Die vorherigen Teile des Essays beschäftigten sich mit der Frage, ob Sozialarbeiter auch politisch unverantwortlich handeln dürfen, wenn dies dem Wohle des Klienten, des es zu schützen gilt, zukommt. Diese Frage wurde anhand eines praktischen Beispieles erörtert und soll nun abschließend beantwortet werden.

Zusammengefasst kann an dieser Stelle also festgehalten werden: Egal ob die Sozialarbeiter politische Macht besitzen oder nicht, sie dürfen nie politisch unverantwortlich handeln und der Korruption zustimmen, da dies ihrer persönlichen Verantwortung widersprechen würde. Vielmehr müssten sie, sollten sie keine politische Macht haben, versuchen, das Mädchen vor ihrem Vater zu schützen (z.B. durch einen Schul- oder Heimwechsel). Wäre dieser Schutz allerdings möglich, so könnte argumentiert werden, dass die Sozialarbeiter dadurch bereits Handlungsoptionen und daher eine Minimalmacht besitzen. Sobald diese vorhanden ist, kann man von einer politischen Macht sprechen, was damit nicht nur einen Entzug der Unterstützung der Regierung, sondern auch einen aktiven Widerstand erfordert. Zusätzlich müssen trotzdem Maßnahmen getroffen werden, um das Kind zu schützen, solange es nicht auf anderem Wege gelingt, den Vater hinter Gitter zu bringen. Denkbar wäre hier ein Nachtwächter, der das Heim beobachtet oder die Anstellung eines Arbeitssuchenden, der den Vater in der Stadt im Auge behält. Die Essayfrage kann also mit einem Nein beantwortet werden: Es kann nicht verantwortlich sein, durch 'politisch problematisches' Verhalten, als durch Unterstützung einer verbrecherischen Regierung, einen Klienten vor Gefahr zu schützen, da Sozialarbeiter immer ein Mindestmaß an Macht haben bzw. aktivieren können. Daher müsste in einem solchen Dilemma auf verschiedenen Ebenen Hilfe stattfinden, um sowohl der politischen Verantwortung (sich aktiv auflehnen auf kreative Weise), der natürlichen und künstlichen (Schutz des Kindes) als auch der persönlichen Verantwortung (mein 'Ich' wahren) gerecht zu werden.