Zum Auftakt der internationalen Ernährungs- und Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“, rief ein breites Bündnis von mehr als 120 Organisationen zur Groß-Demo in Berlin auf.

Unter dem Motto „Wir haben es satt!“, setzten Landwirte, Natur- und Verbraucherschützer ein lautstarkes Zeichen gegen das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU. Die Erwartungen der Veranstalter von 10.000 Teilnehmern wurden dabei weit übertroffen und so zogen 50.000 Menschen vom Potsdamer Platz, quer durch Berlins Innenstadt, bis vor das Bundeskanzleramt. 

Begleitet wurden sie dabei von über 90 Traktoren, welche die Stadt zeitweise zum Erliegen brachten. 

Samba-Gruppen und einfallsreiche Kostüme bei jung und alt machten die Demonstration zu einem bunten und fröhlichen Umzug, der jedoch ernste Anliegen vorbrachte. 

Während Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich fragte, ob bei den angesprochenen Themen etwas zu ändern sei, folgten Politiker von Grünen, SPD und Linken dem Aufruf gegen Massentierhaltung, Gentechnik und das geplante Freihandelsabkommen. 
So forderte die Fraktionschefin der Grünen Katrin Göring-Eckardt Veränderungen in der Fleischproduktion und betonte, dass Antibiotika hier nicht mehr zum Einsatz kommen dürfe. Und SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sprach sich dafür aus, dass Lebensmittel von hoher Qualität für den Verbraucher erschwinglich bleiben müssen. Aus Brüssel kamen zudem ungewöhnlich deutliche Worte. So forderte EU-Agrarkommissar Phil Hogan gegenüber der Passauer Neuen Presse „wo bio draufsteht, muss bio drin sein“.

Genau diese Punkte sehen die Demonstranten jedoch mit dem Freihandelsabkommen gefährdet, weswegen sie trotz der kalten Temperaturen auch bei der Abschlusskundgebung noch Stunden ausharrten. Hier berichteten Gastredner aus den USA, dass sich auch auf der anderen Seite des Atlantik Widerstand gegen das geplante Abkommen formiere. Daher ist schon im April ein globaler Aktionstag gegen das Freihandelsabkommen geplant. Dann auch wieder mit einer Groß-Demo in Berlin.