Die jüngste Novelle des österreichischen Waffengesetzes lässt die Waffenbesitzer vielleicht etwas ruhiger schlafen. Wer bislang darauf vergessen hat, seine Waffe registrieren zu lassen, dies aber nachholt, muss fortan nicht mehr mit einer Verwaltungsstrafe rechnen. Darüber hinaus muss jede Waffe an eine natürliche Person gebunden sein. Ein Verein beispielsweise muss auf diese Weise ein Schussgerät personalisieren, weil im Zentralen Waffenregister der Besitzer erkennbar sein muss. Von dieser Regelung sollen zahlreiche Schützenvereine profitieren.

Waffen für jeden? 

Martina Schenk, Abgeordnete des Team Stronach, kann der Novelle viel abgewinnen, ebenso die Interessengemeinschaft für ein liberales Waffenrecht in Österreich (IWÖ). Dennoch ist Schenk der Auffassung, dass das Gesetz noch weiter vereinfacht und verbessert werden müsse. Ihrer Meinung nach sollten unbescholtene Bürger einen Rechtsanspruch auf Waffenbesitz haben, um sich selbst verteidigen zu können. Einen Waffenpass zu erhalten, sei fast nicht mehr möglich, weil "die Vergabe durch Ausnützen des behördlichen Ermessens stark eingeschränkt ist". Auch Vertreter anderer Parteien begrüßten die Änderungen.

Geringfügige Änderungen des Waffengesetzes in Deutschland 

Die letzte größere Änderung im deutschen Waffenrecht liegt sechs Jahre zurück. Sie war eine Reaktion auf den Amoklauf eines 17-jährigen Schülers in Winnenden (Baden-Württemberg) am 11. März 2009. Er hatte 15 Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Die Waffe gehörte seinem Vater, der sie nicht gesetzeskonform aufbewahrt hatte. Die Konsequenz der Gesetzesänderung: Die Behörden dürfen Personen auf ihr Bedürfnis, eine Waffe besitzen zu wollen, seither ständig überprüfen, nicht nur alle drei Jahre, wie das bis dahin der Fall gewesen war. Zudem ist es Jugendlichen unter 18 Jahren untersagt, großkalibrige Waffen zu verwenden. Zurzeit denkt man im Bundesministerium für Inneres aber wieder über eine Aktualisierung des Gesetzes nach. Tiefgreifenden Neuerungen darf man sich freilich nicht erwarten. Geplant ist etwa die Entrümpelung der Aufbewahrungsbestimmungen. Wer seine Waffe oder Teile davon nicht eintragen lässt, soll künftig straffrei bleiben.

Das Thema Waffenbesitz und die damit verbundenen rechtlichen Rahmenbedingungen sind besonders in den USA umstritten. Die unüberschaubare Zahl an Regelungen macht es Befürwortern und Gegner nicht gerade einfach. In einem Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung wird den Bürgern das Recht zugestanden, eine Waffe zur Selbstverteidigung zuhause zu besitzen. Diese Bestimmung gilt seit Juni 2010 für alle Bundesstaaten und Städten der USA. Dieser Umstand wurde schon öfters für tragische Zwischenfälle verantwortlich gemacht, zuletzt etwa an der Sandy Hook Elementary School in Newtown, Connecticut, nachdem ein 24-Jähriger 28 Menschen, davon 20 Kinder, und danach sich selbst getötet hatte.

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