Auf seinem Flug von Sri Lanka in die philippinische Hauptstadt Manila antwortete der Pontifex auf die Fragen der Journalisten bezüglich des Anschlags auf das Satiremagazin Charlie Hebdo, dass die Meinungsfreiheit zwar wie die Religionsfreit „ein fundamentales Menschenrecht“ sei, allerdings sollte diese „ohne jemanden zu beleidigen“ ausgelebt werden. 

Der 78 Jährige Argentinier mahnte, dass jede Religion ihre Würde habe, über die man sich nicht lustig machen dürfe. Der Glaube eines Menschen dürfe nicht beleidigt oder ins Lächerliche gezogen werden.

„Viele Menschen ziehen über Religion her, das kann passieren, hat aber Grenzen.“ Wo die Grenze bei ihm selbst liegt, untermauerte er prompt mit einem Beispiel und bezog dafür seinen Reisekoordinator Alberto Gasbarri, der neben ihm stand, mit ein: „Wenn mein guter Freund Dr. Gasbarri ein schlechtes Wort über meine Mutter sagen würde, dürfte er einen Faustschlag erwarten,“ und deutete einen solchen in Alberto Gasbarris Richtung an. „Das ist ganz normal. Man kann andere nicht provozieren, man kann nicht den Glauben anderer beleidigen, man kann sich nicht über den Glauben lustig machen,“ sagte der Papst und fügte hinzu, dass Beleidigungen und Provokationen Gewalt hervorrufen können.

Man dürfe allerdings nicht im Namen der Religion töten oder Kriege führen und schon gar nicht im Namen Gottes, betonte Papst Franziskus mit Blick auf die Angriffe in Paris. „Das, was gerade passiert, erstaunt uns. Aber denken wir immer auch an unsere Geschichte, es gab große Religionskriege. Denken Sie an die Bartholomäusnacht. Auch wir sind Sünder, aber man darf im Namen Gottes nicht töten“.

Bereits am Montag verurteilte Papst Franziskus in seiner jährlichen Ansprache vor den ausländischen Botschaftern im Vatikan religiöse Fundamentalisten. Diese lehnten Gott ab und machten ihn zu einem bloßen Vorwand für ihre Taten. Die Angriffe in Paris zeigten aber auch wie Gewalt und Tod entstünden, wenn man den Glauben anderer Menschen ablehne.

Am Mittwoch sorgte das Satiremagazin Charlie Hebdo durch ihre erste Ausgabe nach den Anschlägen, mit einer Rekordauflage von 3.000.000 Exemplaren, erneut für Empörung bei Muslimen auf der ganzen Welt und zog wieder den Hass von radikalen Islamisten auf sich. Die Karikatur auf dem Deckblatt zeigt einen weinenden Propheten Mohammed mit einem Schild in der Hand, auf dem steht „Ich bin Charlie.“

Ägyptische Islamgelehrte der religiösen Einrichtung Dar al-Ifta in Kairo werten die Karikaturen als einen „rassistischen Akt“ und eine bezeichnen sie als „ungerechtfertigte Provokation von 1,5 Milliarden Muslimen weltweit“ die eine neue Welle des Hasses in der französischen und in westlichen Gesellschaften auslösen werde.