Einen Tag nach der Militäroffensive der tschadischen Armee im Nordosten Nigerias, bei der mindestens 200 Boko Haram-Kämpfer getötet wurden, hat die islamistische Terrorgruppe in der kamerunischen Stadt Fotokol offenbar aus Rache Dutzende Bewohner abgeschlachtet.

Augenzeugen berichten, dass die Islamisten am Mittwochmorgen in die Stadt eingefallen waren, von Tür zu Tür gingen und mehreren Bewohnern die Kehlen durchschnitten. Zudem sollen nach Angaben der kamerunischen Streitkräfte zahlreiche Menschen auf den Straßen abgeschlachtet, in mehreren Moscheen das Feuer eröffnet und die Hauptmoschee in Brand gesetzt worden sein. Dabei wurden der Imam und mehrere Menschen, die sich zum Morgengebet in der Moschee eingefunden hatten, getötet.

"Boko Haram hat an diesem Morgen so viel Schaden angerichtet, sie haben dutzende Menschen getötet" sagte Umar Babakalli, ein Bewohner Fotokols, der AFP. "Sie zündeten Häuser an und töteten Zivilisten und Soldaten", hieß es aus Sicherheitskreisen.

Eine genaue Zahl der Todesopfer konnte Didier Badjeck, der Sprecher der kamerunischen Armee, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen, man gehe aber davon aus, dass mehr als 100 Menschen bei dem Angriff getötet wurden.

Die islamistische Terrormilz konnte letztlich durch kamerunische Streitkräfte mit Unterstützung von, im benachbarten Gamboru stationierten tschadischen Soldaten nach einem mehrstündigen Feuergefecht zurückgeschlagen werden. Dabei seien nach Angaben des kamerunischen Informationsministers, Issa Tchiroma, mindestens 50 Boko Haram-Kämpfer und sechs Soldaten getötet worden.

Am Dienstag waren die tschadischen Truppen nach tagelangen Luftangriffen auf Stellungen der Rebellen in Fotokols Nachbarstadt Gamboru, erstmals mit etwa 2.000 Soldaten nach Nigeria vorgedrungen und haben bei Gefechten gegen die #Terror-Miliz knapp 200 Islamisten getötet. Wie der Generalstab der tschadischen Armee am Mittwoch mitteilte, starben bei den Gefechten in Gamboru neun tschadische Soldaten.

Die tschadischen Truppen bezogen auch an der Grenze zwischen Nigeria und Niger Stellung. Bereits am Ende der vergangenen Woche wurden nach eigenen Angaben mehr als 120 Islamisten bei einem Angriff der tschadischen Armee von nigrischer Seite aus in der nigerianischen Grenzstadt Malam Fatori getötet.

Die tschadische Armee gilt als eine der stärksten in der Region. Nach Angaben der nigerianischen Armee, verletzt der Tschad durch ihr Vorgehen nicht die staatliche Souveränität des Landes. Die Angriffe seien ein Teil der gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen Boko Haram. #Krieg