Der 8. März steht seit über 100 Jahren im Zeichen der Frau, denn an diesem Tag wird der Internationale Frauentag zelebriert. Österreich nahm neben anderen Ländern, wie Deutschland, der Schweiz oder den USA bereits am ersten Tag der Frau, der damals am 19. März veranstaltet wurde, teil. Er wurde mit der Forderung nach aktivem sowie passivem Wahlrecht für Frauen ins Leben gerufen und wird seit diesem Tag genutzt, um für weitere Änderungen im Sinne der Frauen zu kämpfen.

Bereits ein Jahr nach dem ersten großen Demonstrationstag der Frauen wurde in Österreich das aktive sowie passive Wahlrecht für Frauen eingeführt. Andere Länder, die ebenfalls daran teilnahmen, mussten etwas länger darauf warten, so erhielten in der Schweiz die Frauen das Wahlrecht erst im Jahre 1970. Weitere Siege unserer Demonstrationsbewegung in Österreich sind die Scheidungsreform, der straffreie Schwangerschaftsabbruch oder das Gleichbehandlungsgesetz.

Gleichstellung in Österreich

Doch sind Frauen in Österreich den Männern wirklich gleichgestellt? Die Antwort lautet leider nein, besonders wenn man sich die Bezahlung von Männern und Frauen im gleichen Beruf ansieht. Frauen verdienen bei gleichem Beschäftigungsausmaß laut Eurostat um 23 % weniger als Männer mit demselben Beruf. Im europäischen Vergleich liegt Österreich damit an vorletzter Stelle. Nur Estland hat laut Eurostat einen höheren Gender Pay Gap von 29,9 %.

Seit über 100 Jahren kämpfen wir für eine Gleichstellung von Mann und Frau, aber es liegt noch ein harter, steiniger Weg vor uns. Solange Männer und Frauen nicht dasselbe verdienen, wird die gewünschte Gleichstellung von Frauen immer nur auf dem Papier bestehen. Das soll nicht heißen, dass nicht bereits viel erreicht wurde, doch das Wesentliche steht immer noch in den Sternen. Dieselbe Leistung soll auch gleich entlohnt werden und es darf nicht aufgrund des Geschlechts zu Unterschieden kommen, ganz besonders bei gleicher Arbeit nicht.

Mutiger Schritt

Die deutsche Familienministerin Schwesig wagte vor zwei Tagen den Vorschlag eines Gesetzes für gleiche Bezahlung von Männern und Frauen. Der Koalitionspartner ist mit diesem Gesetz nicht gerade einverstanden. Österreich sollte sich an dem mutigen Schritt von Schwesig ein Beispiel nehmen und auch in diese Richtung zu denken beginnen.