Nach dem Absturz der 4U9525von #Germanwings am 25.3.2015 überschlugen sich die Ereignisse auch medial. Insbesondere bei der Suche nach den Gründen schraubten sich die Spekulationen schnell hoch. Mit dabei war die Frage, ob Billigflieger zu unsicher seien. Germanwings hat hier aber eine weiße Weste.

Es ist beeindruckend, man könnte auch sagen: bedrückend. Nach dem Absturz der 4U9525 in Frankreich begann die Suche nach den Ursachen medial und in den sozialen Netzwerken in rasantem Tempo. Das Alter des Flugzeugs sei schuld gewesen, sagten die einen. Billig-Airlines seien von Haus aus unsicher, Unfälle vorprogrammiert, meinten die anderen.

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Und selbstverständlich durften auch die Verdächtigungen vermeintlicher Terroristen nicht fehlen. Das Handelsblatt hatte eine weitere Idee. In einem Artikel unkte das Blatt indirekt, Germanwings habe ein grundsätzliches Problem, das zahlreiche Mitarbeiter kennen würden. Daher seien etliche Besatzungen nach dem Absturz nicht zum Dienst angetreten - wohlgemerkt aus "persönlichen Gründen". Dennoch merkt der Artikel verschwörungstheoretisch an, die verunfallte A320 sei noch am Vortag wegen eines technischen Defekts untersucht und repariert worden. Solche Andeutungen lassen Theorien wildester Art ausreichend Spielraum. Hilfreich sind sie jedoch nicht.

Wie gefährlich ist Fliegen?

Bei jedem größeren Flugzeugabsturz steht früher oder später die Frage im Raum, wie gefährlich das Transportmittel Flugzeug eigentlich ist.

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Direkt im Anschluss daran werden Billig-Airlines kritisch beäugt. Auf "statista.com" lassen sich zahlreiche Statistiken zum Thema finden. Eine von ihnen zeigt die weltweiten Abstürze seit 1945 auf. Dort liegen die USA mit 784 Abstürzen auf dem ersten Platz. Deutschland befindet sich mit 59 Abstürzen auf dem 17. Platz. Aussagekräftig ist diese Statistik jedoch nur bedingt, denn naturgemäß wird in den USA mehr geflogen als in Deutschland und anderen Ländern. Zudem behandelt diese Statistik nicht die Anzahl der Todesopfer. Doch nach wie vor kann das Fliegen zu den sichersten Fortbewegungsmitteln gezählt werden. Aber auch das Fliegen mit Billig-Airlines?

Lufthansa oder Germanwings? Wo fliegt man sicherer?

Kann eine Billig-Airline die gleichen Sicherheitsanforderungen erfüllen wie eine teurere Airline? Zumindest in den sozialen Netzwerken wird das bezweifelt. Immerhin müssen billige Flugtickets irgendwie ermöglicht werden, da liegt der Verdacht nahe, dass dies auf Kosten der Sicherheit geht.

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Doch die gesetzlichen Anforderungen sind für alle gleich, die Wartungsbestimmungen gelten für billige wie auch für teure Airlines. Um die Kosten für die Instandhaltungen zu reduzieren, greifen Airlines wie Germanwings jedoch gern auf den Einsatz einer bestimmten Maschine zurück. Dadurch wird am technischen Aufwand gespart, zudem lässt sich teurer Lagerplatz für Ersatzteile effizienter nutzen. Die Maschine, die über den französischen Alpen abgestürzt ist, hatte allerdings schon 24 Jahre auf dem Buckel, was zunächst recht alt erscheint. Entscheidend ist jedoch nicht das Jahr der ersten Produktion eines Fliegers, sondern die Regelmäßigkeit der Wartung und die Erneuerung der Teile.

Man darf sich nichts vormachen: Wo geflogen wird, passieren Unfälle. Daran ändert auch das Infragestellen der Fortbewegungsmethode des Fliegens nichts.