Seit den, im Januar 2011 begonnenen Unruhen und Demonstrationen für den Rücktritt des Ex-Staatspräsidenten Ali Abdullah Saleh und der nachfolgenden Wahl von Abdul Rabu Mansur Hadi, der als einziger Kandidat angetreten war, kam das krisengeschüttelte Land nicht zur Ruhe. Die, speziell im Süden des Landes agierende Al-Kaida, sowie Machtkämpfe zwischen schiitischen Huthis und Sunniten, die im Land die Mehrheit bilden, haben Saudi-Arabien zum Eingreifen veranlasst. Es ist zu hoffen, aber derzeit nicht abzuschätzen, dass dieser Krieg nicht weitere Kreise ziehen wird.

Verlierer ist die Bevölkerung des Landes, das als Armenhaus Arabiens gegen Hunger und Not kämpft und nun von einem Krieg geschüttelt wird, der außer Zerstörung und unzähligen menschlichen Verlusten für das Land nur weiteres Elend bringen kann.

Es ist zu befürchten, dass Sanaa, eine Metropole wie aus 1001 Nacht - zumindest was die Altstadt betrifft - zerstört wird und unwiederbringliche Kulturgüter in Mitleidenschaft gezogen oder ausgelöscht werden.

Was bringt dieser Krieg den Jemeniten wirklich? Saudi-Arabien ist interessiert, den Einfluss und die Unterstützung des Iran für den Jemen auszuschalten, unter dem Mantel, in diesem Land Ordnung zu schaffen. Dieser Krieg wird den Ölpreis wieder steigen lassen. Gewinner sind die Profiteure, denen jedes Mittel recht ist ihre kommerziellen Ziele zu erreichen.

Es wird wieder unsägliches Leid geben, Zerstörung des Landes, der Familien, unzählige Menschenopfer - der Beginn ist bereits erfolgt -, hungernde Kinder und Waisen. Hilfsgüter lindern zwar die augenblickliche Not und den Hunger, sind aber niemals Ersatz für familiäre Wärme und Geborgenheit.

In einer Zeit, wo IS und Boko Haram überall im Vormarsch sind, ist es schwer zu beurteilen, ob nur religiöser Fanatismus der Grund für Gräueltaten der übelsten Art ist. Verroht etwa die Gesellschaft generell? Medien berichten gelegentlich sensationsbewusst und schüren Ängste. Hat man etwa zu lange gewartet, um hier, egal in welcher Form, einzuschreiten?