Das Internet verändert alles. Auch das Geschäft mit der Kunst. Machen wir uns nichts vor, daß die Kunst auch ein Geschäft ist, das ist wahrlich nichts Neues. Doch ging man früher zum Maler seines Vertrauens oder in die örtliche Kunsthandlung, kann man heute vom Sofa aus das eine oder andere Sümmchen in Kunst investieren. Gewußt habe ich dies schon geraume Zeit, richtig bewußt wurde es mir, ich war Museumspädagoge, beim Fernsehschauen.

Kommen wir so WYDR?

Im TV läuft derzeit diese Sendung, in der junge Herrschaften bei fünf Investoren um monetäre und ideelle Unterstützung buhlen. In einer der jüngsten Folgen dieser doch gar nicht mal so schlecht gemachten Sendung traten zwei Burschen auf, die einen Kunsthandel für das Handy etablieren wollen.

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Nun, besser als nach fremden Mädeln zu schauen, könnte einem hier in den Sinn kommen. Doch dies Unterfangen weckte meine Neugierde. So ließ ich meinen Enkel antraben, um diese WYDR-App zu testen.

Man kommt zum Ziel.

Der absurde Name “WYDR”, der noch nicht einmal ein Akronym zu sein scheint, kam mir erst einmal sehr unpassend vor. Mein Enkel wies mich jedoch auf den Umstand hin, daß WYDR als englisch “wider”, also zu Deutsch “weiter” gelesen werden kann. Man will also weiter kommen. Fein, doch hält das ganze Unterfangen, was es verspricht? Der Mann für den Hightechbereich in dieser Fernsehsendung beschied den WYDR-Gründern keine rosige Zukunft. Dem muß ich heute beipflichten. Die App wird der Kunst in all ihren Dimension nicht einmal ansatzweise gerecht. Es ist ein wirres Herumgefummel und ich bekam es nicht hin, dem Gerät zu verstehen zu geben, welche Art von Gemälde oder Skulptur ich eigentlich suche.

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Dennoch, man ist erstaunt, ich kam dennoch zum Ziel, gleichwohl nicht mit dieser ominösen App.

Ein Schritt zurück ist ein Schritt nach vorne.

Meine Enkel zeigten mir sodann auch die dazugehörige WYDR-Internetseite, und siehe da, hier wurde mir geboten, was man von einem seriösen Kunsthändler erwartet. Welcher Gaul mag die jungen Herren, welche die Internetgalerie WYDR betreiben, bloß geritten haben, diese so genannte App zu bauen? Auf der Internetseite von WYDR würde und werde ich vielleicht sogar tatsächlich einmal ein Kunstwerk erwerben. Alles wirkt sauber, aufgeräumt und der Kunst angemessen. Doch diese App, die dieser Tage durch die Gazetten geistert gehört in das Museum verfehlter Innovationen.

Viele gute Anbieter.

Kein Zweifel, neben WYDR gibt es weitere gut gemachte (und auch einige schludrige) Galerien im digitalen Netz online. Da dieser Tage WYDR jedoch ein großes Medienecho hatte, sah ich mich berufen, zunächst einmal über diese Herren zu berichten. Das Urteil meines Selbsttestes: Die WYDR-App ist in Flop, die WYDR-Webseite ist wirklich top. #Kunst online kaufen #Gemälde online #Kunst online