Als der verweste Körper von Laci Peterson sowie der ihres ungeborenen Kindes Connor in der San Francisco Bay gefunden worden war, wussten die zuständigen Polizisten: Sie mussten ihren Ehemann Scott so schnell wie möglich finden. "Da wussten wir", erklärt der damalige Beamte Jon Buehler gegenüber "abc News", "dass der Fall wieder akut wird."

Laci Peterson war am Heiligen Abend 2002 spurlos verschwunden, im achten Monat schwanger. An diesem Tag meldete Scott Peterson seine Ehefrau als vermisst: Sie sei mit dem Hund namens "McKenzie" raus, während er am Hafen von Berkeley in der Gemeinde Richmond fischen gewesen sei. Der Angelplatz befand sich mehr als hundert Kilometer vom Wohnhaus der Petersons entfernt.

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Es wurde sofort eine Suche eingeleitet, doch die Polizisten zeigten sich ob des merkwürdigen Verhaltens von Scott Peterson erstaunt. Buehler erinnert sich: "Er stellte keine Fragen und war absolut ruhig, jedenfalls verhielt er sich nicht so, wie man es von einem Mann erwartet, dessen hochschwangere Frau plötzlich verschwunden war." Er habe weder nach der Visitenkarte des Beamten gefragt noch sei er aufgeregt gewesen. Er habe auch nicht gefragt, wie es weiter gehe.

Monate später der Fund im Meer

Am 13. April 2003 wurde in der San Francisco Bay ein Fötus eines fast völlig entwickelten Knaben angespült, und einen Tag später der verweste Torso einer Frau in der Nähe des Hafens. Polizist Buehler erinnert sich: "Wir wussten, dass wir wieder auf Scott Peterson zugehen mussten." Da Peterson damals als Alibi seine Angeltour angegeben hatte und die Leichen jetzt fast exakt an dieser Stelle gefunden wurden, durfte keine Zeit verschwendet werden.

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Buehler glaubte von diesem Moment an, dass Scott Peterson seine Frau umgebracht hatte.

Scott Peterson befand sich damals gerade in San Diego, machte aber Anstalten, nach Mexico auszureisen, das bekanntlich nicht weit entfernt liegt. Die Beamten folgten dem Tracker, den sie an Scott Petersons Auto angebracht hatten, und es musste gar ein Helikopter eingesetzt werden, der die Spur kurzzeitig auch wieder verlor. Schliesslich wurde er beim Golfplatz La Jolla in Kalifornien verhaftet. Das erste, was der Polizist vom Verdächtigen zu hören bekam war: "Bitte sagen Sie mir, dass die gefundenen Leichen nicht Laci und Connor sind."

Auto durchsucht

Nach der Verhaftung wurde sofort Scott Petersons Wagen unter die Lupe genommen, und die Ermittler staunten nicht schlecht darüber, was sich ihnen da zeigte: Ein Seil, ein Messer, vier Handys, Camping-Material, Kinderbücher und zahlreiche andere Dinge. Er hatte zudem 14 000 Dollar in Bargeld im Auto sowie den Ausweis seines Bruders. Wanderschuhe, Anglerausrüstung und eine Schaufel.

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Aber auch Viagra-Tabletten und ein Bild von Laci und ihm fanden die Ermittler.

Am 18. April 2003 wurde Scott Peterson schliesslich wegen Mord ersten Grades seiner Frau sowie Mord zweiten Grades seines ungeborenen Sohnes Connor angeklagt. Er bestritt vehement, etwas mit dem Tod seiner Familie zu tun zu haben, und so wurde aus dem Fall einer der bemerkenswertesten Prozesse, seit es die #Todesstrafe gibt.

Zeugin vernichtet Unschulds-Vermutung

Der Mordprozess gegen Scott Peterson begann am 1. Juni 2004 und wurde intensiv von den Medien verfolgt. Zunächst machte es den Anschein, als ob sich Peterson rausreden könnte. So behauptete er, es gebe Zeugen, die seine Frau Laci noch mit dem Hund gesehen hätten, und zwar nachdem er sie angeblich umgebracht habe. Doch laut Ermittlern habe es sich dabei um eine andere Frau gehandelt, und der Hund sei nicht "Mc Kenzie" gewesen. Zudem behauptete Peterson weiter, dass er in der Zeit vor der Verhaftung im Auto gelebt habe: "Ich war dem Mediensturm nicht gewachsen", so Peterson. Für die Anklage bestand indes kein Zweifel, dass Peterson seine Flucht nach Tijuana, Mexico, geplant habe. Seine Verteidiger betonten, dass Beweise fehlen. Die Theorie war, dass Laci gekidnapped und umgebracht wurde, und zwar von einer "satanischen Sekte". Petersons Fischerboot war jedenfalls frei von Tatortspuren.

Doch da war noch eine Frau namens Amber Frey. Scott Petersons Freundin, die zunächst nichts vom Verschwinden seiner Frau wusste, geschweige denn, dass er überhaupt verheiratet ist und bald Vater wird. Ganz im Gegenteil, Amber Frey wurde von Scott Peterson fünf Wochen vor Weihnachten vollgejammert: "Ich habe meine Frau verloren, es ist das erste Weihnachtsfest ohne sie." Frey glaubte ihm, bis sie aus den Medien erfuhr, dass Laci genau an Heilig Abend verschwand. Hier wurde die Kaltblütigkeit von Scott Peterson deutlich. Seine Frau lebte, war schwanger, freute sich auf die Festtage und bereitete sich auf die Geburt vor - während ihr Ehemann ihren Mord plante und bereits einer anderen Frau ein schönes Leben versprochen hatte.

Amber reichte es und sie benachrichtigte die Polizei, die ihr riet, Telefonate mit Peterson aufzunehmen, und somit konnten noch weitere Lügen aufgedeckt werden.

"Ich war es nicht"

Auch der Jury reichte es, sie hatten genug gehört. Nach einer sehr kurzen Beratungszeit befanden sie Scott Peterson schuldig gemäss Anklage. Der zuständige Richter verurteilte Peterson zum Tode durch die Giftspritze, weil die Tat äusserst gewissenlos und hinterhältig war, und somit ja auch zu einem Todesstrafen-Prozes zugelassen worden war.

Seither sitzt Scott Peterson in einer Todeszelle in den #USA und beteuert bis heute seine Unschuld, zuletzt in einem Interview im September 2017. Sein Einspruch von 2012 war zurückgewiesen worden, doch Petersons Anwälte geben nicht auf. Sie verlangen nach einem "Fairen Prozess, ohne Medienaufgebot und Vorverurteilung." Die Familie von Laci Peterson ist indes erleichtert: "Die Gerechtigkeit hat gesiegt", sind sie sich einig: "Scott Peterson hat sein Leben vertan."

Ein Hinrichtungstermin für Scott Peterson steht nach 13 Jahren in der Todeszelle nicht fest. #Kriminalität