Venezuelas Wirtschaft in der Krise

Ministerpräsident Maduro bestätigt die Krise und beschuldigt die Opposition für die Finanzkrise verantwortlich zu sein


Nachdem die Wirtschaft im vergangenen Jahr um 2.8% geschrumpft ist und die Inflation um über 64% gestiegen ist, gibt nun auch erstmals Venezuelas Ministerpräsident Maduro offen zu, dass sich das Land in der Krise befindet.

Allerdings weigert er sich die Verantwortung für diese Krise zu übernehmen. Vielmehr beschuldigte der Nachfolger von Hugo Chavez, in seiner jährlichen Ansprache vor dem Parlament am Mittwoch, die Opposition für diese Finanzkrise verantwortlich zu sein. Er erhebte dabei schwere Vorwürfe und sprach von systematischen Versuchen der Opposition das Land zu destabilisieren.

Ein Land in einem anhaltenden Abwärtstrend

Im Jahr 2014 kam es zu vier Monate anhaltenden Protesten im Land, bei denen insgesamt 43 Menschen getötet wurden. Unter ihnen sowohl Demonstranten, als auch Anhänger der Regierung und Sicherheitskräfte .

Die Opposition hingegen sagt, dass 15 Jahre verfehlte sozialistische Politik und Korruption seit Chavez Machtübernahme, Venezuelas Wirtschaft zerstört hätten.

Die Rede von Maduro war mit Spannung erwartet worden, nachdem dieser vorher Maßnahmen zur Bekämpfungen der Krise angekündigt hatte. Dabei wurde insbesondere von Wirtschaftswissenschaftlern spekuliert, dass es zu einer Abwertung der lokalen Währung Bolivar kommen könnte.


Düstere Aussichten für das Jahr 2015


Am Mittwoch hatte Alejandro Werner vom internationalen Währungsfond in einer Prognose bekanntgeben, dass Venezuelas Wirtschaft auch im Jahr 2015 weiter schrumpfen wird. Es wird insgesamt von einem Rückgang von 7% ausgegangen, welcher in erster Linie mit dem sinkenden Ölpreis zusammenhängt.


Vor dem Hintergrund der in diesem Jahr anstehenden Parlamentswahlen und Maduros stetig sinkenden Umfragewerten, kann sich der Präsident jedoch keine Unangenehmen Entscheidungen erlauben. Aus diesem Grund ist es auch verständlich, dass dieser, trotz der wirtschaftlichen Krise, weiterhin an den hohen Subventionsausgaben aus der Chavez Ära, wie beispielsweise für freie Krankenhäuser, festhält. Es bleibt also mehr als fraglich, ob sich das Land in diesem Jahr nachhaltig aus der Krise manövrieren kann.