Eigenen Angaben zufolge, konnten Kameruns Streitkräfte 24 der bis zu 80 Geiseln aus der Gewalt der nigerianischen Islamistengruppe befreien. Diese hätten die Angreifer auf deren Weg nach Nigeria verfolgt und in einen Kampf verwickelt, im Zuge dessen konnten mehrere Geiseln befreit werden, sagte ein Sprecher des kamerunischen Verteidigungsministeriums. Andere Geiseln hätten es geschafft zu fliehen.

Einige Geiseln wurden von den Islamisten als lebende Schutzschilde missbraucht, sagte ein Armeesprecher gegenüber der Associated Press. Angaben über Todesopfer wurden keine gemacht.

Am Sonntagmorgen überfielen vermeintliche Kämpfer der islamistischen Gruppierung Boko Haram mehrere Dörfer in Kamerun und entführten dabei bis zu 80 Menschen. Unter den Entführten befanden sich zum größten Teil Frauen und Kinder zwischen 10 und 15 Jahren.

Nigeria in der Kritik

Derweil kritisieren die Republik Niger und Kamerun, dass Nigeria den Anstrengungen Boko Haram zu bekämpfen, nicht genug Aufmerksamkeit schenke.

Die nigerianischen Politiker scheinen nach Meinung der Korrespondenten mehr damit beschäftigt zu sein, sich für die Wahlen im kommenden Monat vorzubereiten, als sich mit Fragen der Sicherheit zu beschäftigen.

Angela Merkel sichert finanzielle Hilfe im Kampf gegen Boko Haram zu

Bereits letzten Freitag entsandte Tschad Truppen ins benachbarte Kamerun um die hiesigen Streitkräfte im Kampf gegen die islamistische Miliz zu unterstützen. Ghanas Präsident John Mahama verkündete, dass man sich diese Woche berate, um Boko Haram mit einer regionalen afrikanischen Einsatztruppe zu bekämpfen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Pläne Ghanas und sicherte Mohama bei einem Treffen in Berlin finanzielle Hilfe zu. Man würde innerhalb der Europäischen Union darüber sprechen, wie eine finanzielle Hilfe möglich sei. „Es ist unser gemeinsames Interesse, dass wir eine solche Truppe auch nachhaltig finanzieren können“, sagte Angela Merkel. Boko Haram verübe “abscheuliche und brutale Verbrechen an der Zivilbevölkerung in Nigeria und in Kamerun“. Eine militärische Unterstützung seitens der EU-Staaten sei allerdings vorerst nicht angedacht.