Die demokratische Republik Kongo ist ein Land, aus dem man nur selten etwas Gutes zu hören bekommt. Doch verfügt, das am Äquator gelegene Land auch über sehr große Rohstoffvorkommen und eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Nebenbei ist es noch für den legendären, „Rumble in the Jungle“ getauften Boxkampf zwischen Mohammed Ali und George Foreman bekannt. Seit der Unabhängigkeit von den belgischen Kolonialherren im Jahr 1965 kam es jedoch immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Nachbarstaaten und lokalen Rebellengruppen, die das Bild des Kongo in der Welt prägten.

Kriege und Ausbeutung erschweren eine positive Zukunft

Der Diktator Mobuto herrschte 32 Jahre lang über das Land in Zentralafrika. In seiner Amtszeit begannen, einhergehend mit dem wirtschaftlichen Niedergang des, zu der Zeit noch unter dem Namen „Zaire“ bekannten Landes, die sogenannten Kongokriege. Hunderttausende Menschen, auf der Flucht vor dem Völkermord im benachbarten Ruanda, kamen Ende der 1990iger Jahre in das Land. Die überwiegend der Volksgruppe der Hutu angehörenden Flüchtlinge konnten jedoch ihren Peinigern, den Angehörigen der ruandischen Tutsi-Regierung auch hier nicht entkommen. Sie wurden weiterhin verfolgt und ermordet. Währenddessen übernahmen die Tutsi-Soldaten, nach erbitterten Kämpfen mit Mobutos Armee, durch die Hilfe von Mobutu-Gegnern schließlich die Macht über Zaire.

In Folge dessen kam 1997 der kongolesische Rebellenchef Laurent Kabila an die Macht, wobei eine seiner ersten Amtshandlungen die Umbenennung des Staates in „Demokratische Republik Kongo“ war. Doch es gab weiterhin Auseinandersetzungen zwischen den Verbündeten Putschisten, welche beinahe zu einem erneuten Regierungssturz führten, welcher jedoch nur ein Jahr später durch die Intervention von Angola und Simbabwe, welche Kabila unterstützten, abgewendet werden konnte. Die Folge waren zahlreiche Stellungskriege, die das Land spalteten, bis letztendlich im Jahr 2003 Friedensverhandlungen, unter dem neuen Staatspräsidenten und Sohn von Laurent Kabila, Joseph Kabila, mit den ruandischen Rebellengruppen abgehalten wurden, welche zu einem Ende des Krieges führten.

Das Land war nun wirtschaftlich wie gesellschaftlich zerstört und beklagte Millionen von Kriegsopfern. Die ersten demokratischen Wahlen im Jahr 2006, die keinen Regierungswechsel brachten, konnten das Entstehen weiterer Konfliktzonen verhindern. Wieder kam es zu kriegerischen Handlungen im Osten des Landes. In der Provinz Nord-Kivu, einem äußerst rohstoffreichen Gebiet an der Grenze zu Ruanda, standen sich wieder Rebellen und Regierungstruppen gegenüber. So schaffte es eine von Ruanda finanzierte Gruppe 2008 die Kontrolle über diese Region zu erlangen. Nach einem erneuten Friedensvertrag mit Ruanda, ein Jahr später, konnte die kongolesische Souveränität in Nord-Kivu wieder hergestellt werden. Trotzdem operieren weiterhin zahlreiche Gruppierungen in der Provinz, bestehend aus desertierten Regierungssoldaten und Söldnern und verkaufen wertvolle Bodenschätze wie Koltan oder (Blut-)Diamanten meistbietend auf dem Weltmarkt.

Unter den militärischen Gruppen sind auch viele Kindersoldaten zu finden. Sie wurden entweder aus ihren Heimatorten entführt oder gelangten als Kriegswaisen in die Hände der Rebellenverbände und werden gezwungen, sich an brutalen Aktionen gegen die Zivilbevölkerung zu beteiligen. Da sie jedoch teilweise zu klein sind, um Waffen zu tragen, werden sie mit Pfeifen ausgestattet. Ihre Aufgabe ist es nun, die eigenen Truppen vor feindlichen Angriffen zu warnen, in dem sie sich mit lautem Pfeifen bemerkbar machen. Als erste Frontlinie gehören sie somit zugleich auch zu den ersten Opfern bei militärischen Zusammenstößen.

„Falling Whistles“ unterstützt lokale Unternehmer und Hoffnungsträger

Als ein Amerikaner im Jahr 2008 mit fünf dieser Kindersoldaten in einem Gefangenenlager der Regierungsarmee in Kontakt kommt und sie ihm von ihrem Schicksal berichten, entsteht in ihm der Wille, einen Weg zu finden, um diesen Kindern zu helfen. Noch vor Ort setzt er sich erfolgreich mit Hilfe der UN für deren Freilassung ein und entwickelt das Konzept der Kampagne „Falling Whistles“, welches weiteren Kindern helfen soll. Zur Finanzierung des Projekts werden aus gebrauchten Patronenhülsen Pfeifen produziert, um sie an Freunde und Bekannte zu verkaufen.

Einige Zeit später werden drei US-amerikanische College-Studenten auf die Kampagne aufmerksam und verkaufen während einer Fahrradtour von Florida nach Kalifornien eine große Anzahl dieser Pfeifen und sorgen durch Mund-zu-Mund-Propaganda für mehr Aufmerksamkeit.

In den folgenden Jahren wird aus der, noch relativ unorganisierten, Initiative eine professionelle NGO mit derzeitigem Sitz in Stockholm und Unterstützergruppen in Berlin oder Los Angeles. Die Organisation hat es sich unter dem Slogan „Whistleblower for Peace“ zur Aufgabe gemacht, mit Spendengeldern einen Entwicklungsfond für ethische Investments in lokale Unternehmen aufzubauen. Man möchte nicht, wie übliche Hilfsorganisationen aktiv werden, indem man vorgefertigte Projekte vor Ort installiert, sondern einheimischen Aktivisten, Unternehmen und Initiativen finanzielle und organisatorische Hilfe zur Seite stellen. Dadurch sollen nachhaltige Jobs geschaffen werden und somit zukünftig für eine starke und friedvolle Zivilgesellschaft gesorgt werden.

Bereits im Jahr 2010 hatte man rund 500.000 US-Dollar eingenommen und hofft innerhalb der kommenden fünf Jahre ein Budget von 10 Millionen US-Dollar vorweisen zu können.

Ein aktuelles Projekt unterstützt einen Internet-Café-Besitzer in der ostkongolesischen Stadt Bukavu beim Ausbau seiner technischen Infrastruktur, um den Einwohnern das Internet nahezubringen und ihre Bildungschancen zu erhöhen. #Investment