Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat am Sonntagmorgen mit einem Angriff auf die Hauptstadt des Bundesstaates Borno in Nigeria begonnen. Nigerianische Militärvertreter meldeten, dass die Gefechte in Maiduguri gegen Mitternacht begonnen hätten und weiterhin andauerten. Das Nigerianische Verteidigungsministerium teilte über Twitter mit, dass neben Maiduguri auch der Verkehrsknotenpunkt Monguno von den Terroristen attackiert würde. Die Armee und Luftwaffe seien dabei, die Islamisten zurückzuschlagen. Zahlen möglicher Todesopfer oder Verletzter wurden bisher noch keine genannt. Augenzeugen berichteten über andauernden Gefechtslärm und Militärhubschrauber, die über der Stadt kreisten. Sie seien von lauten Explosionen und Schusswechseln geweckt worden und nigerianische Sicherheitskräfte hätten Geschäfte und ganze Straßen gesperrt. „Es fliegen überall Kugeln. Wir hören nur noch Schüsse und Explosionen. Eine Person aus meiner Nachbarschaft wurde beim Versuch in die Stadt zu fliehen von einer Panzerfaust getroffen und getötet“, sagte ein Bewohner gegenüber der Nachrichtenagentur France-Presse.

Die Nigerianische Zeitung „Premium Times“ berichtete, dass die Großstadt bereits seit Samstagabend von hunderten Boko Haram-Kämpfern unter Beschuss genommen wurde.

Über die geschätzten 1,2 Millionen Einwohner Maiduguris wurde „bis auf Weiteres“ eine Ausgangssperre verhängt.

Bereits 2013 versuchte Boko Haram die strategisch wichtige Stadt Maiduguri einzunehmen. Allerdings wurden sie erfolgreich von der nigerianischen Armee zurückgeschlagen. Die Millionenstadt wurde zur Heimat von zehntausenden Menschen, die in der Vergangenheit vor den Angriffen Boko Harams geflüchtet waren.

Boko Haram ließ knapp 190 Geiseln frei

Nur wenige Stunden vor den Angriffen ließen die Islamisten, nach Angaben der Nigerianischen Behörden etwa 190 Gefangene frei. Sie waren vor etwa drei Wochen verschleppt worden. Mehrere der freigelassenen Frauen gaben an, sie seien weggeschickt worden, weil sie sich weigerten nach den strengen Regeln von Boko Haram zu leben. Mindestens 20 der Entführten würden allerdings noch immer von Boko Haram festgehalten werden, teilte ein Sprecher des Gouverneurs von Yobe mit. #Terror