Die ägyptische Regierung plant ein monumentales Bauprojekt. Die neue Metropole soll künftig 5 Millionen Menschen eine Behausung bieten können und 45 Kilometer östlich von Kairo liegen. Die ägyptische Regierung geht nämlich davon aus, dass die Einwohnerzahl Kairos innerhalb von 40 Jahren stark anwachsen wird - um genau zu sein: sie wird sich verdoppeln. Derzeit beträgt die Einwohnerzahl etwa 18 Millionen. Die "Süddeutsche" berichtet, dass sich die Kosten für das Bauprojekt auf 75 Milliarden Euro belaufen und 12 Jahre Zeit beansprucht werden müssen, damit sich die neue Metropole entfalten kann. Angeblich ist es jedoch noch unklar, wie das Vorhaben finanziert werden soll.

Wie soll die neue Hauptstadt aussehen?

Die neue Residenz soll sich Medienberichten zufolge zwischen der momentanen Hauptstadt und der Stadt Suez erheben. Wohnungsbauminister Mustafa Madbuli kündigte an, dass auch das Parlament, der Präsidentenpalast und die Ministerien in die neue Hauptstadt umdisponiert werden sollen. Dieser Plan soll jedoch innerhalb der nächsten 5 bis 7 Jahre umgesetzt werden. Allein dieser "Umzug" soll 42,9 Milliarden Euro betragen, so die "Zeit". Des Weiteren erläuterte Madbuli, dass die neue Metropole viele Grünflächen zur Erholung beinhalten wird, um eine bessere Lebensqualität garantieren zu können. Angeblich ist sowohl ein internationaler Flughafen, als auch ein gigantischer Freizeitpark für die neue Hauptstadt vorgesehen. Durch einen elektrischen Zug sollen die Weichen gestellt werden, um schnellstmöglich nach Kairo gelangen zu können. Die Inspirationen für die neue Metropole lehnen sich an das Erscheinungsbild Kairos, Ende des 19. Jahrhunderts an.

Stagnation und Verkehrschaos in Kairo

Stau und Verkehrsinfarkt ist in Kairo heutzutage alltäglich. Gerade während den Hauptverkehrszeiten ist dieses Chaos unumgänglich. Bereits jetzt erweist es sich als äußert schwierig, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Wie soll es dann mit 36 Millionen Menschen bewältigt werden können? Um die Kapazitäten Kairos zu entlasten, ist es notwendig, neue Wohnbezirke und neue Straßen zu bauen. Die Infrastruktur in Kairo ist definitiv überlastet und der Verkehr wird nicht weniger. Die "Tagesschau" berichtet davon, wie fasziniert und begeistert Mustafa Madbuli von dem Bauprojekt ist: "Die Fläche der gesamten Stadt wird rund 700 Quadrat-Kilometer umfassen. Sie wird rund zwölf mal so groß sein wie Manhattan, drei Mal so groß wie Washington und etwa die Fläche von Singapur haben. Die Frage die sich jedoch stellt, ist: Wie wird soll es finanziert werden?"

Umsetzung des Projekts

Medienberichten zufolge soll die Umsetzung des gigantischen Bauprojekts in erster Linie von Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten getätigt werden. Nichtsdestotrotz sollen auch Firmen aus Ägypten involviert werden. Ziel ist es angeblich, ausländische Geldgeber anzuwerben, damit sich die Wirtschaft erstmal erholen kann. Nach der Entmachtung von Husni Mubarak steht nun eine politische Stabilisierung und Regeneration der Wirtschaft im Vordergrund. Die "Zeit" berichtete, dass beispielsweise Saudi-Arabien und Kuwait dem Projekt bereits zugestimmt haben und sich bereit erklärten, 12 Milliarden Dollar beizusteuern.

Foto: Blueshade - Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons