dem Konzert

So wie auch den kleinen Welpen von Katelynn. Die Kollegin postete am Abend des 1. Oktobers ein Foto von ihrem Hund auf Instagram. "Bailey rief mich wenige Stunden vor ihrem Tod an und sagte mir, dass sie mit dem kleinen Hund kuscheln will, wenn sie zurück ist." Zwei Tage davor trat in Las Vegas die Gruppe "Brothers Osborne" auf, erinnert sich Katelynn.

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Die "Brothers Osborne" sind auch eine Countryband. Bailey rief Katelynn aus Las Vegas aufgeregt an und hielt das Smartphone in Richtung Bühne. Sie war so begeistert von der Musik; von dem Festival in der Stadt, die niemals schläft.

Ruhe in Frieden, Bailey

Bailey Schweitzer meldete sich am späten Sonntagabend nicht mehr. Auch nicht als die schrecklichen Livebilder aus Las Vegas schon länger die amerikanischen TV-Sender beherrschten. Bailey Schweitzer war zu dieser Zeit bereits tot. Bailey wurde durch Schüsse am 1. Oktober 2017, um 22.10 Uhr, durch den mutmaßlichen Täter Stephen Paddock ermordet. Sie hinterlässt mehrere Geschwister, Neffen, Nichten, Freunde, Kollegen, Eltern, Großeltern und großen Schmerz bei den Menschen in Bakersfield. Ruhe in Frieden, Bailey.

Unsere Gedanken sind bei allen Opfern von Las Vegas.

Fotos: Natasha Watson, Michelle W. Frost, Bobby F. Schweitzer, Infinity Communications

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