Eine unglaubliche Geschichte, die sich liest wie ein unfassbar grausamer Krimi…

Laut dem „Tagesspiegel“ hat das Berliner Landgericht heute Vormittag für die Mörder einer 21-jährigen jungen Frau viermal lebenslange Haft festgesetzt. Eine weitere Angeklagte kam mit nur vierzehn Jahren und sechs Monaten davon.

Das Opfer „Christin R.“ wurde im Juni 2012 auf einem Schwimmbadparkplatz in Berlin-Lübars erdrosselt aufgefunden. Zwei vorherigen Mordversuchen konnte sie bis zu diesem Zeitpunkt noch erfolgreich entgehen. Insgesamt wurden fünf Personen für den Mord an der jungen Frau angeklagt.

Versicherungspolicen sollen Motiv gewesen sein

Die Haupttäter im vorliegenden Fall sind der 26-Jährige Ex-Freund des Opfers Robin H. und dessen Mutter Cornelia H., sie sollen gemeinsam den Mord geplant haben. Der „Spiegel“ berichtet davon, dass etwa 2,5 Mio. Euro in Form von acht Lebensversicherungen der Grund für das laut Anklage vorliegende Mordkomplott gewesen sein sollen. Mutter und Sohn wollten einen Reiterhof führen, allerdings fehlte ihnen das Geld. Und so schlossen sie mit gefälschten Unterschriften die Versicherungspolicen für Christin R. ab, diese arbeitete zu der Zeit auf dem Hof von Cornelia H.

Robin H. und seine Mutter werden nicht nur wegen Mordes angeklagt, sondern auch wegen vorhergehender Mordversuche.

Mutter zieht sich durch angeblichen Black-Out aus der Affäre

Laut dem „Spiegel“ hatte Cornelia H. schon im April 2012 einen Anschlag auf das Opfer verübt und Christin R. ein Messer in den Rücken gejagt, doch ihr Mordversuch scheiterte. Christin R. zog kurz darauf zurück zu ihren Eltern, trennte sich jedoch nicht von dem Angeklagten. Im Nachhinein erklärte Cornelia H., einen Blackout gehabt zu haben und kam tatsächlich mit ihrer Tat davon.

Ein zweiter Mordversuch, diesmal durch Tanja L., die Geliebte des Ex-Freundes, scheiterte ebenfalls. Robin H. und Tanja L. hatten sich in einem Stall kennengelernt, zur selben Zeit als Robin H. noch mit seiner Freundin Christine R. zusammen war, von dieser hatte er allerdings nie ein Wort erwähnt. Er sprach wohl immer nur von einer aufdringlichen Blondine, die auf dem Hof seiner Mutter arbeiten würde. Im Juni 2012 solle Robin H. Tanja L. dann dazu angestiftet haben, sich mit Christine R. zu treffen und ihr etwas ins Sektglas zu mischen. Robin H. hatte Kaliumchlorid in einer Apotheke besorgt, dieses wirkte allerdings nicht tödlich.

Auftragsmörder erhielt nur 500 Euro für die Tat

Doch laut eigener Aussage von Tanja L. dachte Robin H. an Alles andere, nur nicht ans Aufgeben. Den einzigen „Erfolg“ in dieser Angelegenheit konnte schließlich der Bruder von Tanja L. verbuchen, Sven L. hatte schließlich den Auftragsmörder angeheuert, der das Opfer anschließend auf dem Schwimmbadparkplatz erdrosselte. Robin H. soll noch zuvor Tanja L. gefragt haben, ob ihr Bruder, ein ehemaliger Häftling, nicht jemanden kennen würde, der Christin R. für Geld umbringen würde. Für 1000 Euro vermittelte der Sven L. ihm den 22-jährigen Steven M. 500 Euro kassierte der Bruder selbst, und 500 Euro gab es für den Auftragsmord. Tanja organisierte mit Christin R. ein weiteres Treffen, auf dem Weg dorthin sammelte sie nach eigenen Angaben den Auftragsmörder Steven M. mit einem Mietwagen am Bahnhof ein. Robin H. hätte Tanja L. ständig über die Freisprechanlage Anweisungen gegeben, wo sie hinfahren und was sie sagen sollte.

Auch in der eigentlichen Mordnacht lief dann nicht alles nach Plan. Christin R. kam nicht allein zum Treffpunkt, daher hatten sie nicht wie geplant, handeln können. Als Tanja L. zurück nach Hause fahren wollte, habe Robin R. sie abgefangen und Christin R. sei allein wiedergekommen. Sie hätten dann mit dem Opfer auf dem Parkplatz gestanden. Als der Ex-Freund des Opfers kurz Pinkeln gegangen sei, sprang Steven M. aus dem Gebüsch und erdrosselte Christin R. von hinten. Tanja L. fuhr nach eigener Aussage daraufhin nach Hause und ging am nächsten Tag an die Arbeit als sei nichts gewesen. Das letzte, was sie von Robin H. gehört hatte, war die Nachricht am Abend danach – Die Polizei wäre da. Bei ihrer Vernehmung wurde Tanja L. mitgeteilt, Robin H. hätte sie verleugnet. Auch von seiner Beziehung zu Christin R. soll sie erst durch die Ermittler erfahren haben.

Der 24-jährige Pizzabote, Steven M. erhielt lebenslänglich wegen Mordes, da er das Opfer für 500 Euro kaltblütig erwürgt haben soll. Der 25-jährige Sven L. soll den Kontakt zu dem Auftragsmörder hergestellt haben, daher wurde dieser wegen Anstiftung zum Mord ebenfalls zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Einzige, die bereits 2013 eine Beteiligung an der Tat eingeräumt hatte, war die 29-jährige Fleischereifachverkäuferin Tanja L. Sie wurde wegen Mordversuchs und Mordes verurteilt und erhält im Gegensatz zu allen anderen Angeklagten nur eine Haftstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten.