Blasting News: Hallo Guillaume. Können Sie uns sagen, wo Sie jetzt sind?

Guillaume: Ich bin zur Zeit Nowoasowsk, nahe der russischen Grenze und Mariupol. An der Küste des Asowschen Meer. Eigentlich bin ich im Krankenhaus. Ich wurde am 19. Januar durch eine explodierende Granate leicht verwundet. Im Moment erhole ich mich.

Blasting News: Warum haben Sie beschlossen, alles in Frankreich aufzugeben um sich bei den Rebellen zu engagieren?

Guillaume: Das ist eine lange Geschichte. Ich bin ein militanter Nationalist und bin daher auf das ganze Geschehen konzentriert. Ich bin müde vom politischen Geschwätz. Ich hatte beschlossen, dass ich auf der Seite vom Föderativen Staat Neurussland stehe und wenn man sich etwas in den Kopf gesetzt hat, muss man damit auch bis ans Ende gehen. In dieser Art von #Krieg, gibt es immer politische Freiwillige. So war es schon immer, in jedem Zeitalter. Und schließlich möchte ich meine Ideologien rechtfertigen. Es ist sehr einfach eine Meinung zu haben, aber es ist auch notwendig diese auch zu verteidigen.

Blasting News: Wie ist die aktuelle Situation im Gebiet der Separatisten?

Guillaume: Im Großen und Ganzen haben wir taktische und strategische Vorteile. Unsere Truppen sind bei weitem motivierter. Allerdings haben wir Schwierigkeiten genug Ausrüstung zu beschaffen. Wir haben auch Koordinationsprobleme zwischen den verschiedenen Einheiten. Unsere militärische Ausbildung könnte auch verbessert werden, so würden wir unnötige Verluste vermeiden. Das Problem ist nicht die Anzahl der Ausbildungsstunden, sondern vielmehr die Unterschiede in der Art der Ausbildung. Ich bin ein Zivilist, wurde aber im westen Ausgebildet. Viele Rebellen haben eine sowjetische Militärausbildung erhalten. Dies ist eine andere Art einen Krieg zu führen, dies kann zu Problemen führen.

Blasting News: Werden ausländische und vor allem westliche Kämpfer anders behandelt?

Guillaume: Es hängt ganz von der jeweiligen Einheit ab. Wir haben gemeinsam mit den Rebellen an vorderster Front gekämpft. Aber es ist wahr, dass einige Kommandeure die ausländischen Kämpfer nur zu Propagandazwecken nutzen wollen. Es hängt alles vom Kommandanten und dem Ort an dem die ausländischen Kämpfer stationiert sind ab. Meine Kameraden, die geblieben sind, kämpfen ebenfalls an vorderster Front.

Blasting News: Gibt viele Menschen aus dem Westen in den Reihen der Rebellen?

Guillaume: Das kann man so nicht sagen. Ich habe nicht die genauen Zahlen, aber in meiner Gruppe waren wir dreißig. Dies ist der erste Krieg, in dem Menschen aus der westlichen Welt Russland unterstützen und gegen eine westliche Regierung kämpfen. Dies hat einen wichtigen symbolischen Wert. Viele andere würden sich uns ebenfalls anschließen, allerdings ist das aus logistischen Gründen nicht immer leicht.

Blasting News: Und was sagen zu denjenigen, die sagen, dass Russland die Fäden bei der Rebellion zieht?

Guillaume: Neurussland ist Russland. Eine russische Präsenz würde mich daher nicht schocken. Aber es gibt keine Präsenz des russischen Staates, nur Freiwillige. Darüber hinaus stammen alle unsere Waffen aus der ukrainischen Armee. Ich sehe es mit meinen eigenen Augen. Dies gilt sowohl für die kleineren Waffen als auch für die Panzer.

Blasting News: Was halten die Rebellen von den Friedensgesprächen?

Guillaume: Wir interessieren uns nicht für die Friedensgespräche. Vor Minsk, hat jede Seite versucht soviel Territorium wie möglich zu erobern, um in einer starken Position zu sein. Man sagt, dass ein Waffenstillstand im besten Fall dazu dient, unsere Batterien wieder aufladen, im schlimmsten Fall ist es der Feind, der seine lädt. Ich denke, dass ein Waffenstillstand mehr Schadet als das es hilft. Es trägt zu einer Verschlechterung der Situation bei, die Artillerie ist noch aktiv, macht aber keinen Fortschritt.

Blasting News: Wie sehen Sie die Zukunft der Ukraine?

Guillaume: Idealerweise sollte man das Land in zwei Teile trennen. Die russische Seite muss unabhängig sein. Natürlich mit Charkow und Odessa. Mit diesen beiden Städten hätten wir einen lebensfähigen Staat. Der Rest der Ukraine darf dann gerne in der Europäischen Union abhängen, wenn sie will. Sie könnten aber irgendwann feststellen, dass sie eine schlechte Wahl getroffen haben, wir werden sehen.

Blasting News: Begrenzt sich der Appetit der Rebellen auf Charkow und Odessa?

Guillaume: Das Rebellen-Hauptquartier ist pragmatisch, realistisch. Wir wollen keine Menschen gegen ihren Willen annektieren. Wir Kämpfen für eine Bevölkerung die voll hinter uns steht. Wir wollen nichts mit dem Westen der Ukraine zu tun haben, diese Menschen sind unsere Feinde.

Blasting News: Frankreich, Ihre Familie und Ihre Freunde - Vermissen Sie sie? Haben Sie keine Angst vor der Reaktion der Behörden, wenn Sie zurückkehren?

Guillaume: Natürlich vermisse ich sie ... Aber es ist so. Ich weiß nicht, wann oder ob ich überhaupt nach Frankreich zurückkehre. Man kann keine Logik der französischen Behörden erwarten. Sie werden mich entweder ignorieren oder sie werfen mich ins Gefängnis. Schauen wir mal.