Franciszek Kornicki war ein polnischer Jagdflieger, der während des Zweiten Weltkriegs in der polnischen Luftwaffe in #Polen, Frankreich und Großbritannien diente und bis 1972 bei der Royal Air Force (RAF) flog. Er starb wenige Wochen vor seinem 101. Geburtstag und war der letzte lebende polnische Jagdstaffel-Kommandant aus diesem #Krieg. Sein Leben steht für viele Polen als Lehrstück für die die polnische Opferbereitschaft, die auch manche Deutschen zu schätzen wussten - gleichzeitig aber auch für die Unfähigkeit polnischer Regierungen.

Schon als Jugendlicher musste er gegen seine Armut kämpfen

Kornicki wurde am 18. Dezember 1916, als sechster Sohn eines Kutschers geboren.

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Er besuchte die Dorfschule und dann ein Gymnasium in der nahen Kleinstadt, wo er mit Nachhilfe dazuverdiente. Er war ein Musterschüler.

Doch nach dem Abitur konnte er sich das Studium nicht leisten. Die Ausbildung bei der Akademie der Luftstreitkräfte war aber gebührenfrei und so wurde er zum Kampfflieger.

Gegen eine Übermacht des Feindes – und trotzdem siegreich

Im August 1939 wurde er einberufen und musste sich von seiner Familie verabschieden. Er wusste damals noch nicht, dass er den Krieg überleben würde - und trotzdem seinen Vater nie wiedersehen würde. Und es sollte 25 Jahre dauern, bevor er Mutter und Brüder wieder sehen sollte.

Im September 1939 versagte die polnische Armee. Und auch unser Hauptdarsteller musste zunächst gegen das veraltete Fluggerät kämpfen, nicht einmal Funk gab es.

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Das änderte sich ein Jahr später, als er mit der britischen Royal Airforce (RAF) kämpfte. Die besten Piloten schlossen sich den Briten an, bekannt wurde das ruhmreiche rein polnischen Geschwader 303 der RAF. Der vorzügliche und gut ausgebildete polnische Fliegerkorps, das 1939 fast vollständig nach Westeuropa gewechselt hatte, war eine der Hauptursachen, warum Görings Luftwaffe in der Luftschlacht um England nicht siegen konnte.

Der Verrat der Westmächte

"Einige Wochen später informierte Premierminister Churchill das Parlament über das Abkommen von Jalta", schreibt Kornicki in seinen Memoiren, "Wir waren wie vom Blitz getroffen."

"Sie haben für den Preis der Freiheit Polens Stalins Zusammenarbeit erkauft. Leute, die dafür verantwortlich sind, haben uns damit klar und deutlich gesagt: Begebt euch weiter in die Sklaverei! Warum wusste unsere Regierung nichts davon? Für unsere Tapferkeit vor dem Feind haben sie uns den roten Tyrannen überlassen. Wofür haben wir hier gekämpft?!"("Skrzydła", Franciszek Kornicki, 1945, www.mysliwcy.pl)

Man ehrt das Andenken der Helden, aber...

Wahrscheinlich ist er auch deshalb bis 1972 in der britischen Armee geblieben.

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Eine andere Entscheidung hat damals der erfolgreichste polnische Jagdpilot des Zweiten Weltkriegs, Stanislaw Skalski, getroffen.

Er kam 1947 nach Polen zurück und war wieder in der polnischen Luftwaffe. 1948 infolge der stalinistischen Säuberungen verhaftet, wurde er 1950 zum Tode verurteil. Im darauffolgenden Jahr wurde er allerdings begnadigt, 1956 freigelassen und rehabilitiert. Danach diente er wieder in der Luftwaffe der Volksrepublik Polen. 1988 wurde er zum Brigadegeneral befördert: "Wir haben nur ein polnisches Vaterland."