Am Donnerstag gab die bengalische Regierung bekannt, dass insgesamt 7.000 Personen inhaftiert wurden. Diese müssen sich nun für die gewaltsamen Proteste im Rahmen der Inhaftierung der ehemaligen Ministerpräsidentin Begum Khaled Zia verantworten.


Zia war bereits zweimal Ministerpräsidentin des Landes. Bei ihrer ersten Wahl im Jahr 1991 war sie das erste weibliche Staatsoberhaupt in der Geschichte des Landes. Zudem war sie die zweite Frau überhaupt, nach Benazir Bhutto in Pakistan, die das höchste Regierungsamt in einem islamischen Land bekleidet hat.


Die Spannungen im Land forderten bereits eine Vielzahl an Todesopfern


Die Proteste begannen vor 15 Tagen, nachdem die ehemalige Ministerpräsidentin Zia von der Polizei verhaftet wurde. Auslöser der Inhaftierung war ihre Drohung, eine Massenkundgebung gegen ihre politische Rivalin Premierministerin Sheikh Hasina durchführen zu wollen.


Als Antwort auf die Verhaftung kam es anschließend zu schweren Ausschreitungen, bei denen insgesamt 29 Menschen ums Leben gekommen sind. Dabei forderten Zias Unterstützer die Regierung zum Rücktritt auf, sowie die Durchführung von sofortigen Neuwahlen. Im vergangenen Januar hatten ihre Unterstützer noch die Parlamentswahlen boykottiert.


Die amtierende Ministerpräsidentin Hasina beteuerte am Dienstag jedoch abermals, dass ihre Regierung keinen Anlass für Neuwahlen sehe und sie bis zum Ende ihrer Amtszeit im Jahr 2019 weiter regieren werde. Zudem forderte sie die  Sicherheitsbehörden zu einem noch härteren Vorgehen gegen alle gewaltbereiten Oppositionellen auf.


Zur selben Zeit sagte Zia, dass ihre Bangladesh Nationalist Party (BNP ) und deren islamistischen Verbündeten nicht für die Proteste und Bombenanschläge verantwortlich sind und forderte die sofortige Freilassung aller Oppositionsvertreter.


Derweilen haben sich die Vereinigten Staaten , Großbritannien und die Europäische Union sich besorgt über die Unruhen geäußert . Als größter Exportmarkt für Waren aus Bangladesch, hat insbesondere die Europäische Union die Regierung und die Opposition eindringlich dazu aufgefordert Friedensgespräche zu beginnen.