Am 11. Januar nahmen hunderttausende Franzosen und mehr als 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, unter anderem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Palästinas Präsident Mahmoud Abbas, am Pariser Solidaritätsmarsch zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlages auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ teil, um ein Zeichen gegen den Terror zu setzen.

Während des Marsches twitterte das britische Parlamentsmitglied der Liberaldemokraten David Ward: „#Netanyahu marschiert in Paris – WAS!!!! Das macht mich krank.“

In einem anderen Beitrag schrieb er: „Je suis #Palestinian“ in Anlehnung an die Solidaritätsbekundung „#Jesuischarlie“.

Verärgert über diese Twitter-Beiträge, schrieb Daniel Taub, der israelische Botschafter in Großbritannien, dem Parteiführer der Liberaldemokraten und Vizepremier Großbritanniens Nick Clegg einen Brief und beschwerte sich über Wards „anstößigen und schockierenden“ Kommentare.

Es macht mir keine Freude, Ihnen noch einmal zu schreiben, um meine Abscheu gegenüber der Aussage von David Ward über die Anwesenheit des Premierministers von Israel bei dem Solidaritätsmarsch in Paris zum Ausdruck zu bringen“, schrieb Taub, „zu einem Zeitpunkt, an dem die Staatsoberhäupter aus aller Welt zusammengekommen sind um die extremistische Gewalt zu verurteilen, ist die Aussage von Herrn Ward ein schändlicher Versuch das Leiden anderer zu politisieren, Israel zu delegitimieren und Terrorakte zu rechtfertigen.“

Es offenbare auch eine gefühllose Missachtung der Juden in Frankreich, fügte Taub hinzu und fragte warum David Ward, trotz der seiner früheren Aussagen gegenüber Israel, noch immer Mitglied der Liberaldemokratischen Partei sei.

Ein Sprecher der Liberaldemokraten äußerte gegenüber BBC, dass Ward bezüglich Israel nicht für die Partei spreche. „Er hat bekanntermaßen seine ganz eigene Meinung zu diesem Thema, aber sein Tweet war zweifelsohne geschmacklos.“

Es war nicht das erste Mal, dass Ward mit seinen Bemerkungen gegenüber Israel für Kontroversen sorgte:

Im Jahr 2013 verglich Ward Israels Behandlung der Palästinenser mit dem Holocaust. Im selben Jahr twitterte er: „Liege ich falsch oder habe ich Recht? Auf lange Sicht verlieren die Zionisten den Kampf – Wie lange hält der Apartheid-Staat Israel durch?“

Für diese Bemerkung wurde er im Juli 2013 für drei Monate von der Liberaldemokratischen Partei suspendiert.

Im Juli 2014, während der Operation „Protective Edge“ der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, war er gezwungen sich öffentlich zu entschuldigen, nachdem er twitterte: „Die große Frage ist – Wenn ich in Gaza leben würde, würde ich eine Rakete abfeuern? Wahrscheinlich ja.