Bei Kämpfen in der nigerianischen Grenzstadt Gamboru starben in den vergangenen Tagen neun Soldaten der tschadischen Armee und mindestens 200 Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. Mindestens 20 Soldaten seien außerdem verletzt worden.

Aufgrund der Gefechte flohen viele Kämpfer in die kamerunische Stadt Fotokol, wo sie von der kamerunischen Armee heftig bekämpft wurden. Auch die tschadische Armee nutzte den Landweg über Kamerun, um auf nigerianisches Gebiet vorzudringen und dort Boko Haram zu bekämpfen. Auch an der Grenze zwischen Nigeria und dem Niger fanden sich Gruppen aus dem Tschad ein. Etwa 2000 von ihnen überquerten den Grenzfluss von Kamerun aus nach Nigeria, nachdem die Rebellen in Gamboru bereits durch tagelange Luftangriffe geschwächt waren.

Boko Haram ist eine Terrorgruppe, die sich aus einer Auflehnung gegen die Provinzregierung zu einer terroristischen Bewegung entwickelte. Es wird vermutet, dass Verbindungen zu Al-Qaida im Islamischen Maghreb bestehen und die Kämpfer ihre Waffen aus Libyen und ihre Ausbildung aus Mali erhalten. Sie kämpfen für einen islamischen Staat. Dieser soll im, mehrheitlich muslimischen, Norden Nigerias und darüber hinaus entstehen. Massive Gewalt ist hierbei ihre Waffe: In den letzten 6 Jahren töteten sie etwa 13.000 Menschen, vor allem Zivilisten. Sie schrecken auch vor Angriffen auf Kirchen und Schulen nicht zurück. Zahlreiche Anschläge und Massaker erschüttern seitdem die Welt. Bei einem blutigen Überfall mehrerer Dörfer wurden erst kürzlich einige hundert Frauen, darunter eine entbindende Frau, getötet. Den Nordosten Nigerias hat Boko Haram bereits zum Kalifat ernannt. Mehr als eine Million Menschen leben dort, die in den anstehenden Wahlen nicht wählen können. 

Angesichts der eigenen Bedrohung der Landesgrenzen greifen insbesondere die Nachbarstaaten Kamerun und Tschad die islamistische Terrorgruppe immer häufiger an. Dies geschieht ohne Genehmigung des nigerianischen Präsidenten Jonathan, dem Untätigkeit und Korruption vorgeworfen werden.

Am Wochenende wurde beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) beschlossen, eine Eingreiftruppe von 7500 Soldaten für den Kampf gegen Boko Haram einzurichten. 
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