War Debelzewe der Anfang vom Ende der Ukraine? Betrachtet man die Fakten, so scheint einem Voranschreiten der Seperatisten nach Charkow und nach Kiew nur noch wenig im Wege zu stehen. Vor einigen Tagen teilte Präsident Poroschenko mit, dass sich etwa 80 Prozent der ukrainischen Truppen aus der Region um Debalzewe zurückgezogen hätten. Dabei verzichtete die Ukraine auf eine militärische Auseinandersetzung und konnte so, laut eigenen Angaben, wenigsten die Anzahl der Todesopfer in Grenzen halten.

Poroschenko bittet den Westen militärische Hilfe zu leisten

Um die Lage in der Ukraine zu stabilisieren und den Verlust von weiteren Territorien zu verhindern, haben das ukrainische Staatsoberhaupt und sein Stabsoffiziere, eine von der UNO beauftragte Friedensmission vorgeschlagen. Doch genau hier liegt das Problem, denn Russland hält die #Europäische Union im Bürgerkrieg in der Ukraine ohnehin für befangen. Daher erscheint es nahezu ausgeschlossen, dass die russischen Abgeordneten ihre Zustimmung bei einer möglichen Wahl im UN-Sichercheitsrat erteilen würden. Laut den führenden Staatsoberhäuptern in der Europäischen Union und der OSZE, könnte Kiew lediglich darauf hoffen, dass das Minsker Abkommen eingehalten werde. In diesem Zusammenhang ist es auch nicht verwunderlich, dass Poroschenko bereits mehrfach den US Vizepräsidenten Biden darum gebeten hat, US-amerikanische Waffen an die Ukraine zu liefern.

Die Ereignisse der letzten Tage verdeutlichen jedoch, dass eine schnelle Lösung des Ukraine-Konfliktes immer wichtiger wird. Sollte dies nicht geschehen, droht in naher Zukunft ein kompletter Zerfall des Landes.

Eine Waffenlieferung der USA an die Ukraine könnte jedoch weitreichende Folgen nach sich ziehen. Diesbezüglich hatte Medwedew jüngst verkündet, dass Russland darüber nachdenke in kürze ein Abkommen mit dem Iran zu unterzeichen. Inhalt dieses Abkommens ist die Lieferung eines Mehrzweck-Flugabwehr-Raketensystems vom Typ S-300. Dabei sei es nicht ausgeschlossen, dass dies erst der Anfang der Partnerschaft mit dem Iran sein und weitere Lieferungen folgen könnten.

Daher sind die Risiken, die dieser Konflikt birgt, weitreichender als die Auseinandersetzung zwischen Kiew und Russland. Sollten die USA sich dazu entschliessen Kiew mit Waffen zu unterstützen, könnten sich die weltweiten Spannungen nochmals verschärfen. Das Hauptproblem liegt dabei in der Tatsache, dass auch Waffenlieferungen an Kiew nicht gleichbedeutend mit einem Sieg der ukrainischen Armee sind. Diesbeüglich berichtete das "Wall Street Journal" in seiner Ausgabe vom vergangenen Donnerstag, dass mögliche Waffenlieferungen an die Ukraine sich aufgrund von undurchsichtigen Machtstrukturen in Kiew, sowie unzureichender Lagerbestände in den USA, voraussichtlich um mehrere Monate verzögern könnten.

Parallelen zu Dien Bien Phu

Die momentane Lage ist vergleichbar mit Dien Bien Phu. Es ist inzwischen rund 61 Jahre her, dass französischer Streitkräfte diese Schlacht in Vietnam verloren haben. Damals wie heute, hat eine Regierung, in diesem Fall die französische, hoch gepokert und am Ende verloren. Der Ausweg für die Ukraine könnte somit in Zugeständnisse gegenüber den ukrainischen Russen liegen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann dies jedoch als unwahrscheinlich erachtet werden, da dies mit einem hohen persönlichen Risiko für Poroschenko verbunden wäre. Sollte dieser tatsächlich Zugeständnisse machen, muss er damit rechnen in kürzester Zeit von ukrainischen Nationalisten gestürzt zu werden.

Ein Ausweg aus diesem Konflikt erscheint somit immer komplizierter. Eines ist jedoch sicher. Sollten die Machteliten in Kiew sich nicht bald auf einen einheitlichen Kurs einigen, droht dem Land die endgültige Spaltung. #Krieg