Der irakische Parlamentspräsident Selim al- Jabouri hat von den Vereinigten Staaten und deren Koalitionspartnern gefordert ihre Anstrengungen gegen die Extremistengruppe "islamischer Staat" zu intensivieren. In einem Gespräch zwischen US Marine General John Allen und Vertretern der Regierung von Ministerpräsident Haidar al- Abadi verdeutlichten diese, dass sich das Land alleingelassen fühle. Selim al- Jabouri kritisierte, dass die internationale Unterstützung nicht ausreiche, um die Situation im Irak wieder unter Kontrolle zu bekommen. Er forderte von den Vereinigten Staaten neue Luftangriffe gegen die Kämpfer und Festungen der ISIS zu starten.

US werten die bisherigen Militäraktionen als Erfolg

US Marine General John Allen sieht die Situation deutlich positiver. Am Mittwoch teilte er Journalisten in Bagdad mit, dass die internationale Koalition gegen die ISIS stärker wird und sich alle über die Verpflichtungen gegenüber dem Irak und deren Bürgern bewusst sind.

Der Krieg im Irak begann vor gut einem Jahr. Damals kam es zu Auseinandersetzungen zwischen überwiegend schiitischen Sicherheitskräften und sunnitischen Demonstranten sowie Stammesangehörigen in der westlichen Provinz Anbar. Diese Spannungen nutzte der islamische Staat zu seinen Gunsten und verbündete sich mit einem Großteil der sunnitischen Minderheit. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte die ISIS bereits große Teile des östlichen Syriens.

Im Juni 2014 ist es den Militanten dann gelungen, Mosul, sowie weitere Teile im Norden Iraks einzunehmen und gleichzeitig seine Kontrolle über Anbar auszubauen. Als die Extremistengruppe dann im August anfing, die in erster Linie von Kurden kontrollierten Gebiete im Norden des Landes, anzugreifen, orderte Barack Obama schließlich Luftangriffe an. Gleichzeitig wurde eine Koalition mit Ländern aus der westlichen und arabischen Welt gebildet, um fortan die ISIS zu bekämpfen.

Die Situation ist weiterhin kritisch

Zwar ist es dem irakischen Militär inzwischen gelungen, einige von der ISIS kontrollierten Gebiete zurück zu gewinnen. Allerdings kontrollieren diese noch immer weite Teile im Westen und Norden des Landes. Zeitweilig hatte die Extremistengruppe sogar einen Angriff auf die Hauptstadt Bagdad geplant. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die bisherigen Bemühungen ausreichen werden, um den islamischen Staat vollends in die Knie zu zwingen und aus dem Irak zu vertreiben.